Analoge OPG-Röntgenfilme werden knapp
Das Unternehmen Carestream, früher Kodak, stellt die Produktion extraoraler Dentalfilme ein. Zahnarztpraxen, die mit dieser Technologie arbeiten, sollten jetzt handeln, raten Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Landeszahnärztekammern. Nach aktuellem Stand gibt es auf dem deutschen Markt damit keine Röntgenfilme für die extraorale Anwendung mehr. Der BZÄK zufolge sei die Produktion „entgegen früherer Ankündigungen im Juni 2026 überraschend“ eingestellt worden.
Was können Praxen jetzt tun?
Die Landeszahnärzekammer Baden-Württemberg weist darauf hin, dass es einzelne Depots gibt, die noch Restbestände und auch Filme anderer, möglicherweise kleinerer Hersteller, anbieten. Bei der Umstellung auf einen neuen Film müssten Praxen aber dringend an die notwendige überlappende Konstanzprüfung zur Sicherung gleichbleibender Bildqualität der Röntgenaufnahmen denken. Die BZÄK unterstreicht zudem, dass Restbestände nach EU-Verordnung 2017/745 (MDR) zertifiziert sein müssen.
Angesichts des sich abzeichnenden dauerhaften Mangels an analogen Produkten empfiehlt die Landeszahnärzekammer Sachsen Praxisinhaberinnen und -inhabern, einen Umstieg auf digitale Bildgebungsverfahren für sich zu prüfen.
Insbesondere für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die kurz vor dem Ruhestand stehen und keine Nachfolge haben, galt ein potenziell teurer Umstieg auf Speicherfolie nicht mehr als praktikabel, da von einer Einstellung des Scanner-Vertriebs ausgegangen wurde.
Wie uns Dürr Dental mitteilte, hat man im Unternehmen jedoch als unmittelbare Reaktion auf den aktuellen OPG-Filmengpass die entsprechenden Speicherfolienscanner reaktiviert und ein zielgerichtetes Aktionspaket für betroffene Praxen aufgelegt, das einen niederschwelligen Umstieg entlang der gewohnten Abläufe ermöglicht.
Die BZÄK teilte mit, dass sie im intensiven Austausch mit dem Bundesverband Dentalhandel (BVD) steht, um zeitnah Lösungen zu finden. Geprüft werde derzeit die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen durch die zuständige Behörde gemäß Artikel 59 MDR für verfügbare Produkte aus Asien und Osteuropa. Zeitgleich erarbeiten Dentalhändler gemeinsam mit Herstellern daran, den Umstieg auf digitale Röntgentechnik zu erleichtern.
In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass Dürr-Dental die entsprechenden Speicherfolien-Scanner nicht mehr vertreibt. Das stimmt nicht: Das Unternehmen hat die Produktion aufgrund des Engpasses wieder aufgenommen. Wir haben die Passage korrigiert.



