Suchtbericht Hamburg

Gesundheitssenatorin fordert Werbeverbot für E-Zigaretten

Weniger Alkohol, mehr Internet- und E-Zigaretten-Sucht. So lautet das knappe Ergebnis einer SchülerInnenbefragung in Hamburg. Grund genug für Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, ein Werbeverbot zu fordern.

Anstatt ihnen zu suggerieren, dass E-Zigaretten harmloser seien als herkömmliche, sollte man junge Menschen vor dem Einstieg in eine Raucherkarriere schützen, wünscht sich Cornelia Prüfer-Storcks. AdobeStock_Futografie

Beim Alkoholkonsum der Jugendlichen gebe es eine erfreuliche Entwicklung, teilte Prüfer-Storcks mit. Vor allem das gezielte Rauschtrinken ("Binge Drinking") finde seltener statt.  Nur noch 17 Prozent der Jugendlichen gaben 2018 an, im letzten Monat mehr als fünf alkoholische Getränke bei einer Trinkgelegenheit konsumiert zu haben. 2012 lag dieser Wert noch bei 31 Prozent.

Ähnlich sieht es beim Tabakkonsum aus: In den letzten 30 Tagen hatten 21 Prozent der Jungen und 22 Prozent der Mädchen geraucht. Damit stabilisieren sich die Konsumwerte bei beiden Geschlechtern weiterhin auf dem in 2015 erreichten niedrigen Niveau. In 2012 hatten noch 35 Prozent der Jungen und 33 Prozent der Mädchen angegeben, im letzten Monat geraucht zu haben. Prüfer-Storcks ist zufrieden: "Die Suchtprävention in Hamburg funktioniert, das zeigen die Konsumzahlen."

Der Umsatz mit E-Zigaretten ist in den vergangenen sieben Jahren von fünf auf 600 Millionen Euro gestiegen – allein in Deutschland. E-Zigaretten sind nicht nur ein Trend.

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Deutlich zugenommen hat laut Suchtbericht hingegen die Beliebtheit von E-Zigaretten und E-Shishas: Die Anzahl der jungen DampferInnen hat sich in den letzten drei Jahren um sechs Prozentpunkte auf 17 Prozent in 2018 erhöht. Prüfer-Storcks ist überzeugt: "Für langjährige Raucher können E-Zigaretten ein Ausstieg aus dem Tabakkonsum sein. Bei Jugendlichen ist es jedoch umgekehrt: E-Zigaretten und E-Shishas, bei denen überdies gesundheitsschädliche Schadstoffe freigesetzt werden, sind oft ein Einstieg in das Nikotinrauchen, weil sie bei jungen Menschen die Hemmschwelle senken, Rauch zu inhalieren."

Anstatt ihnen zu suggerieren, dass E-Zigaretten harmloser seien als herkömmliche, sollten junge Menschen vor dem Einstieg in eine Raucherkarriere geschützt werden, wünscht sich die Gesundheitssenatorin.

"Wünschenswert wäre deshalb ein umfassendes Werbeverbot, das sowohl für herkömmliche Tabakprodukte als auch für E-Zigaretten, E-Tabakerhitzer und sonstige neue E-Nikotinprodukte gleichermaßen gilt". Dies sei eine wirkungsvolle Maßnahme für den Gesundheitsschutz der gesamten Bevölkerung, insbesondere aber für den Schutz der Kinder und Jugendlichen.

Die Zahl der internetsüchtigen Mädchen hat sich verdoppelt

Deutlichere Zunahmen stellt die sogenannte SCHULBUS-Studie auch bei der missbräuchlichen Nutzung des Internets fest, hier insbesondere bei jungen Frauen, die sich zunehmend in sozialen Netzwerken verlieren. Vor allem bei jungen Männern ist eine Zunahme beim unverhältnismäßigen Konsumieren von Computerspielen ablesbar. 86 Prozent der Befragten sind täglich aktiv online und haben eine durchschnittliche Onlinezeit von 4,5 Stunden pro Tag. Am häufigsten werden die Sozialen Netzwerke wie Facebook, WhatsApp und Instagram genutzt.

Der problematische Internetkonsum wird hier mit einem CIUS-Wert (Compulsive Internet Use Scale) ≥ 30 Punkten definiert. Ergebnis: Während beiden männlichen Befragten seit 2012 der Anteil der Betroffenen vergleichsweise stabil bei ≤ 8 Prozent geblieben ist, hat sich bei den weiblichen Jugendlichen im gleichen Zeitraum der Anteil der problematischen Internetnutzerinnen von 9 Prozent auf inzwischen 21 Prozent mehr als verdoppelt.

Mit der SCHULBUS-Studie liegen repräsentative Daten über den Suchtmittelkonsum von Jugendlichen in Hamburg über einen Zeitraum von fast 15 Jahren vor. Für die jetzt vorgestellte Studie wurden 2018 rund 1.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt.

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