FVDZ Westfalen-Lippe verleiht "Faulen Zahn"

"Ulla Schmidt ist Totengräberin der wohnortnahen Versorgung"

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ) in Westfalen-Lippe hat den "Faulen Zahn 2018" an Ulla Schmidt (SPD) verliehen. Mit diesem Negativpreis möchte der Verband deutlich machen, welche gravierenden Folgen die Politik der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin für die zahnmedizinische Versorgung hat.

Die Urkunde für die diesjährige "Preisträgerin" des "Faulen Zahns", Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), für die "Vernichtung freiberuflicher Praxen zu Gunsten von MVZ". FVDZ Westfalen-Lippe

Wie der Verband mitteilte, beobachte er "das stetige Wachstum von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in der Zahnheilkunde" mit großer Sorge. Die Betreiber von MVZ, teilweise sogar ausländische Investoren, übernähmen Zahnarztpraxen in ganz Deutschland, "besonders in Ballungsgebieten und in Landkreisen mit überdurchschnittlich hohem Einkommen", heißt es in der Presseinformation.

Bei der "Laudatio" auf die "Preisträgerin", die seit 1990 durchgehend ein Mandat im Deutschen Bundestag innehat, sagte der Landesvorsitzende Joachim Hoffmann (im Rahmen der Landesversammlung des FVDZ in Westfalen-Lippe): "Herzlichen Glückwunsch Frau Schmidt, Sie werden in die Geschichte der zahnmedizinischen Versorgung als die Totengräberin der wohnortnahen Versorgung eingehen".

FVDZ: Ohne Ulla Schmidt keine MVZ-Investoren

Die Sozialdemokratin habe eine Ideologie verfolgt, die die Freiberuflichkeit der Ärzteschaft abschaffen und durch Versorgungszentren ersetzen wollte, die nach dem Modell der Polikliniken in der DDR organisiert werden. Ärzte sollten nicht mehr den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, sondern sich in ein Angestelltenverhältnis begeben, so die Vertretung der freien Zahnärzte in Arnsberg, Ostwestfalen und im Westlichen Westfalen.

Gegenüber den zm erklärte der in Kirchhundem niedergelassene Zahnarzt Hoffmann: "Hätte Frau Schmidt als Bundesministerin nicht die Schaffung von MVZ im SGB V verankert, würden jetzt auch keine Investoren kommen. Durch ihre Gesetzgebung ist der heutige Zustand doch erst möglich geworden." Man bekäme die Praxen auf dem Land nicht mehr verkauft, weil alles in diese MVZ dränge. "Ulla Schmidt hat damit in ganzen Regionen für einen Mangel an Zahnärzten gesorgt."

Das Modell des "Faulen Zahns" wurde von Hoffmann selbst angefertigt, der dazu "eine Karies in den Gips" gefräst hat, wie er den zm mitteilte.

Der Landesvorsitzende Joachim Hoffmann der westfälisch-lippischen Gruppierung des FVDZ bei seiner "Laudatio" auf Negativ-Preisträgerin und Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (in absentia). In der rechten Hand hält er den "Faulen Zahn". | FVDZ Westfalen-Lippe

Die bisherigen Empfänger des "Faulen Zahns":

  • 2006: Prof. Dr. med. Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitspolitiker, für seine Äußerung in der Süddeutschen Zeitung: "Die PKV lebt im Grund parasitär von den gesetzlichen Kassen"
  • 2007: Werner Brandenbusch (Gründer der McZahn AG, 2010 Suizid), für seine "Bemühungen, eine individuelle, befundorientierte Zahnheilkunde zugunsten einer Billigzahnersatzmentalität zu diskreditieren"
  •  2008: Dr. Georg Greve, Mathematiker und erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, für die "Inanspruchnahme zahnmedizinischer Leistungen seiner Mitglieder, ohne diese zu honorieren – und das bei niedrigstem Kassenbeitrag seiner Versicherten"
  • 2009: DIE LINKE Nordrhein-Westfalen, für die "Vorstellungen eines verstaatlichten Gesundheitswesens"
  • 2010: Horst Seehofer (CSU), Bayerischer Ministerpräsident, für "seine schnellen Meinungswechsel auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik"
  • 2012: Johann-Magnus Frhr. von Stackelberg, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes, für "immer neue gesetzliche Forderungen, die die freie Berufsausübung der Zahnärzte behindern können"
  • 2013: LINKE, SPD und Grüne für die "Bürgerversicherung"
  • 2014: NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) für "beleidigende Äußerungen gegenüber dem Berufsstand der Zahnärzte"
  • 2018: Ulla Schmidt (SPD), ehemalige Bundesgesundheitsministerin für die "Vernichtung freiberuflicher Praxen zu Gunsten von MVZ"
  • 2011 sowie 2015 bis 2017: keine Verleihungen "aufgrund von Personalwechsel bzw. anderer Aufgaben"

Bundespolitischer Lebenslauf von Ulla Schmidt

1990 bei der ersten gesamtdeutschen Wahl über die Landesliste der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) in den Deutschen Bundestag gewählt. Bis heute Inhaberin des Mandats

1991 bis 1998 in der SPD-Bundestagsfraktion als Vorsitzende der Querschnittsgruppe "Gleichstellung von Frau und Mann" Mitglied des geschäftsführenden Vorstands

1998 bis 2001 als stellvertretende Vorsitzende in der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Arbeit und Soziales, Frauen, Familie und Senioren zuständig

2001 bis 2009 Bundesministerin für Gesundheit, dabei von 2002 bis 2005 auch für den Bereich der "Sozialen Sicherung" verantwortlich

2013 bis 2017 Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

Seit 2010 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO und stellvertretende Leiterin der deutschen Delegation. Dort als Sonderberichterstatterin unter anderem für Afghanistan und den Westbalkan zuständig

Funktionen in Unternehmen

  • Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin,
    Sachverständiges Mitglied des Aufsichtsrates
  • K&S Sozialbau AG, Sottrum,
    Mitglied des Beirates, monatlich, Stufe 1 (bis 31.12.2018)
  • Philips GmbH, Berlin,
    Mitglied des Aufsichtsrates, jährlich, Stufe 3
  • Siegfried Holdling AG, Zofingen, Schweiz,
    Mitglied des Verwaltungsrates, monatlich, Stufe 2; Zusatzhonorar, 2018, Stufe 6

Quellen: www.bundestag.de und www.ulla-schmidt.de

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