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Expositionen gegenüber Umweltbelastungen

Milchzähne sind Zeitkapseln

Milchzähne können chronologische Informationen über die Aufnahme von Spurenelementen und Umweltkontaminanten speichern. uflypro - adobe.stock.com
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Zahnmedizin
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Milchzähne können Informationen über Umweltbelastungen während der Schwangerschaft und frühen Kindheit speichern und damit Einblicke in sensible Entwicklungsphasen liefern.

Anhand von Milchzähnen lassen sich Expositionen gegenüber Umweltbelastungen von der pränatalen Phase bis in die frühe Kindheit rekonstruieren. Darauf weist Dr. Synnøve Stokke Jensen von der Universität Bergen in Norwegen in ihrer Doktorarbeit „Biomarkers in Human Primary Teeth in Epidemiological Research“ hin.

„Milchzähne liefern eine einzigartige Zeitleiste der frühen Lebensphase“, erklärt Stokke Jensen „Sie bewahren Informationen aus Schwangerschaft und Kindheit, die sich rückwirkend auf andere Weise nicht erfassen lassen. Dies ermöglicht es uns, Umwelteinflüsse während sensibler Entwicklungsphasen mit beispielloser Detailgenauigkeit zu untersuchen.

Grundlage ihrer Dissertation waren Daten und biologische Proben aus der Norwegian Mother, Father and Child Cohort Study (MoBa) und der MoBaTooth-Biobank. Die Forscherin führte drei Studien zusammen, in denen im Dentin von Milchzähnen gespeicherte Spurenelemente und Umweltkontaminanten untersucht wurden.

Milchzähne als wichtiges Instrument der epidemiologischen Forschung

In der ersten Studie wurden Referenzwerte für ein breites Spektrum von Spurenelementen in Milchzähnen erstellt. Die zweite zeigte einen engen Zusammenhang zwischen der Bleibelastung von Müttern während der Schwangerschaft und den Bleiwerten in den Milchzähnen ihrer Kinder. Die dritte Arbeit identifizierte Unterschiede in bestimmten Spurenelementmustern von Kindern mit und ohne Autismus-Spektrum-Störung. Daraus lasse sich jedoch kein kausaler Zusammenhang ableiten, erklärt Stokke Jensen. Die Ergebnisse zeigten vielmehr das Potenzial von Milchzähnen als Biomarker, um mögliche Umwelteinflüsse auf die Neuroentwicklung zu untersuchen.

Da Zähne schichtweise wachsen, speichern sie chronologische Informationen über die Aufnahme essenzieller Nährstoffe und von Umweltkontaminanten. Nach Einschätzung der Autorin könnten Milchzähne daher ein wichtiges Instrument der epidemiologischen Forschung sein, um den Einfluss früher Umweltfaktoren auf die Gesundheit besser zu verstehen.

„Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Milchzähnen als innovatives Forschungsinstrument, um zu verstehen, wie frühkindliche Umwelteinflüsse die Gesundheit über die gesamte Lebensspanne prägen können“, fasst Stokke Jensen ihre Ergebnisse zusammen.

Stokke Jensen, S., 2025. Biomarkers in human primary teeth in epidemiological research : The Norwegian Mother, Father and Child Cohort study (MoBa) and the MoBaTooth Biobank. Doctoral thesis. University of Bergen. https://hdl.handle.net/11250/5324792

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