KZBV-Vertreterversammlung

Diese Beschlüsse wurden verabschiedet

Die Vertreterversammlung der KZBV hat am 7. und 8. November in Frankfurt am Main zu aktuellen Themen vertragszahnärztlicher Standespolitik klar Stellung bezogen. Alle verabschiedeten Beschlüsse finden Sie hier.

Die Delegierten der Vertreterversammlung der KZBV in Frankfurt/Main. KZBV/Michelle Spillner

Die Vertreterversammlung ist das wichtigste Selbstverwaltungsorgan der KZBV und zugleich das oberste Entscheidungsgremium der Vertragszahnärzteschaft in Deutschland.


Beschlüsse der KZBV-VV

Die Vertreterversammlung der KZBV fordert den Gesetzgeber auf, die Einschränkung der Handlungs- und Gestaltungsspielräume der Selbstverwaltung zu beenden und dem mit dem Eintritt von versorgungsfremden Investoren in die zahnmedizinische Versorgung eingeläuteten Systemumbau entgegenzuwirken.

Die KZBV beobachtet eine zunehmende Bedrohung des bewährten und zuverlässig funktionierenden Versorgungssystems in Deutschland. Veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen greifen erheblich und in einem zunehmenden Ausmaß in Praxisabläufe, die Organisation der Selbstverwaltung und die Sicherstellung der Patientenversorgung ein. Durch den vom Gesetzgeber sehenden Auges untätig tolerierten ungebremsten Eintritt von versorgungsfremden Investoren in das Gesundheitswesen im Allgenmeinen und in das System der zahnmedizinischen Gesundheitsversorgung im Besonderen, sehen sich die Zahnärzte in ihrem Selbstverständnis als Freiberufler infrage gestellt.

Die zunehmende Industrialisierung der Versorgung und der Aufbau von reinen Zahnarzt-MVZ sowie die damit verbundene Kettenbildung werden eine Entwicklung befördern, die die freie Zahnarztwahl, die Freiberuflichkeit, die Niederlassungsfreiheit und die Berufsausübungsfreiheit erschwert und die persönliche Leistungserbringung aushöhlt. Ebenso gilt in Zahnarzt-MVZ nicht das Gebot der persönlichen Leistungserbringung mit der Folge, dass anders als in den bewährten Praxisformen, bei denen der niedergelassene Zahnarzt persönlich auch für Fehler seiner Angestellten haftet, dort nur das MVZ gesamtschuldnerisch haftet. 

Die dem Gemeinwohl verpflichtete und in der Selbstverwaltung verbundene Zahnärzteschaft trägt dafür Sorge, dass der Zahnarzt seinen Beruf frei von Fremdinteressen ausübt und seine zahnärztlichen Entscheidungen unabhängig von wirtschaftlicher Einflussnahme Dritter treffen kann. Global operierende Kapitalgesellschaften ohne medizinisch-fachlichen Bezug zur zahnärztlichen Versorgung werden die Versorgung in der Fläche nicht sicherstellen. Gesundheit als schützenswertes Gut darf nicht den Kapitalinteressen versorgungsfremder Investoren geopfert werden.

Die Sicherstellung der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung gehört in die Hände der seit Jahrzehnten funktionierenden Selbstverwaltung, die von Fachkompetenz und Sachnähe geprägt ist. Um die gesetzlichen Aufgaben verantwortungsvoll wahrnehmen zu können, benötigt die Selbstverwaltung jedoch weiterhin Handlungs- und Gestaltungsspielräume, die jedem freiheitlichen System immanent sind. Nur so kann die Versorgung im Sinne des Patientenwohls zukunftsfest gestaltet werden.

Der Gesetzgeber geht derzeit den entgegengesetzten Weg: Wo auf der einen Seite Handlungsfreiheit konsequent abgeschafft wird, wird auf der anderen Seite Akteuren das Tor weit geöffnet und bewährte Versorgungsstrukturen durch Untätigkeit aufs Spiel gesetzt. Dies schadet dem Gesundheitswesen in Deutschland. 

Die Vertreterversammlung der KZBV fordert den Gesetzgeber auf, gesetzlich im Rahmen des TSVG ausdrücklich zu regeln, dass die Gründungsberechtigung von Krankenhäusern für zahnmedizinische MVZ (Z-MVZ) auf räumlich-regionale sowie medizinisch-fachliche Bezüge beschränkt wird.

Begründung: Um der zunehmenden Gründung von Z-MVZ durch versorgungsfremde Investoren zu begegnen, welche keinen fachlichen Bezug zur medizinischen Versorgung aufweisen, sondern allein Kapitalinteressen verfolgen, ist eine Beschränkung der Gründungsberechtigung für Krankenhäuser zwingend erforderlich. Bisher gründen diese Investoren Z-MVZ überwiegend durch den Ankauf von Krankenhäusern, die als Trägerorganisation fungieren.

Die Gründung sollte nur möglich sein, wenn in dem zahnärztlichen Planungsbereich, in dem das Z-MVZ seinen Sitz haben soll, auch das Krankenhaus ansässig oder eine Unterversorgung festgestellt ist und das Krankenhaus einen zahnmedizinischen Versorgungsauftrag gemäß dem Krankenhausplan hat. Abgesehen von rein wirtschaftlichen Interessen besteht kein nachvollziehbarer Grund für die Gründung eines Z-MVZ in großer räumlicher Distanz zum eigenen Standort. Daneben sollte eine gesetzliche Regelung aufgenommen werden, die einen medizinisch-fachlichen Bezug für die Gründung von Z-MVZ durch Krankenhäuser verpflichtend vorsieht.

Die Vertreterversammlung der KZBV begrüßt das grundsätzliche Ansinnen, die Frist für die Ausstattung der Praxen zwecks Durchführung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM) zu verlängern. Sie fordert den Gesetzgeber auf, diese Fristverlängerung nicht von der vertraglichen Vereinbarung einer Anschaffung der Ausstattung abhängig zu machen. Eine weitere Fristverlängerung zur Durchführung des VSDM bis zum 31. Dezember 2019 ist zwingend notwendig, um den ursprünglich mit dem e-Health-Gesetz intendierten realistischen Ausstattungszeitraum wiederherzustellen.

Begründung: Wie von der Zahnärzteschaft und Ärzteschaft vielfach gefordert, soll bei der Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) in den Praxen die gesetzliche Frist für die Ausstattung der Praxen zwecks Durchführung des VSDM verlängert werden. Das Vorhaben wird im Rahmen des Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals (PpSG) auf den Weg gebracht.

Nach § 291 Abs. 2b Satz 14 SGB V droht den an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten, Einrichtungen und Zahnärzten, die das VSDM ab dem 1. Januar 2019 nicht durchführen, eine pauschale Kürzung der Vergütung um 1 Prozent. Diese Frist soll bis zum 30. Juni 2019 verlängert werden. Allerdings soll von der Kürzung der Vergütung nach jetzigem Strand das PpSG nur dann abgesehen werden, wenn die Praxis bereits vor dem 1. April 2019 die Anschaffung der Ausstattung vertraglich vereinbart hat.

Durch den geforderten Nachweis der Bestellung entsteht den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen außerdem ein inakzeptabler bürokratischer Zusatzaufwand. Liefern die Hersteller die Ausstattung trotz des Vertrages nicht aus, haben die Zahnärzte zum 1. Juli 2019 gleichwohl mit Sanktionen zu rechnen.

Zudem ist eine Verlängerung der Frist bis zum 31. Dezember 2019 unumgänglich, wenn die Leistungserbringer nicht für Verzögerungen in der Anbindung der TI bestraft werden sollen, die nicht in deren Einflussbereich liegen.

Die Vertreterversammlung der KZBV fordert den Gesetzgeber auf, ausdrücklich gesetzlich klarzustellen, dass der KZBV mit der BZÄK gemeinsam für die Festlegung zahnmedizinischer Inhalte der elektronischen Patientenakte (ePA) eine Richtlinienkompetenz innerhalb der gematik zukommt. Diesbezüglich gemeinsame Festlegungen der KZBV und der BZÄK müssen durch die Krankenkassen bei der Erstellung einer ePA berücksichtigt werden, selbst wenn diese (noch) nicht zum Gegenstand einer ePA-Zulassung in der gematik gemacht wurden.

Begründung: Im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSGV) ist vorgesehen, dass die Krankenkassen dazu verpflichtet werden, ihren Versicherten ab dem 1. Januar 2021 eine von der gematik zugelassene ePA zur Verfügung zu stellen. Perspektivisch werden auf der ePA auch zahnmedizinisch relevante Informationen bereitgestellt werden.

Mit einer Richtlinienkompetenz von KZBV und BZÄK für die Festlegung zahnmedizinischer Inhalte und der Vorgabe einheitlicher Schnittstellen und Datenformate kann den unterschiedlichen Risiken im Zusammenhang mit der Einführung einer ePA wirksam begegnet werden. Es gilt eine Vielzahl von Anwendungsszenarien mit unterschiedlichen Benutzeroberflächen zu verhindern, die eine Interoperabilität von ePA und Praxisverwaltungssoftware erschweren oder unmöglich machen.

Die Vertreterversammlung der KZBV begrüßt die vollständige Beseitigung der Degressionsregelung durch den Gesetzgeber.

Begründung: Durch die vorgesehene Streichung des § 85 Abs. 4b bis 4f SGB V wird einer jahrzehntelangen Forderung der Vertragszahnärzteschaft nun vollständig Rechnung getragen. Endlich werden insbesondere diejenigen Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte entlastet, die sich in strukturschwachen Regionen durch einen entsprechenden Mehreinsatz für eine lückenlose vertragszahnärztliche Versorgung einsetzen. Mit der Degressionsregelung werden die Rahmenbedingungen für eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung gestärkt und für den zahnärztlichen Nachwuchs attraktiver gestaltet.

Die Vertreterversammlung der KZBV begrüßt die im Regierungsentwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgesehene Erhöhung der Festzuschüsse für Zahnersatz. Diese entlastet die Versicherten, ermöglicht ihnen weiterhin die Teilhabe am medizinischen Fortschritt und stärkt die  präventionsorientierte Versorgung.

Begründung: Mit der Erhöhung der Festzuschüsse für Zahnersatz erkennt der Gesetzgeber an, dass sich das Festzuschusssystem als Steuerungssystem etabliert und bewährt hat. Von der Erhöhung der befundorientierten Festzuschüsse auf 60 Prozent der vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgesetzten Beträge für die zahnärztlichen und zahntechnischen Leistungen für die jeweilige Regelversorgung profitieren die Versicherten. Da im Zuge der Anhebung der Festzuschüsse für Zahnersatz ebenso eine Anhebung der Boni für die ununterbrochene Inanspruchnahme der zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung während der letzten 5 Jahre bzw. letzten 10 Jahre vor der Behandlung auf dann 70 Prozent bzw. 75 Prozent der Beträge vorgesehen ist, wird der bewährte präventionsorientierte Ansatz des Festzuschusssystems gestärkt.

Die Vertreterversammlung der KZBV fordert den Gesetzgeber auf, im Regierungsentwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) auch den Gesamtvertragspartnern auf Landesebene die Entscheidungsbefugnisse hinsichtlich der regelhaft einheitlichen Durchführung des vertragszahnärztlichen Gutachterverfahrens einzuräumen.

Begründung: Die Vertreterversammlung der KZBV begrüßt, dass der Regierungsentwurf des TSVG nunmehr die ausdrückliche Befugnis der Bundesmantelvertragspartner enthält, nach der diese vereinbaren können, dass die Krankenkassen einheitlich ausschließlich eine der Verfahrensmöglichkeiten “Gutachterverfahren“ oder “MDK-Verfahren“ anwenden können. Eine derartige vertragliche Regelung ist erforderlich, um ein ungeregeltes Nebeneinander von Gutachterverfahren und MDK-Verfahren zu vermeiden. Soweit die
BundesmanteIvertragspartner keine bundeseinheitliche Regelung vorgeben, ist es im Hinblick auf eine einheitliche Verfahrensweise und insgesamt zur Stärkung der bewährten Strukturen des vertraglichen Gutachterwesens angezeigt, eine entsprechende Ermächtigung auch den Gesamtvertragspartnern auf Landesebene einzuräumen.

Die Vertreterversammlung der KZBV lehnt die im Regierungsentwurf des Terminservice und Versorgungsgesetzes (TSVG) vorgesehenen Regelungen zu Vorstandsdienstverträgen ab. Durch diese Regelungen wird in einen zentralen Baustein der körperschaftlichen Selbstverwaltung — die Höhe der Vorstandvergütungen selbst festzulegen — eingegriffen.

Begründung: Die vorgesehenen Regelungen zu den Vorstandsdienstverträgen stellen einen weiteren schwerwiegenden, anlasslosen und durch nichts zu rechtfertigenden Eingriff in die zahnärztliche Selbstverwaltungsautonomie dar. Zudem verstoßen die Regelungen in Bezug auf die bestehenden und vom BMG genehmigten Verträge auch gegen rechtsstaatliche Grundsätze — insbesondere gegen das Prinzip des Vertrauensschutzes — und verletzen die grundrechtlich geschützte Berufs- und Eigentumsfreiheit.

Die Absenkungsbefugnis der Aufsicht für die Vergütung einer neuen Amtsinhaberin oder eines neuen Amtsinhabers sowie die fehlende Möglichkeit, besondere Qualifikationen vergütungstechnisch anzuerkennen, diskreditiert und diskriminiert einen neuen Vorstand noch vor Amtsantritt und greift massiv in die Befugnis der Vertreterversammlung ein.

Durch die 10-jährige Gehaltsdeckelung und die danach nur alle sechs Jahre zum Amtsperiodenwechsel lediglich in Höhe der Teuerungsrate mögliche Anpassung wird der Freiraum für die Gewinnung geeigneter und qualifizierter Vorstände endgültig eingegrenzt.

Die Regelungen sind umso unverständlicher, als dass das BMG mit dem Genehmigungsvorbehalt die Vorstandsdienstverträge und insbesondere die Vergütungsregelungen längst einer peniblen aufsichtsrechtlichen Kontrolle und einer Genehmigung unterzogen hat. Deshalb ist es falsch, wenn es in der Begründung zum TSVG heißt, dass sich die Vergütungen kontinuierlich gesteigert hätten, ohne dass dies aufsichtsbehördlich wirksam hätte verhindert werden können.

Mit der Beschneidung der Entscheidungsbefugnisse der Vertreterversammlung versetzt der Gesetzgeber der Autonomie der Selbstverwaltung einen weiteren schweren Schlag.

Die Vertreterversammlung der KZBV unterstützt die Aktivitäten des KZBV-Vorstandes zur öffentlichen Wahrnehmung der negativen Besonderheiten der investorengesteuerten Z-MVZ im öffentlichen Diskurs. Der Vorstand der KZBV möge sich weiterhin für eine Stärkung von Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften einsetzen und nach sorgfältiger Prüfung, auch unter dem Aspekt der flächendeckenden Versorgung, alternative Versorgungsstrukturen entwickeln und fördern.

Die Vertreterversammlung der KZBV erwartet von allen standespolitischen Organisationen eine aktive Förderung des professions-politischen Nachwuchses zur Vorbereitung auf die Arbeit in den zahnärztlichen Körperschaften, Gremien und in Berufsverbänden. Es ist wichtig, dass der zahnärztliche Berufsstand geschlechts- und generationenübergreifend die Rahmenbedingungen für die Ausübung des Berufes
gestaltet.

In zunehmenden Maße ist nicht nur in Deutschland, sondern gleichermaßen in Europa und sogar weltweit ein Trend zu einer Merkantilisierung der zahnärztlichen Berufsausübung zu verzeichnen. Eine hohe Zahl von Kapitalgebern, Investoren und Private Equity-Unternehmen investieren in Zahnarztpraxen, um dann arztgruppengleiche zahnärztliche medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen. Diese dienen dem
vorrangigen Ziel, profitorientiert die Interessen ihrer Kapitalgeber zu bedienen.

In einer Resolution hat die Delegiertenversammlung der ERO auf ihrer Vollversammlung im September 2018 ihre Position formuliert. Die Vertreterversammlung der KZBV unterstützt uneingeschränkt diese Resolution vom 06.09.18 mit dem Titel „Von dritten finanzierte und von Nichtzahnärzten geführte ambulante zahnärztliche Versorgungszentren“.

Die Vertreterversammlung der KZBV fordert den Vorstand der KZBV auf, dafür Sorge zu tragen, dass in den Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband
1. die nicht ausreichende Erstattung der PVS-Integrationsmodule und
2. die Nachfinanzierung der SMC-B Karten für alle Mitgliedspraxen
berücksichtigt wird.

Begründung: Nach 5 291a Abs. 7 Nr. 2 SGB V treffen die Spitzenorganisationen eine Vereinbarung über „die Kosten, die den Leistungserbringern im Ifd. Betrieb der TI, einschließlich der Aufteilung der Kosten auf die in den Absätzen 7a und 7b genannten Leistungssektoren, entstehen.“

zu 1) Die Kosten der Z-PVS Anbieter sind nicht ausreichend berücksichtigt in der Erstattungsregelung. Spätestens seit dem weitere Anbieter in den TI-Wettbewerb eingetreten sind, wird ersichtlich, dass das TI-Integrationsmodul für die Mitgliedspraxen nicht von der derzeitigen Finanzierungsvereinbarung gedeckt ist. Diese Kosten sind jedoch obligater Bestandteil eines Standard-Erstausstattungspaketes wie in 5 1 Abs. 2 Satz 6 und Abs. 3 Satz 1 GFinV geregelt ist. Die Kosten für die Ausstattungspakete der Anbieter liegen alle im Bereich der Erstattungsregelung der GFinV für das IV. Quartal 2018. Bis auf einen Anbieter, der gleichzeitig PVS-Anbieter ist, berücksichtigen die Angebote der anderen bislang am Markt befindlichen TI-Anbieter die Kosten für das TIIntegrationsmodul nicht ausreichend. Mehrere tausend Mitgliedspraxen sind davon negativ betroffen.

zu 2) Mit dem Abschluss der Sondervereinbarung zur GFinV mit Wirkung ab dem 01.10.2018 wurde die bisherige Unterdeckung bei der Finanzierung der SMC-B Karten für die ZA-Praxen geschlossen, die bis zum II. Quartal 2018 an die TI angeschlossen wurden. Nicht berücksichtigt wurden jedoch die ZA-Praxen, die
nach dem II. Quartal 2018 und vor Absenkung der Kosten der Anbieter an die TI angeschlossen wurden. Gleichzeitig werden auch nicht die ZA-Praxen berücksichtigt, die bereits eine SMC-B Karte beauftragt haben, bei denen aber die Anbieter noch nicht in der Lage sind, die TI-Ausstattung in den Praxen umzusetzen.

Die Vertreterversammlung der KZBV fordert den Vorstand der KZBV auf, dass in den Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband über die Finanzierung der TI-Ausstattung darauf hingewirkt wird, dass die Erstattungsregelungen auf das Kriterium des Bestelldatums abzielen und nicht auf das Datum der Inbetriebnahme.

Begründung: Gemäß 5 291a Abs. 7b SGB V haben die Vertragspartner in der Finanzierungsvereinbarung (GFinV) die pauschalen Erstattungsregelungen für die Umsetzung der TI-Ausstattung in den ZA-Praxen geregelt. Nach jetziger Finanzierungsvereinbarung ist für den Anspruch der ZA-Praxis aber nicht der Zeitpunkt der Bestellung, sondern die Inbetriebnahme der TI-Installation maßgeblich. Dadurch kann
es zwischen Beauftragung und damit einhergehender vertraglicher Verpflichtung der ZA-Praxis gegenüber dem Anbieter und möglichem Anspruch aus der Finanzierungsvereinbarung nicht nur zu einem zeitlichem Verschub kommen, sondern auch zu einer Unterdeckung der Kosten. Dieses Missverhältnis hat die ZA-Praxis nicht zu vertreten.

Der Gesetzgeber hat bereits erkannt, dass aufgrund fehlender Anbieter nicht alle Zahnarzt- und Arztpraxen in Deutschland bis zum 31.12.2018 angebunden werden können. Im Pflegepersonalstärkungsgesetz wird von Seiten der Koalitionsfraktionen ebenfalls auf das Bestelldatum abgestellt.

„Der Änderungsantrag 10 sieht vor, dass die gesetzlich vorgegebene Kürzung der Vergütung bei Nichtdurchführung des VSDM nicht erfolgt, wenn die hierfür erforderliche Ausstattung der Praxis mit dem Anbieter bis Ende März 2019 vertraglich vereinbart worden ist. Dieser Abschluss ist gegenüber der zuständigen KZ V nachzuweisen."

Weiter heißt es in der Begründung: “Das Absehen von der Kürzung ist zeit/ich begrenzt bis zum 30. Juni 2019. Nach diesem Zeitpunkt greift die Sanktion, solange der Versicherfenstammdatendienst nicht durchgeführt wird."

In analoger Anwendung dieses Regelungsgedankens im Änderungsantrag zum Pflegepersonalstärkungsgesetz, sollte deshalb die pauschale Erstattung der Tl-Kosten an das Bestelldatum geknüpft werden, damit die Zahnarztpraxis zum Zeitpunkt der Beauftragung sicher sein kann, dass sie auch die in der GFinV für diesen Zeitpunkt vereinbarten Erstattungsbeträge erhält. Es muss sichergestellt sein, dass die Praxen nicht durch eine zwischenzeitliche Absenkung der Erstattungsbeträge in der GFinV bestraft werden.

Die Vertreterversammlung der KZBV befürwortet eine Änderung der bundesmantelvertraglichen Regelungen bezüglich der Anstellungsgrenzen in Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften.

Um die Nachteile gegenüber den immer stärker auf den Versorgungsmarkt drängenden Z-MVZ zu reduzieren, soll die Anzahl von angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten je Vertragszahnärztin bzw. je Vertragszahnarzt von zwei auf höchstens vier Vollzeitbeschäftigte erhöht werden.

Die Vertreterversammlung der KZBV fordert den Gesetzgeber auf, den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen im Falle einer Unterversorgung, einer drohenden Unterversorgung oder eines lokalen Versorgungsbedarfs oder vorsorglich zu deren Vermeidung eine optionale Anwendungsmöglichkeit der Förderungs- und Steuerungsinstrumente des 5 105 Abs. 1a bis 4 SGB V einzuräumen.

Begründung: Bisher sind die Steuerungs- und Sicherungsinstrumente des 5 105 Abs. 1a bis 4 SGB V mit Ausnahme der Sicherstellungszuschläge ausschließlich an spezifischen Merkmalen der vertragsärztlichen Versorgung ausgerichtet. Diese Ausrichtung bleibt auch in den im Regierungsentwurf des Terminversorgungs- und Strukturgesetzes (TSVG) vorgesehenen Änderungen bestehen. Zur Vermeidung von Unterversorgungen kann sich die optionale Anwendungsmöglichkeit von Strukturfonds, Eigeneinrichtungen und SicherstelIungszuschlägen auch im vertragszahnärztlichen Bereich perspektivisch als sinnvoll erweisen. Es sollte daher eine Regelung für den vertragszahnärztlichen Bereich geschaffen werden, ohne gleichzeitig die im vertragsärztlichen Bereich vorgesehene pflichtweise Anwendung dieser Instrumente zu übertragen.


Seit dem 1. Januar 2005 besteht die Vertreterversammlung aus 60 Mitgliedern. Gesetzlich vorgeschriebene Mitglieder sind der/die Vorsitzende jeder Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) und einer seiner Stellvertreter. Die Vorstände und ihre Stellvertreter nehmen 34 Sitze ein. Die übrigen 26 Delegierten werden von den Vertreterversammlungen der KZVen aus ihren Reihen unter Berücksichtigung des Verhältniswahlrechtes gewählt.

31988043180091318009231800933198805 3198806 3180094
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare