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Review zum Management in der Praxis

Was Zahnärzte bei Patienten mit Hämophilie wissen müssen

Für die meisten Menschen ist eine Zahnextraktion oder eine subgingivale Reinigung ein kleiner Eingriff. Bei Personen mit Hämophilie kann schon das Zähneputzen starke, anhaltende Blutungen auslösen. Creative Cat Studio-stock.adobe.com
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Zahnmedizin
Chirurgie
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Ein Mini-Review fasst zusammen, worauf es bei der zahnärztlichen Behandlung von Menschen mit Hämophilie ankommt – von der präoperativen Planung bis zur Prävention.

Das Mini-Review von Forschenden aus Indien fasst die aktuelle Evidenz und klinische Orientierung zum zahnärztlichen Management von Hämophilie zusammen. Ziel ist, Zahnärztinnen und Zahnärzten mehr Sicherheit bei der Behandlung dieser Patientengruppe zu vermitteln.

Hintergrund

Hämophilie ist eine erbliche Blutgerinnungsstörung. Hämophilie A ist die häufigere Form und betrifft weltweit etwa einen von 5.000 männlichen Neugeborenen. Ursache ist ein Mangel an Gerinnungsfaktor VIII. Hämophilie B ist seltener und beruht auf einem Mangel an Faktor IX. Beide Formen erhöhen das Blutungsrisiko bei Eingriffen, bei denen Gingiva oder Knochen verletzt werden. Die Mundhöhle ist dabei besonders vulnerabel, weil sie Speichel, Kaukräften und wiederholten Mikrotraumata ausgesetzt ist.

Vor jedem invasiven zahnärztlichen Eingriff – darunter Extraktionen, subgingivales Scaling oder Leitungsanästhesien in gefäßreichen Regionen – müssen Art und Schweregrad der Hämophilie sorgfältig erfasst werden. Entscheidend ist auch, ob inhibitorische Antikörper vorliegen, die eine Standard-Substitutionstherapie blockieren können.

Grundlage bleibt die Gabe von Gerinnungsfaktoren

Grundlage eines sicheren zahnärztlichen Managements bleibt die hämatologisch gesteuerte Gabe von Gerinnungsfaktoren vor und nach dem Eingriff. Ergänzend kommen lokale Maßnahmen infrage, etwa resorbierbare Nähte, kollagen- oder gelatinbasierte Hämostyptika, Fibrinkleber sowie antifibrinolytische Mundspülungen mit Tranexamsäure.

Gerinnungsfaktor-Konzentrate mit verlängerter Halbwertszeit, bispezifische Antikörper wie Emicizumab, die die Funktion von Faktor VIII nachahmen, sowie frühe Ansätze der Gentherapie können dabei beeinflussen, wie Blutungsrisiken vor zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen eingeschätzt und geplant werden müssen.

Auch dentale Laser werden als Möglichkeit genannt, Weichgewebsblutungen während Eingriffen zu reduzieren. Zudem enthält das Review eine Kurzübersicht mit Entscheidungshilfen zu präoperativer Abklärung, eingriffsspezifischem Management, lokalen Blutstillungsmaßnahmen, Arzneimittelverordnung und postoperativen Instruktionen.

Prävention geht vor Intervention

Schlechte Mundhygiene, häufig bedingt durch Angst vor Blutungen beim Zähneputzen oder bei der Interdentalpflege, macht Hämophilie-Patientinnen und -Patienten anfälliger für Karies und Parodontalerkrankungen. Regelmäßige, risikoarme Präventionsmaßnahmen – etwa Kontrolluntersuchungen, Fluoridierungen oder Fissurenversiegelungen – sind deshalb besonders wichtig.

Bei invasiveren Eingriffen ist die enge Abstimmung zwischen zahnärztlichem Team und Hämatologie Voraussetzung für eine sichere Versorgung. Als Analgetikum sollte Paracetamol bevorzugt werden; Acetylsalicylsäure und andere entzündungshemmende Schmerzmittel können die Thrombozytenfunktion beeinträchtigen und das Blutungsrisiko erhöhen.

Analgetikum sollte Paracetamol sein

Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine narrative Übersichtsarbeit handelt, nicht um ein systematisches Review. Die Aussagekraft der Schlussfolgerungen ist daher begrenzt.

Singh S, Kumar A, Vishwakarma A, Smith A, Jain M. Navigating haemophilia in dental practice: practical insights and updates. Open Med J. 2026;13:e18742203426543. doi:10.2174/0118742203426543260506103844

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