Alkoholatlas Deutschland 2022

Ein Bier pro Tag genügt

Besonders Menschen mit hohem Bildungsabschluss haben einen riskanten Alkoholkonsum, zeigt der „Alkoholatlas Deutschland”. Dabei können laut Bericht schon kleinste Mengen Oropharynxkarzinome begünstigen.

Pünktlich zur Nationalen Krebspräventionswoche vom 12. bis 16. September ist die Neuauflage des Alkoholatlas Deutschland 2022 erschienen. Das vom Deutschen Krebsforschungszentrum erstellte umfassende Nachschlagewerk mit Zahlen und Fakten zu Alkohol soll das Bewusstsein für alkoholbedingte Gesundheitsgefahren schärfen und ist als wichtige Grundlage für Maßnahmen zur Alkohol- und Krebsprävention gedacht. magdal3na - stock.adobe.com

Alkohol ist ein erheblicher Krebsrisikofaktor. Am stärksten ist der Einfluss auf Krebserkrankungen des Oropharynx, des Darms, der Leber, des Ösophagus und der Brust. Oropharynxkarzinome sind – nach Darmkrebs – mit rund 20 Prozent die zweithäufigste Alkoholkonsum-bedingte Erkrankung. Schätzungen zufolge gibt es allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 20.000 alkoholbedingte Krebserkrankungen und mehr als 8.000 Krebstodesfälle. „”

Schon 12,5 Gramm Alkohol pro Tag genügen

Das Deutsche Krebsforschungszentrum erklärt, dass auch kleinste Mengen Alkohol bereits krebserregend sein können. 12,5 Gramm Alkohol pro Tag genügen, um das Krebs-Risiko für Oropharynx-, Ösophagus- und Mamma-Karzinome zu erhöhen. Diese Menge entspricht ungefähr einem Glas Bier oder einem kleinen Glas Wein. Das Krebs-Risiko steigt mit erhöhtem Konsum weiter an. „Ein moderater Konsum (12,5 bis 50 Gramm Alkohol pro Tag) erhöht das Risiko für Kehlkopfkrebs und Darmkrebs, und ein hoher Konsum (mehr als 50 Gramm Alkohol pro Tag) erhöht das Risiko für Leber-, Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs”, heißt es in dem Bericht [Alkoholatlas Deutschland 2022]. Auch die Art des alkoholischen Getränks ist dabei entscheidend.

8,5 Prozent des Einkommens werden für Alkohol ausgegeben

Doch wer trinkt und in welchem Maße? Riskanter Alkoholkonsum ist laut Bericht besonders unter Menschen mit hohen Bildungsabschlüssen verbreitet. Darüber hinaus bestehen enorme regionale Unterschiede beim Trinkverhalten und den gesundheitlichen Folgeschäden: So gibt es beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern die meisten Krankenhauseinweisungen aufgrund alkoholbedingter Diagnosen, in Baden-Württemberg die wenigsten. Zudem verursacht Alkoholkonsum direkte und indirekte gesellschaftliche Kosten von rund 57 Milliarden Euro im Jahr. Dem gegenüber stehen Einnahmen durch die Alkoholsteuer von nur 3,2 Milliarden Euro. 8,5 Prozent seines Gesamteinkommens gibt im Durchschnitt jeder deutsche Haushalt für alkoholische Getränke aus.

Neben Krebs ist Alkoholkonsum an der Entstehung von mehr als 200 Krankheiten beteiligt, heißt es weiter. Dazu zählen Herz-Kreislauferkrankungen, Typ-2-Diabetes sowie Schädigungen des Gehirns und des Nervensystems. Zudem wird etwa jede zehnte Straftat unter Alkoholeinfluss begangen und bei rund fünf Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist Alkohol im Spiel.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: nach 15 bis 35 Jahren des Nicht-Trinkens ist das Krebsrisiko wieder auf dem Level eines Nicht-Trinkers.

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