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Krebsprävention

HPV-Impfung mit geringerem Krebsrisiko bei Männern verbunden

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Zahnmedizin
Studienergebnisse zeigen, dass der 9-valente HPV-Impfstoff bei Männern mit einem niedrigeren Risiko für verschiedene HPV-assoziierte Krebserkrankungen verbunden war – darunter Kopf-Hals-Karzinome.

HPV-Impfungen schützen nicht nur vor Zervixkarzinomen. Auch Jungen und junge Männer können von der Impfung gegen Humane Papillomviren profitieren. Darauf weist eine aktuelle Studie in „JAMA Oncology“ hin, in der Forschende den Zusammenhang zwischen einer Impfung mit dem 9-valenten HPV-Impfstoff und dem Auftreten HPV-assoziierter Krebserkrankungen bei Männern untersucht haben.

Für die multizentrische retrospektive Kohortenstudie werteten die Forschenden Daten aus einer großen Gesundheitsdatenbank aus. Eingeschlossen wurden männliche Personen im Alter von 9 bis 26 Jahren, die zwischen Januar 2016 und Dezember 2024 mindestens eine Dosis des 9-valenten HPV-Impfstoffs erhalten hatten, sowie ungeimpfte Männer derselben Altersgruppe. Insgesamt identifizierten die Forschenden zunächst 615.155 geimpfte und 2.290.623 ungeimpfte Männer. Nach einem Propensity-Score-Matching wurden jeweils 510.260 Personen in der Impf- und Kontrollgruppe miteinander verglichen.

RKI: So lässt sich die HPV-Impfbereitschaft steigern

Nur etwa die Hälfte der 15-jährigen Mädchen und ein Drittel der gleichaltrigen Jungen in Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vollständig gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft (Stand 2024). Um herauszufinden, wie sich die HPV-Impfbereitschaft nachhaltig verbessern lässt, hat das RKI im Januar 2023 die Studie InveSt HPV auf den Weg gebracht.

Es mangelt an Wissen – bei den Eltern...

Im Rahmen der Studie wurden telefonische Elternbefragungen durchgeführt. Dabei kam heraus, dass sich weniger als die Hälfte der Eltern an eine Impfempfehlung ihrer Ärztin oder ihres Arztes erinnern konnte. Außerdem zeigte sich ein Drittel der befragten Väter und Mütter gegenüber der HPV-Impfung zögerlich, schreibt das RKI. Eltern von Mädchen seien gegenüber der Impfung positiver eingestellt als die von Jungen. Die Befragungen hätten häufig Falschwissen, Unsicherheiten und Ängste zutage gefördert.

... und bei Fachkräften

Die Befragungen von Ärztinnen, Ärzten und MFA ergaben zwar insgesamt eine sehr positive Einstellung zur HPV-Impfung, es bestanden jedoch fachliche Unsicherheiten, etwa bei den Themen Lebenszeitprävalenz, HPV-Typen und Kontraindikationen. Bei MFA waren die Wissenslücken laut der Studie stärker ausgeprägt als bei der Ärzteschaft. „Als besonders herausfordernd wird der Umgang mit elterlichen Aussagen empfunden, die von Ängsten zur HPV-Impfung oder Misstrauen gegenüber der HPV-Impfung geprägt sind“, teilt das RKI außerdem mit.

Schulungen erzielten positive Effekte

Um dem entgegenzuwirken, testeten die Forschenden zwei Strategien zur Förderung der Impfbereitschaft und brachten diese in Kinderarztpraxen in Bremen und ausgewählten Landkreisen in Bayern zur Erprobung. Ansatz eins fokussierte sich auf die Vermittlung von Wissen zu HPV und zur HPV-Impfung, Ansatz zwei auf den Ausbau von Kommunikations- und Gesprächstechniken.

Beide Schulungsansätze verfolgten das Ziel, Fachkräfte in die Lage zu versetzen, selbstsicherer und souveräner auf Fragen zur HPV-Impfung einzugehen. „Die Ergebnisse zeigen, dass beide Interventionen zu einer signifikanten Steigerung der HPV-Impfzahlen im niedrigeren zweistelligen Bereich führten“, so das Fazit des RKI.

Wie gelingt der Transfer in die Praxis?

Auch dieser Frage ging die Studie nach. Als zentrale Voraussetzung nennt das RKI hier die zielgerichtete Ansprache von Praxen und die aktive Bewerbung von Schulungen für Praxis-Teams. Zudem könnten Anreizsysteme, etwa durch Fortbildungspunkte, oder die Ausweitung auf weitere Fachrichtungen wie Allgemeinmedizin und Gynäkologie effektive Maßnahmen sein. Um die Schulungen fest in der Gesundheitsversorgung zu verankern, müsse eine langfristige Finanzierung sichergestellt werden.

Als primärer Endpunkt wurden HPV-assoziierte Krebserkrankungen zusammengefasst, darunter Kopf-Hals-, Ösophagus-, Anal- und Peniskarzinome. Im Vergleich zur ungeimpften Kohorte zeigte sich in der Impfgruppe ein signifikant niedriges Erkrankungsrisiko (Hazard Ratio 0,54). Der Zusammenhang zeigte sich sowohl bei Jungen, die im Alter von 9 bis 14 Jahren geimpft worden waren, als auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 26 Jahren. In beiden Altersgruppen war die Inzidenz HPV-assoziierter Krebserkrankungen in der geimpften Gruppe geringer als in der ungeimpften Vergleichsgruppe.

Die Autoren sehen die Ergebnisse als weiteren Hinweis darauf, dass eine HPV-Impfstrategie für beide Geschlechter sinnvoll sein kann. Es ist allerdings zu beachten, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Die Daten zeigen eine Assoziation zwischen Impfung und niedrigerem Krebsrisiko, beweisen aber keinen kausalen Zusammenhang.

Kitano T, Yoshida S. Nine-Valent Human Papillomavirus Vaccination and Related Cancers in Males. JAMA Oncol. 2026 Apr 9:e260496. doi: 10.1001/jamaoncol.2026.0496. Epub ahead of print. PMID: 41954909; PMCID: PMC13067135.

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