Chaotische Zustände in Gesundheitszentren

Katalanische Ärzte und Pfleger beenden Streik – vorerst

Weil drei Viertel aller Ärzte und Krankenpfleger in Katalonien wegen Überlastung streikten, herrschte tagelang Chaos in staatlichen Gesundheitszentren. Freitag lenkte die Regionalregierung schließlich ein.

Wilde Tage in Barcelona: 75 Prozent der katalanischen Ärzte und Pfleger demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungen. Nachdem ihnen dies die Regionalregierung zusicherte, beendeten sie den Streik am Freitag. zm_Facebook_Metges de Catalunya

Die Ärzte und Krankenpfleger protestierten in Barcelona für mehr Investitionen ins öffentliche Gesundheitssystem und bessere Arbeitsbedingungen. "Der Hauptgrund ist die Überlastung in der Pflege, die ein unhaltbares Niveau erreicht hat, und die Verschlechterung der Bedingungen, unter denen wir gezwungen sind, unsere Arbeit zu verrichten", erklärte Óscar Pablos, Sprecher der Ärzte-Gewerkschaft Metges de Catalunya (MC), gegenüber La Vanguardia, der meistverkauften Tageszeitung Kataloniens. Der Zeitung zufolge wurden zu Beginn des Streiks die Hauptverkehrsader Gran Vía blockiert und der Sitz der regionalen Behörde für Gesundheit "Institut Català de la Salut" (ICS) besetzt.

Pablos zufolge geht das Problem auf das Jahr 2010 zurück, weil in dem Jahr viele Ärzte aus dem katalanischen Gesundheitswesen ausgeschieden sind. "Von 2010 bis 2017 haben wir laut ICS 920 Ärzte verloren", erklärte Pablos.

Forderung: zwölf Minuten pro Patient

Der Verlust dieser Fachkräfte zusammen mit dem Verlust materieller Ressourcen habe zu einer Überlastung der Ärzte geführt, heißt es bei La Vanguardia weiter. "Jeder Facharzt muss viel mehr Patienten annehmen als angemessen ist", sagte Pablos. "Außerdem sind viele dieser Menschen älter, anfälliger und abhängig vom System." Das führe zu einer geringeren Qualität bei der Hilfe. Deshalb fordert Metges de Catalunya, dass "für die persönliche Behandlung mindestens zwölf Minuten pro Besuch und für die Fernbehandlung mindestens sechs Minuten" zugrunde gelegt werden.

Außer mehr Personal verlangen die Ärzte laut der überregionalen Zeitung "El País" zudem ein Limit von 28 Patienten pro Tag, um jeden Patienten zumindest zwölf Minuten lang untersuchen und behandeln zu können.

Ergebnis: 250 neue Ärzte und 100 Millionen Euro Investitionen

Die Regionalregierung lenkte laut der katalanischen Zeitung "Emporda" schließlich ein: Gesundheitsbehörde und Gewerkschaft einigten sich demnach am vergangenen Freitag darauf, das Verhältnis von 1.800 auf 1.300 Patienten je Fakultät zu reduzieren und zusätzliche Überstunden zu bezahlen, 250 neue Ärzte einzustellen und 100 Millionen Euro ins Gesundheitssystem zu investieren. Daraufhin wurde der viertägige Streik beendet. 

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