Medizin

Lepra gibt es immer noch

Mit weit mehr als 200.000 neuen Leprafällen weltweit pro Jahr ist die Infektionskrankheit noch nicht besiegt. Der Lepra-Tag am 25. Januar soll auf diese Gefahr aufmerksam machen.

Zwar ist Lepra in Ländern mit entwickelter Gesundheitsversorgung nahezu ausgerottet. Als Krankheit der Armen bleibt sie für die arme Bevölkerung von Ländern wie Indien oder Brasilien ein großes Problem. In Deutschland wurden laut Robert Koch-Institut (RKI)  in 2012 und 2013 sechs Fälle gezählt - allesamt aus anderen Ländern importiert.

95 Prozent der Menschen sind immun

Lepra wurde schon in der Bibel beschrieben und an Mumien im alten Ägypten nachgewiesen. Der Erreger Mycobacterium leprae wird wahrscheinlich per Tröpfcheninfektion übertragen. Die durchschnittliche Inkubationszeit beträgt vier bis sechs Jahre. Die chronische Krankheit ist vollständig heilbar. Laut RKI können nur fünf Prozent der Weltbevölkerung überhaupt erkranken, der Rest ist immun.

Bei mehr als jedem zehnten wird die Krankheit so spät entdeckt, dass bleibende körperliche Schäden zurückbleiben. Laut Deutscher Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) kostet eine Therapie durchschnittlich 50 Euro pro Patient. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von rund 215.000 Neuinfektionen pro Jahr aus. Hinzu kommen geschätzte 15.000 neue Leprafälle weltweit, die laut Deutscher Lepra- und Tuberkulosehilfe, von den Ländern entweder nicht gemeldet werden oder in der offiziellen Statistik aus anderen Gründen nicht auftauchen.