Drei adaptierte Impfstoffe

STIKO empfiehlt Booster mit angepassten Vakzinen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Auffrischimpfungen für Menschen ab 12 Jahren die Verwendung der an die Omikron-Varianten BA.1 und BA.4/5 angepassten Vakzine.

Erst Mitte September hatte die Europäische Kommission den angepassten COVID-Impfstoff „Co­mirnaty” von BioNTech/Pfizer zugelassen. Das neue Vakzin soll noch besser gegen die Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 schützen und ist als Auffrischimpfung für alle Menschen ab 12 Jahren mit Grundimmunisierung gedacht. seventysix/aquir - stock.adobe.com

Update

Vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem vorgeschriebenen Stellungnahmeverfahren gab die STIKO laut Pressemitteilung vom 20. September folgende Empfehlungen:

„Die STIKO empfiehlt, für alle Auffrischimpfungen (Booster) ab 12 Jahren vorzugsweise einen der zugelassenen und verfügbaren Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoffe einzusetzen. Dies gilt sowohl für die BA.1- als auch die BA.4/5-adaptierten Impfstoffe, da beide im Vergleich zu den bisherigen monovalenten mRNA-Impfstoffen eine verbesserte Antikörperantwort gegenüber verschiedenen Omikron-Varianten auslösen und gegenüber dem Wildtyp-Virus eine gleichbleibend gute Antikörperantwort erzielen.

Im Einzelnen spricht die STIKO zu den COVID-19-Auffrischimpfungen (Booster) folgende Empfehlungen aus:

  1. Allen Personen ab 12 Jahren wird grundsätzlich eine Auffrischimpfung (3. Impfung) empfohlen, vorzugsweise mit einem Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoff, die im Regelfall 6 Monate nach abgeschlossener Grundimmunisierung oder durchgemachter Infektion verabreicht wird.

    • a. Ab dem Alter von 12 Jahren kann „Comirnaty Original/Omicron BA.1“ oder „Comirnaty Original/Omicron BA.4/BA.5“ eingesetzt werden;
    • b. Ab dem Alter von 30 Jahren kann alternativ auch mit „Spikevax bivalent Original /Omicron BA.1“ geimpft werden.
  2. Für folgende Personengruppen wird eine weitere Auffrischimpfung (4. Impfung) empfohlen, vorzugsweise mit einem Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoff, im Abstand von 6 Monaten zum letzten immunologischen Ereignis (Impfung oder SARS-CoV-2-Infektion):
    a. Personen ab dem Alter von 60 Jahren
    b. Personen im Alter ab 12 Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, insbesondere Immundefizienz
    c. Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere solche mit direktem PatientInnen- bzw. BewohnerInnenkontakt
    d. BewohnerInnen in Einrichtungen der Pflege
    e. Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  3. Bei besonders gefährdeten Personen (z.B. Hochbetagte, Personen mit Immundefizienz) kann es sinnvoll sein – abhängig von den bisherigen Antigenkontakten (Impfungen und Infektionen) und entsprechend der 21. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung – nach dem 4. Ereignis (z.B. 2. Auffrischimpfung) noch eine weitere (d.h. eine 5.) Impfstoffdosis zu verabreichen. Auch hierfür gilt der 6-Monatsabstand zur letzten Impfung oder Infektion. Die Indikation sollte unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands und des individuellen Erkrankungsrisikos mit ärztlicher Beratung getroffen werden.
  4. Besteht im Alter von 5 bis 11 Jahren eine besondere Indikation für die Durchführung einer Auffrischimpfung (siehe 21. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung), sollen weiterhin die für diese Altersgruppe empfohlenen und zugelassenen monovalenten Wildtyp-Impfstoffe verwendet werden.
  5. Die STIKO geht davon aus, dass besonders Personen, die während der seit Dezember 2021 laufenden Omikronwelle noch keine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, von einer Auffrischimpfung mit einem Omikron-adaptierten Impfstoff profitieren, da diese Personen eine weniger breite Immunantwort hinsichtlich varianter Spikeproteine von Omikron besitzen dürften.”

Im Vorfeld der Entscheidung hatten Mitglieder der STIKO am Robert Koch-Institut und des Corona-Expertenrats der Bundesregierung im Rahmen eines Pressegesprächs mit dem Informationsnetzwerk Science Media Center Germany (SMC) ihre Abwägungen zur Impfempfehlung öffentlich dargelegt.

Vielbeachtet war die Äußerung von Gremiumsmitglied Prof. Dr. Christian Bogdan, Direktor des Mikrobiologischen Instituts des Universitätsklinikums Erlangen, die STIKO wolle für Auffrischungen vorzugsweise die angepassten Impfstoffe empfehlen. Final war diese Festlegung zum Zeitpunkt des Gesprächs aber noch nicht, sagte er. An den Kriterien für die Gabe von ersten und zweiten Auffrischimpfungen ändere die Entscheidung nichts, so Bogdan.

„Bisherige Impfstoffe können weiterverwendet werden”

„Wir haben jetzt drei adaptierte Impfstoffe, die man mit gutem Gewissen einsetzen kann, die uns eine Verbreiterung der Immunantwort erlauben”, sagte Bogdan. „Die STIKO hat sich in dem vorliegenden Beschluss entschieden, dass wir uns für eine vorzugsweise Anwendung dieser Impfstoffe ausgesprochen haben”, erläuterte er. „Das heißt nicht, dass die bisherigen Impfstoffe nicht mehr benutzt werden können.” Diese könnten natürlich weiterhin verwendet werden.

Verfolgen Sie das Pressegespräch im Video:

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