Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)

Diagnose und Behandlung von Schlafapnoe verhindert Langzeitschäden

30 Prozent der Patienten mit einer unbehandelten Schlafapnoe entwickeln eine Demenz, warnt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) und betont die Wichtigkeit einer rechtzeitigen Diagnose und Behandlung.

Die Behandlung mit Schlaf- oder Schmerzmitteln verstärkt eine Schlafapnoe. Wichtig ist laut DGSM eine Leitlinien-gestützte Therapie. AdobeStock_ins

Chronische Schlaferkrankungen, die unentdeckt bleiben, sind laut DGSM ein klarer Risikofaktor für gesundheitliche Langzeitschädigungen und Folgeerkrankungen. So bestehe bei Schlafapnoe "ein hohes Risiko Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen oder einen Schlaganfall zu erleiden".

Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sind Ein- und Durchschlafstörungen, sogenannte Insomnien, ebenfalls ein Risikofaktor. In Bezug auf die psychischen Erkrankungen betrifft dies vor allem Depressionen und Angststörungen, wie epidemiologische Längsschnittstudien und Meta-Analysen zeigten.

LAußerdem entwickeln 15 Prozent der Patienten mit einer langfristigen Schlafstörung eine Demenz, bei einer unbehandelten Schlafapnoe verdoppelt sich dieser Anteil Studien zufolge sogar noch. Und die REM-Schlaf-Verhaltensstörung, die zu den Parasomnien gehört, wurde als ein Risikofaktor für neurodegenerative Erkrankungen eingestuft, 80 Prozent aller Betroffenen erkranken innerhalb von 15 Jahren an Morbus Parkinson.

Ansammlung eines toxischen Proteins könnte Schlafapnoe auslösen

Jüngste Erkenntnisse haben einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Risiko für Demenz und Schlafstörungen bestätigt. Dies gilt insbesondere für obstruktive Schlafapnoe, wie unter anderem eine US-Studie der Mayo Clinic Study of Aging zeigt. Untersucht wurden 288 Personen ab 65 Jahren, die keine Demenzanzeichen hatten. Mittels Positronen-Emissions-Tomografie wurde nach dem toxischen Protein Tau im entorhinalen Kortex gesucht – dem Teil des Gehirns, der sich tief hinter der Nase befindet, anfällig für die Ansammlung von Tau ist und Informationen zur visuellen Wahrnehmung und zum Zeitpunkt von Erfahrungen abruft und speichert. Das Tau-Protein trägt wiederum zum kognitiven Rückgang bei.

Bei 43 Teilnehmern (15 Prozent) trat Schlafapnoe und ein etwa 4,5 Prozent höherer Tau-Wert auf als bei denjenigen, bei denen im Schlaf keine Apnoen beobachtet wurden. Die Bedeutung von möglichen Störvariablen wie Alter, Geschlecht, Bildung, kardiovaskuläre Risikofaktoren und anderen Schlafbeschwerden war nicht gegeben. Die Autoren vermuten, dass Schlafapnoe die Tau-Akkumulation beeinflusst, können jedoch nicht ausschließen, dass der Kausalzusammenhang genau andersherum ist – und erst eine Ansammlung von Tau in bestimmten Bereichen des Gehirns Schlafapnoe auslöst.

Carvalho DZ, St Louis EK, Schwarz CG, et al. Witnessed apneas are associated with elevated tau-PET levels in cognitively unimpaired elderly. Neurology. 2020;94(17):e1793-e1802. doi:10.1212/WNL.0000000000009315

Die DGSM sieht in der Studienlage Belege dafür, warum eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen gemäß der Leitlinien der Gesellschaft so wichtig ist. Diese Leitlinien enthalten evidenzbasierte Richtlinien, etwa für eine medikamentöse Therapie. „Wir wissen, dass die Behandlung mit Schlaf- oder Schmerzmitteln eine Schlafapnoe zum Beispiel verstärkt“, erklärt der Geriater und Schlafmediziner Prof. Dr. med. Helmut Frohnhofen.

„Gerade bei der Obstruktiven Schlafapnoe fordert die DGSM eine Langzeitkontrolle und die Anpassung der Geräte auf Veränderungen beim Patienten, etwa durch Alter, Gewichtszunahme oder Lebensumstände", ergänzt der DGSM-Vorsitzende Prof. Dr. med. Peter Young.

Auf der Homepage der Gesellschaft findet sich ein gemeinsames Positionspapier der DGSM und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) zur „Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“.

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) stellt aufgrund der hohen Prävalenz und den individuellen Beeinträchtigungen ein Krankheitsbild von zunehmender Bedeutung dar.

43420424312371431237243123734342043 4342044 4312374
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare