Medizin

Medizinstudenten lernen Flüchtlingsversorgung

An der TU Dresden arbeiten Medizinstudierende ehrenamtlich in der Flüchtlingsambulanz, jedoch ohne strukturierte Vorbereitung auf die medizinischen und interkulturellen Herausforderungen. Das soll sich nun ändern: Mit dem Sommersemester startet das neue Wahlpflichtfach "Flüchtlingsversorgung".

Prof. Antje Bergmann (Mitte), Dr. Stephanie Taché (2.v.l.) und Henna Riemenschneider (links) bei der Vorstellung des neuen Wahlpflichtfachs Flüchtlingsversorgung. Konrad Kästner, MFTUD

„Wir wollen so die fachlichen und kulturellen Kompetenzen unserer Medizinstudierenden für die Arzt-Patienten-Interaktion und dadurch die künftige medizinische Behandlung von Flüchtlingen verbessern“, erläutert Prof. Antje Bergmann. Die Leiterin des Bereichs Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus ist Mit-Initiatorin des neuen Wahlpflichtfachs.

Das Fach besteht aus Theorie und Praxis, so dass die Studierenden auch an Patientenkonsultationen in der Sprechstunde einer Flüchtlingsambulanz teilnehmen. Eingeführt wurde das Fach, weil die darin vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten zunehmend in der medizinischen Versorgung gebraucht werden, dessen sind sich die Initiatoren sicher.

Ärzte müssen die Zusammenarbeit mit Dolmetschern lernen

„Bisher waren diese Themen nicht Bestandteil der Pflichtlehre und unsere Medizinstudierenden wurden im Rahmen des Medizinstudiums nicht auf die Arbeit mit Patienten unter besonderen Bedingungen – zum Beispiel Arbeiten mit Dolmetschern – vorbereitet“, erklärt Bergmann. „Im zukünftigen Arztberuf werden diese Herausforderungen in den nächsten Jahren aber drastisch ansteigen.“

Zahnmedizinstudenten sind (noch) nicht involviert

Zahnmedizinstudenten sind noch nicht direkt beteiligt,  erklärt die zuständige Wissenschaftliche Mitarbeiterin Henna Riemenschneider auf unsere Nachfrage: "Bis jetzt sind sie nicht involviert, wir befinden uns noch in der Pilotphase. Die Idee und Struktur des WPF ist aber prinzipiell auch anwendbar für die Zahnmedizin. Wobei bei uns die Studierenden ein Praktikum in der Flüchtlingsambulanz machen - so weit ich weiß, ist die zahnärztliche Versorgung von Flüchtlingen eher in niedergelassenen Bereich organisiert."

"Sich mit dem Thema interkultureller Arzt-Patienten-Kontakt und Versorgung von Flüchtlingen - organisatorische Besonderheiten, Arbeit mit Dolmetschern, untypische Begleiterkrankung etc. - zu befassen, wäre meines Erachtens für alle Medizinstudierende wichtig", ergänzt Riemenschneider.

(Anmerkung der Red.: Die zm berichtete bereits über engagierte niedergelassene Praxen sowie die zahnärztlichen Stützpunkte in den Erstaufnahmeeinrichtungen)

Hintergrund: Wegen der in den vergangenen Monaten drastisch gestiegenen Anzahl von geflüchteten Menschen müssen Kommunen neue Konzepte entwickeln, um eine adäquate medizinische Versorgung von Asylsuchenden zu sichern. Zum Bewältigen dieser Herausforderungen hat die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) im Herbst 2015 eine Flüchtlingsambulanz in Dresden gegründet.


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