KBV-Praxisbarometer

IT-Sicherheit steht ganz oben

Erstmals zeigt eine repräsentative Studie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), wie digitalisiert deutsche Arztpraxen sind - und wo Mediziner Chancen (elektronische Medikationspläne, digitaler Notfallsatz) und Risiken (IT-Sicherheit) sehen.

100 Prozent der angesprochenen Praxen rechnen digital ab, 73 Prozent haben die Patientendokumentation mehrheitlich oder vollständig digitalisiert. Sechs von zehn Hausärzten nutzen eine digitale Anwendung zur Arzneimitteltherapiesicherheit. KBV

Alle angesprochenen Praxen rechnen digital ab, 73 Prozent haben die Patientendokumentation mehrheitlich oder vollständig digitalisiert. Sechs von zehn Hausärzten nutzen eine digitale Anwendung zur Arzneimitteltherapiesicherheit.

Wie die Digitalisierung eine patientengerecht Zukunft schaffen kann

Chancen, mithilfe der Digitalisierung die Zukunft patientengerecht zu gestalten, liegen nach Einschätzung der Ärzte in elektronischen Medikationsplänen (54 Prozent), digitalen Notfalldatensätzen (49 Prozent) sowie digitalen Verordnungen (44 Prozent). Auch in der Einrichtung eines digitalen Mutter- beziehungsweise Impfpasses (43 Prozent) und einrichtungsübergreifender digitaler Patientenakten (38 Prozent) sehen viele Ärzte großes Potenzial für die Patientenversorgung.

„Besonders interessant sind die Informationen darüber, welche Chancen und Gefahren niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten in der Digitalisierung sehen. Die Zahlen geben uns außerdem einen guten Überblick über den aktuellen technischen Stand“, kommentiert KBV-Chef Dr. Andreas Gassen die Ergebnisse.

Sinnvolle eAnwendungen

Digitale Anwendungen, die Ärzte in der gesetzlichen Krankenversicherung für sinnvoll und hilfreich halten, sind der eArztbrief, der eMedikationsplan, digitale Verordnungen, ein digitaler Notfalldatensatz, ein digitaler Mutterpass und ein ebensolcher Impfpass sowie die einrichtungsübergreifende digitale Patientenakte.

Hemmnisse: Sicherheitslücken und Fehleranfälligkeit der IT

Als Hemmnisse für eine fortschreitende Nutzung digitaler Angebote werden Sicherheitslücken und Fehleranfälligkeit in der IT genannt, außerdem fehlende Angebote und eine mangelhafte verfügbare Internetgeschwindigkeit.

"Wir sehen: Digitalisierung ist kein Allheilmittel und kein Selbstzweck", bilanziert Gassen. "Es kommt auf planvolle Umsetzung, sinnvolle Einbettung und Funktionalität im Praxisalltag an“, fasst Gassen zusammen. „Die Industrie muss den Praxen sichere, funktionale und bezahlbare Lösungen bieten, so können auch Skeptiker überzeugt werden. Digitalisierung soll ärztliches Handeln unterstützen, nicht beeinträchtigen“, fügt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel an.

In deutlich mehr als der Hälfte der beteiligten Praxen sind die Patientendokumentation, die Terminplanung und das Wartezeitenmanagement weitgehend digitalisiert. Drei Viertel der Arztpraxen verfügen über medizinische Geräte mit digitalen Schnittstellen (unter größeren sogar 90 Prozent). Allerdings sind nur in etwas mehr als einem Drittel - und rund einem Fünftel der größeren Praxen - die Geräte nicht oder nur teilweise mit dem Praxis-EDV-System verbunden.

Digitale Kommunikation mit anderen

Der digitale Datenaustausch unter den Praxen und mit anderen ambulanten Einrichtungen konzentriert sich weitgehend auf den Empfang von Labordaten. Dies wird von rund zwei Drittel der angeschriebenen Arztpraxen genutzt. Deutlich seltener sind der digitale Empfang von Befunddaten, Bildmaterial zur Diagnostik oder Arztbriefen sowie der digitale Versand eigener Daten (zwischen 13 und 17 Prozent) – gleichwohl sieht die Mehrheit darin das größte bislang ungenutzte Potenzial digitaler Datenübertragung.

Für die verbreitete Nutzung einer einrichtungsübergreifenden digitalen Patientenakte sind der Umfrage zufolge nur rund 37 Prozent der Befragten (eher) bereit, ihre Dokumentationen auf einheitliche Standards umzustellen, um einen schnellen Datenaustausch mit anderen Einrichtungen zu ermöglichen. Unter den spezialisierten beziehungsweise interdisziplinären Facharztpraxen sind es deutlich mehr (50 Prozent und 54 Prozent).

Etwa 13 Prozent der beteiligten Praxen kommunizieren mit Patienten außerhalb der Praxis mindestens zur Hälfte auf digitalem Weg. Jüngere Ärzte tun dies häufiger (rund ein Fünftel). Dabei ist E-Mail die bevorzugte digitale Kommunikationsform.

IGES Institut im Auftrag der KBV

Die repräsentative Befragung wurde im Auftrag der KBV vom IGES Institut durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. Dafür wurden im Mai 2018 rund 7.000 Praxen von Vertragsärzten und -psychotherapeuten angeschrieben, von denen 1.542 an der Befragung teilnahmen. Hinzu kamen 222 Praxen, die denselben Fragebogen in einem parallel durchgeführten offenen Teil der Befragung beantworteten. Somit konnten Angaben von insgesamt 1.764 Praxen ausgewertet werden, davon 1.754 Praxen gemäß den Schichtungsmerkmalen der Stichprobe. Darüber hinaus wurden auch die KVen zum Ausmaß der Digitalisierung ihrer Kommunikation und Datenübermittlung mit ihren Mitgliedern sowie zum Spektrum ihrer digitalen Service-Angebote befragt.

Auf Anfrage stellt die Interessenvereinigung der Kassenärzteschaft den Datensatz in anonymisierter Form zur Verfügung.

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