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Multikohortenstudie zu blutbasierten Biomarkern

Bluttest prognostiziert Alzheimer-Risiko zehn Jahre im Voraus

Ein neuer Bluttest kann das Risiko, Alzheimer-Symptome zu entwickeln, bis zu zehn Jahre im Voraus vorhersagen: Höhere Plasmaspiegel von p-tau217 waren konsistent mit einem erhöhten Risiko für klinisches Fortschreiten und beschleunigtem kognitiven Abbau assoziiert. Gabriele Rohde-stock.adobe.com
ck
Medizin
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Eine longitudinale Kohortenstudie mit Daten aus Nordamerika, Japan und Australien zeigt: Ein neuer Alzheimer-Bluttest sagt das absolute langfristige Risiko eines klinischen Fortschreitens von Alzheimer bei kognitiv unbeeinträchtigten älteren Erwachsenen voraus.

Für ihre gepoolte Multikohortenstudie trugen die Forschenden Daten aus sechs Längsschnittstudien in Nordamerika, Japan und Australien zusammen.

Insgesamt nahmen 2.684 kognitiv unbeeinträchtigte ältere Erwachsene teil. Bei Studienbeginn wurden Blutproben auf den p-Tau217-Spiegel untersucht und eine PET-Untersuchung zur Bestimmung der Stoffwechselvorgänge im Körper duchgeführt, um einen Ausgangswert zu ermitteln.

Was ist der p-tau217-Wert?

Der p-tau217-Wert (plasmaphosphoryliertes Tau-Protein 217) ist ein hochpräziser Blut-Biomarker, der als einer der derzeit zuverlässigsten Indikatoren für die Früherkennung der Alzheimer-Krankheit gilt.

Die kognitive Funktion der Probanden wurde jährlich nachbeobachtet. Die erste Studienteilnahme erfolgte im Jahr 2004, die letzte Nachuntersuchung im Jahr 2025. Das Team erfasste die kognitiven Entwicklungsverläufe der Teilnehmenden und quantifizierte deren Risiko, im Laufe der Zeit kognitive Beeinträchtigungen zu entwickeln.

Höhere p-tau217-Werte korrelierten signifikant mit kognitiven Defiziten

Bei etwa 478 Teilnehmenden traten kognitive Beeinträchtigungen auf. Höhere p-tau217-Werte zu Studienbeginn korrelierten signifikant mit kognitiven Beeinträchtigungen. Personen mit sehr hohen p-tau217-Werten hatten ein Risiko von 38 Prozent, innerhalb von fünf Jahren kognitive Beeinträchtigungen zu entwickeln. Dieses Risiko stieg mit der Zeit und erreichte nach zehn Jahren 78 Prozent. Die Datenlage für den Zehnjahreszeitraum und darüber hinaus war jedoch deutlich dünner.

Ein Bluttest für den Biomarker phosphoryliertes Tau 217 (p-Tau217) erhielt kürzlich die Zulassung der US-Behörden. Es bestanden jedoch Zweifel daran, inwieweit solche Tests zuverlässig vorhersagen können, ob eine kognitiv gesunde Person eine kognitive Beeinträchtigung – ein Hauptsymptom der Alzheimer-Krankheit – entwickeln wird.

Der Bluttest kann mehr als Gehirnscans und Gentests

Die Studie belegt nun, dass der Bluttest wichtige Hinweise auf die zukünftige Entwicklung von Symptomen gibt, die über das hinausgehen, was Gehirnscans und Gentests liefern können. Dabei prognostizierte der Bluttest das Risiko unabhängig von anderen bekannten Risikofaktoren, darunter Amyloid-Beta-Plaques, die in PET-Scans sichtbar sein können, und bekannte genetische Risikofaktoren (wie APOE4).

„Dies ist ein entscheidender Schritt, um besser zu verstehen, was p-tau217 über das Risiko einer Person für kognitive Beeinträchtigungen aussagen kann“, bekräftigt Hauptautorin Dr. Rachel F. Buckley, kognitive Neurowissenschaftlerin am Mass General Brigham Neuroscience Institute in Boston, Massachusetts (USA).

„Das Besondere an dieser Arbeit ist, dass sie das individuelle Risiko für kognitive Beeinträchtigungen abschätzt. Wir haben Daten aus sechs Kohorten zusammengeführt und so einen großen und vielfältigen Datensatz erstellt. Dennoch fanden wir konsistente Ergebnisse, die zeigen, wie p-tau217 das Risiko im Zeitverlauf beeinflusst.“

Die Wissenschaftler räumen ein, dass obwohl die Studie viele Stärken aufweise, sie durch die Selektionsbias eingeschränkt und sei und sich auf relativ kurzfristige Risiken anstatt auf lebenslange Risiken konzentriere.

Künftige Studien seien daher erforderlich, um die Ergebnisse in größeren und repräsentativeren Bevölkerungsgruppen zu bestätigen. Im weiteren Verlauf dieser Studien könnten individualisierte Einschätzungen, einschließlich des prognostischen Werts des Biomarkers, frühere Behandlungs- und Überwachungsentscheidungen ermöglichen.

Buckley RF, Townsend DL, Birkenbihl CJ, et al. Prognostic Value of Blood-Based P-Tau217 Levels for Progression to Cognitive Impairment. JAMA. Published online July 14, 2026. doi:10.1001/jama.2026.12556

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