Reaktion auf Cyberangriffe in Corona-Krise

Israel baut digitales Schildschild für das Gesundheitswesen

Da Behörden seit Beginn der globalen COVID-19-Epidemie einen Anstieg von Cyberangriffe verzeichnen, hat Israel jetzt die Einführung eines „Cyber-Schutzschilds“ für den Gesundheitssektor des Landes beschlossen.

Mit der Corona-Krise hat die Zahl der Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen stark zugenommen. Britische und nordamerikanische IT-Sicherheitsbehörden hatten zudem vor Hackerangriffen auf die COVID-Impfstoffforschung gewarnt. AdobeStock_Sikov

Wie das Jewish Journal berichtet, gab Reuven Eliahu vom israelischen Gesundheitsministerium bekannt, dass das neue System, das in Abstimmung mit dem Cybersicherheitsunternehmen FireEye entwickelt wurde, Echtzeitschutz vor Angriffen bieten wird. "Das Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit des Gesundheitssektors zu erhöhen", sagte Eliahu. Der Verteidigungsschild soll allen Gesundheitsorganisationen in Israel kostenlos zur Verfügung stehen.

Hintergrund: Seit Beginn der Pandemie hatte das Ministerium einen „sehr signifikanten Anstieg“ der Angriffe auf Gesundheitsorganisationen verzeichnet, wobei Hacker Sicherheitslücken ausnutzen, die durch die Arbeit vieler Mitarbeiter im Homeoffice entstanden waren, heißt es in dem Bericht. Darüber hinaus stellte Eliahu fest, dass die Zahl der Phishing-Angriffe in den letzten Wochen um Tausende von Prozentpunkten gestiegen war.

Akteure im Gesundheitswesen haben viel zu verlieren – Cyberkriminelle viel zu gewinnen

"In den letzten Wochen hat sich das Gesundheitswesen zu einem der am stärksten betroffenen Sektoren der Welt entwickelt. Viele Cyberkriminelle versuchen, die fragile Situation, in der wir uns befinden, für ihren persönlichen Vorteil auszunutzen", sagte Eli Parnass, der regionale Vizepräsident des IT-Sicherheits-Herstellers Fortinet für Israel, Griechenland sowie Mittel- und Osteuropa dem US-amerikanischen Nachrichtenportal The Media Line. Die Organisationen des Gesundheitswesens seien ständigen Cyberangriffen ausgesetzt, die von gezielten Phishing- und angepassten Ransomware-Vorfällen bis hin zu Schadsoftware und Botnetzen reichen.

Ransomware wird von Cyberkriminellen auf dem Computersystem einer Person oder Institution installiert, bevor der Hacker damit droht, Daten zu veröffentlichen oder den Zugriff einfach zu blockieren, sofern kein Lösegeld gezahlt wird.

Laut Parnass gibt es mehrere Faktoren, die Cyberkriminelle dazu motivieren, diese Online-Offensiven durchzuführen. "Krankenhäuser und andere Gesundheitsorganisationen verfügen über eine große Datenmenge, einschließlich sensibler und vertraulicher Patienteninformationen", erklärte er. In dieser Situation haben Cyberkriminelle viel zu gewinnen, und Krankenhäuser viel zu verlieren.

Hacker greifen mehrere europäische Hochleistungsrechenzentren an

Wie das Nachrichtenportal heise online berichtet, haben vier Hochleistungsrechenzentren in Edinburgh, Garching, Jülich und Stuttgart  in den vergangenen Tagen den Zugriff auf ihre Rechenkapazitäten gestoppt mit dem Hinweis auf "Sicherheitsprobleme". Während die Aufklärung der Ursachen an den verschiedenen Rechenzentren laufen, gibt es bereits viele Spekulationen darüber, worauf der Angriff zielte.

Der Onlinedienst Register berichtete, dass es um das Abgreifen von Forschungsergebnissen im Rennen um einen COVID-Impfstoff gehen könnte. Zuvor hatten das National Cyber Security Centre – eine britische Behörde vergleichbar mit dem deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – und die nordamerikanische Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) vor Hackerangriffen auf die Corona-Impfstoffforschung gewarnt.

Auch medizinische Produktionsstrecken sind ins Visier der Cyberkriminellen gerückt: Erst Anfang Mai verübten Unbekannte einen Ransomware-Angriff auf den börsennotierten Gesundheitskonzern Fresenius, was zeitweise die Produktion beeinträchtigte, berichtet das Onlineportal ZDnet.

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

Angriffe mit Schadsoftware wie Emotet sind zur dauerhaften Bedrohung für Institutionen, Unternehmen und auch (Zahn-)Arztpraxen geworden. Doch man kann sich schützen.

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