Studie aus Berlin und Mannheim

Verbot von Querdenker-Demos hätte bis zu 21.000 Infektionen verhindern können

Bis zu 21.000 Infektionen hätten verhindert werden können, wenn alleine zwei große „Querdenker“-Kundgebungen vor Weihnachten abgesagt worden wären, auf denen die Teilnehmer größtenteils die Hygiene- und Abstandsregeln missachteten.

Die Forscher weisen darauf hin, dass eine kleine mobile Minderheit, die die Abstands- und Hygieneregeln nicht beachtet, ein großes Risiko für die Virusausbreitung in der Gesellschaft sein kann. Adobe Stock_Markus

Am 7. November fuhren rund 20.0000 Querdenker laut Polizeiangaben mit dem Bus zu einer Demo nach Leipzig und am 18. November gut 10.000 Querdenker zu entsprechenden Kundgebungen nach Berlin. Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW Mannheim) und der Humboldt-Universität zu Berlin haben nun diese Reisebewegungen ausgewertet.

Eine mobile Minderheit reicht aus, um das Virus zu verbreiten

Für die Studie analysierten die Wissenschaftler die Reisedaten, die von einem Netzwerk von Busunternehmen stammen, die sich seit dem Sommer auf den Transport von Querdenkern zu Kundgebungen spezialisiert hatten, und ermittelten so die Herkunftsregionen. Im Ergebnis kam es zu einen eindeutigen Anstieg der Infizierten-Zahlen in den Landkreisen, die von den Bussen angefahren wurden. Die Wissenschaftler schätzen, dass bis Weihnachten zwischen 16.000 und 21.000 Infektionen hätten verhindert werden können, wenn diese beiden großen „Querdenker“-Kundgebungen abgesagt worden wären, auf denen die Teilnehmer größtenteils die Hygiene- und Abstandsregeln missachteten.

Die Sieben-Tages-Inzidenz stieg dort bis Weihnachten um 40

So stieg die Sieben-Tages-Inzidenz nach den Demonstrationen deutlich stärker in Landkreisen an, in denen Städte mit einer solchen Busverbindung lagen, als in Landkreisen ohne solche Busverbindungen. Dies hatte bis Weihnachten einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz um 40 in den betroffenen Landkreisen zur Folge. Die Forscher weisen in der Schlussfolgerung darauf hin, dass eine kleine mobile Minderheit, die die Abstands- und Hygieneregeln nicht beachtet, ein großes Risiko für die Virusausbreitung in der Bevölkerung sein kann. Das individuelle Verhalten des Einzelnen spiele gerade in der zweiten Welle eine wichtige Rolle. Sie weisen auch auf die Kosten hin, die dadurch der Gesellschaft entstehen.

Individuelles Fehlverhalten birgt große Risiken für die Gesellschaft

Die Analyse quantifiziert auch erstmals den Zielkonflikt zwischen der Einschränkung von Freiheitsrechten und den gesundheitspolitischen Maßnahmen zum Infektionsschutz. Das individuelle Verhalten – wenn Personen beispielsweise entgegen der geltenden Regeln keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen oder Abstandsregeln missachten – kann somit große Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben. „Eine mobile Minderheit, die sich nicht an geltende Hygieneregeln hält, kann so ein erhebliches Risiko für andere Personen darstellen“, bekräftigt Koautor Dr. Martin Lange aus Mannheim.

Lange, M., Monschuer, O. et al. in "Spreading the Disease: Protest in Times of Pandemics"

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