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Konsequenzen einer Zuckersteuer

Viele Hersteller müssten den Zuckergehalt halbieren

nb
Politik
Ein Marktcheck von Foodwatch zeigt: Um eine geplante Abgabe zu vermeiden, müssten Hersteller den Zuckergehalt vieler beliebter Kindergetränke wie Fanta, Capri-Sun oder Durstlöscher nahezu halbieren.

Die von der Bundesregierung geplante Zuckersteuer könnte den Zuckergehalt vieler bei Kindern beliebter Erfrischungsgetränke deutlich senken. Das geht aus einem Marktcheck der Verbraucherorganisation Foodwatch hervor, die zehn Getränke untersucht hat, darunter Fanta, Durstlöscher und Capri-Sun.

Fünf statt zehn Zuckerwürfel

Nach Angaben von Foodwatch enthalten die untersuchten Trinkpäckchen, Dosen und Flaschen aktuell im Durchschnitt zehn Zuckerwürfel. Um die geplante Abgabe zu vermeiden, müssten die Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte teils um nahezu 50 Prozent reduzieren.

Über fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen 26 Cent pro Liter kosten

Diskutiert wird derzeit eine nach Zuckergehalt gestaffelte Abgabe nach dem Vorbild Großbritanniens. Nach dem Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit sollen Getränke mit mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter mit einer Abgabe von umgerechnet 26 Cent pro Liter belegt werden. Für Getränke mit mehr als acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter wären 32 Cent pro Liter fällig.

Laut Foodwatch haben in Großbritannien zahlreiche Hersteller ihre Rezepturen angepasst, um die dortige Zuckerabgabe zu vermeiden. Dadurch sei der Zuckergehalt von Softdrinks um 35 Prozent gesunken.

Der Foodwatch-Marktcheck

Foodwatch hat berechnet, wie stark Hersteller in Deutschland den Zuckergehalt ihrer Getränke senken müssten, um keine Abgabe zu zahlen:

  • Gönrgy Apfelringe (Gönrgy GmbH) minus 40,5 Gramm Zucker: Unrühmlicher Spitzenreiter im foodwatch-Check ist der Gönrgy-Energydrink. Pro 100 Milliliter enthält er 13 Gramm Zucker. In einer 500-Milliliter-Dose stecken also 65 Gramm oder fast 22 Zuckerwürfel. Will Gönrgy die Abgabe umgehen, müsste es 40,5 Gramm (13,5 Zuckerwürfel) weniger nutzen.

  • Durstlöscher Multivitamin 12-Frucht (Weser Gold) minus 35,5 Gramm Zucker: Mit 12 Gramm Zucker pro 100 Milliliter ist der Durstlöscher eine wahre Zuckerbombe. Das 500-Milliliter-Trinkpäckchen enthält ganze 60 Gramm. Zucker, also 20 Zuckerwürfel. Um der Limosteuer zu entgehen, müsste Weser Gold den Zuckergehalt um mehr als die Hälfte verringern, auf 24,5 Gramm Zucker oder etwas mehr als 8 Zuckerwürfel pro Päckchen.

  • Benny Kids Drinks Colamix (Deliqua Markenvertrieb GmbH) minus 14 Gramm Zucker: Der Hersteller des überzuckerten Cola-Getränks hätte den Anreiz, den Zuckergehalt der 330 Milliliter-Dose fast um die Hälfte zu reduzieren: von 30 Gramm auf 16 Gramm.

  • Sprite (Coca-Cola Europacific Partners Deutschland) minus 10 Gramm Zucker: Von 26 auf 16 Gramm müsste der Zuckergehalt der Sprite-Dose fallen, damit Hersteller Coca-Cola keine Steuer zahlen muss.

  • Fanta (Coca-Cola Europacific Partners Deutschland) minus 9 Gramm Zucker: In der 330-Milliliter-Dose Fanta stecken 25 Gramm Zucker. In Großbritannien enthält sie dank Zuckersteuer jetzt schon deutlich weniger. In Deutschland bald auch nur noch 16 Gramm?

  • Yippy Cherry (Rauch Fruchsäfte GmbH) minus 8 Gramm Zucker: Das Fruchtsaftgetränk enthält 7,3 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. In der 330-Milliliter-Trinkflasche stecken damit rund 24 Gramm Zucker oder 8 Zuckerwürfel. Soll es nicht teurer werden für Hersteller Rauch, müsste er den Gehalt pro Flasche um rund 8 Gramm reduzieren auf etwa fünfeinhalb Zuckerwürfel.

  • Fuze Tea Pfirsich (Coca-Cola Europacific Partners Deutschland) minus 8 Gramm Zucker: Eine 400-Milliliter-Flasche des Eistees enthält aktuell noch rund 9 Zuckerwürfel. Dank Zuckersteuer bald nur noch 6,5?

  • Solevita Multivitamin (Capri-Sun Vertriebs GmbH/Niederrhein-Gold GmbH) minus 6 Gramm Zucker: Multivitaminsaft hört sich gesund an, doch stecken in dem 200-Milliliter-Trinkpäckchen ganze 16 Gramm Zucker (etwa fünfeinhalb Zuckerwürfel). Solevita kann der Abgabe entgehen, wenn sie den Zuckergehalt um 2 Würfel reduzieren.

  • Capri-Sun Orange und Monsteralarm (Capri-Sun GmbH) minus 6 Gramm Zucker: Pro 200-Milliliter Trinkpäckchen enthalten Capri-Sun Orange und Capri-Sun Monsteralarm um die 16 Gramm Zucker. 6 Gramm zu viel, wenn die Zuckersteuer vermieden werden soll.

Besonders kritisch bewertet die Verbraucherorganisation den „Gönrgy-Drink Apfelringe“. Dieser enthalte pro Dose fast 22 Zuckerwürfel.

Pro Dose fast 22 Zuckerwürfel!

„Das zuckrigste Getränk im Check, der Gönrgy-Drink Apfelringe, enthält pro Dose fast 22 Zuckerwürfel. Das ist keine Erfrischung, das ist Körperverletzung“, erklärte Luise Molling von Foodwatch. Der flüssige Zucker sei besonders schädlich, da er den Körper in kurzer Zeit mit leeren Kalorien versorge.

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