Fossilfund

Millionen Jahre alter Schnappschuss eines missglückten Fressversuchs

Ein 152 Millionen Jahre altes Fossils offenbart neue Details über die Speisekarte von Flugsauriern: In einer Versteinerung aus dem Solnhofener Plattenkalk fanden Forscher einen Flugsaurierzahn, der im Weichgewebe eines Tintenfischs steckt.

Das ist der erste Beleg, dass die Tiere neben Fischen auch Meeresfrüchte nicht verschmähten. Sauerstoffarmut am Meeresboden, erhöhter Salzgehalt und ruhige Wasserbedingungen - also sehr seltene Bedingungen - führten dazu, dass die Weichteile phosphatisiert wurden und erhalten blieben. Unter UV-Licht sieht man, dass der abgebrochene Zahn des Flugsauriers nicht zufällig mit dem Kopffüßer zusammen versteinert worden war, sondern in dessen Weichgewebe steckt.

Der Kopffüßer wehrte sich und dem Rhamphorhynchus brach ein Zahn ab

Die Wissenschaftler haben rekonstruiert, dass der Zahn einem nahezu ausgewachsenen Flugsaurier der Art Rhamphorhynchus muensteri gehört haben muss. Sie vermuten, dass das Tier über der Wasseroberfläche jagte, den Kopffüßer schnappte, der sich daraufhin zur Wehr setzte und befreien konnte – dabei brach dem Flugsaurier ein Zahn ab.

Der achtarmige Kopffüßer gehört zur Art Plesioteuthis subovata. Aufgrund der Anzahl an Armen ist er am nächsten mit dem heute noch lebenden Octopus verwandt. Von dieser Art sind bislang nur drei Fossilfunde bekannt. Ob der in der Versteinerung erhaltene Kopffüßer unmittelbar nach der Attacke durch den Flugsaurier starb oder noch weiterlebte, können die Forscher nicht sagen. „Der Zahn steckt an einer Stelle, an der keine lebensnotwendigen Organe sitzen“, erklärt Dr. René Hoffmann vom Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der Ruhr-Universität Bochum. „Es kann also sein, dass er durchaus eine Weile so weitergelebt hat.“


Fossilfund eines Hobbysammlers


Auf das Fossil aufmerksam geworden waren die Forscher durch die Zeitschrift „Der Steinkern“. Dort war ein kleines Bild des Fundes abgedruckt, das der Hobbysammler und Fossilpräparator Udo Resch entdeckt hatte. Gemeinsam mit Guido und Roman Berndt hatte er es sorgfältig präpariert. Nach der Kontaktaufnahme durch René Hoffmann stellte Guido Berndt das Fundstück für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung. Es wird künftig im Paläontologischen Institut und Museum der Universität Zürich ausgestellt.

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