Umfrage

Neuer Trend: Mehrheit der Deutschen ist für die Zuckersteuer

52 Prozent der Deutschen befürworten laut einer aktuellen Umfrage eine Steuer auf besonders zuckerhaltige Getränke, wie Cola, Limonade oder Energy Drinks - vor zwei Jahren war die Mehrheit noch dagegen.

Zu viel Zucker in Erfrischungsgetränken - gegen diesen Vorwurf haben Irland, Portugal, Estland, Belgien, Norwegen, Mexiko, Südafrika, Frankreich - und jüngst auch Großbritannien - eine "Zuckersteuer" erhoben. In Deutschland gibt es noch keine konkreten Pläne. Fotolia - monticellllo

"Würden Sie eine Steuer auf besonders stark zuckerhaltige Getränke befürworten oder ablehnen?" hatten die Meinungsforscher von YouGov Anfang Mai mehr als 2.000 Erwachsene online gefragt. Dass Ergebnis der Umfrage: 28 Prozent der Befragten gaben an, eine Zuckersteuer „voll und ganz“ zu unterstützen. 24 Prozent gaben an, sie „eher“ zu befürworten. 19 Prozent lehnen sie „eher“ ab und 22 Prozent „ganz und gar“. Acht Prozent der Befragten hatten keine Meinung dazu.

Damit spricht sich die Mehrheit der Deutschen - 52 Prozent der Befragten - für die Einführung einer Zuckersteuer aus. 2016 plädierten es nur 45 Prozent dafür. Damals hatte das Meinungsforschungsinstitut YouGov dieselbe Frage mehr als 2.000 Erwachsenen gestellt - mit dem Ergebnis, dass 49 Prozent der Befragten eine Zuckersteuer ablehnten.

Ab dem 6. April gilt in Großbritannien eine neue Steuer auf stark gezuckerte Getränke. Kinderärzte und Ernährungsexperten fordern auch in Deutschland effektivere Maßnahmen gegen Übergewicht.

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Die sogenannte "Zuckersteuer" wurde zuletzt in Großbritannien im April dieses Jahres eingeführt. Unternehmen müssen dort nun eine Softdrink-Abgabe von 18 Pence (20 Cent) pro Liter zahlen, wenn das Getränk 5 g oder mehr Zucker pro 100 ml enthält. Ab 8 g Zucker steigt die Abgabe auf 28 Pence (32 Cent).

Laut der Verbraucherschutzorganisation foodwatch zeigt die Steuer Wirkung: "Die führenden Getränkeunternehmen Coca-Cola, Britvic, Lucozade Ribena Suntory, die Handelskonzerne Tesco und Lidl, der Nahrungsmittelkonzern Nestlé sowie mehrere kleinere Getränkehersteller haben seit Ankündigung der Herstellerabgabe im März 2016 den Zuckergehalt etlicher Produkte deutlich gesenkt."

"Auch Süßstoffe müssen besteuert werden"

Die Verbraucherschutzorganisation fordert auch für Deutschland eine Steuer auf Zucker in Getränken und Lebensmitteln. Anders als in Großbritannien sollte die Herstellerabgabe aber auch süßstoffgesüßte Getränke mit einbeziehen. "Rezepturänderungen sollten darauf abzielen, nicht nur den Gehalt von Zucker, sondern den Süßgeschmack insgesamt zu verringern, um der allgemeinen Süßgewöhnung bei Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken", fordert foodwatch. Viele britische Hersteller hätten den Zucker in ihren Getränken lediglich durch Süßstoffe ersetzt.

Offener Brief an die Bundesregierung

Mehr als 2.000 Ärzte fordern von der Bundesregierung wirksame Maßnahmen gegen Fehlernährung. Es sei höchste Zeit, dass Angela Merkel und die zuständigen Minister „ernst machen“, heißt es in einem offenen Brief.

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„Anstatt die Interessen der Getränke- und Zuckerindustrie zu schützen, muss Bundesernährungsministerin Julia Klöckner endlich auf die Ärztinnen und Ärzte in diesem Land hören", betont Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch.

"Wir brauchen eine Limo-Steuer ähnlich wie in Großbritannien, damit die Hersteller weniger Zucker in die sogenannten Erfrischungsgetränke kippen. Außerdem eine Ampelkennzeichnung, besseres Schul- und Kita-Essen sowie Beschränkungen der Kinderwerbung. Freiwillige Empfehlungen an die Ernährungswirtschaft, wie von der Regierung geplant, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein."

35 Kilogramm Zucker essen die Deutschen pro Jahr und Kopf – mehr als doppelt so viel wie von der WHO empfohlen. Der Wert bildet jedoch nur den Konsum von Haushaltszucker ab. Hinzu kommt ein steigender Verbrauch von Mono- und Disacchariden, die Lebensmitteln zugesetzt werden – und zunehmend zum Problem werden.

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