Analyse des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche

Gesundheitsberufe: „Brain Drain“ durch mehr Mobilität

Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) hat Trends bei der Mobilität von Gesundheitsberufen, vor allem Ärzten und Pflegern, in Europa zwischen 2010 und 2017 untersucht.

Eine hohe Dichte an Absolventen von Gesundheitsberufen geht nicht unbedingt einher mit einer hohen Dichte an Arbeitskräften in dem Bereich, wie eine neue Untersuchung zeigt. Adobe Stock_niyazz

Das Ergebnis: Etliche europäische Länder (untersucht wurden 28) haben von der Mobilität profitiert – so etwa Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland. Sie konnten ihren Bedarf an Fachkräften durch von im Ausland ausgebildeten Ärzten und Pflegekräften decken. Bei anderen Ländern sind hingegen Defizite bei der Versorgung mit Fachkräften aufgetreten.

Lohn- und Gehaltsunterschiede spielen eine Rolle

Die Studie hat ein Paradox herausgefunden: In Ländern bei denen die Dichte von Absolventen bei Gesundheitsberufen hoch lag, arbeiteten gleichzeitig weniger Arbeitskräfte im Gesundheitsbereich als im EU-Durchschnitt. Besonders die Slowakei, Ungarn, Kroatien und Rumänien waren davon betroffen. Vor allem Lohn- und Gehaltsunterschiede spielten als Begründung eine Rolle. Bei den Ländern mit Personalmangel im Gesundheitswesen sind vor allem Engpässe bei der Versorgung ihrer immer älter werdenden Bevölkerung aufgetreten.

Großbritannien ist das Land mit der größten Anzahl von Fachkräften im Gesundheitswesen aus dem Ausland. Der Analyse zufolge wurde dort ein Zuwachs von 45.000 Ärzten zwischen 2010 und 2017 verzeichnet. Im gleichen Zeitraum kamen mehr als 49.000 Pflegekräfte ins Land. Dazu gehörten auch Fachkräfte aus Ländern außerhalb der EU.

In Deutschland gab es einen großen Austausch

Auch Norwegen und die Schweiz verbuchten einen hohen Zuwachs bei Ärzten und Pflegekräften – die Analyse führt Zahlen zwischen 10.000 und 20.000 auf. In Deutschland haben die Autoren einen starken Austausch bei Ärzten ausgemacht: Während etliche deutsche Ärzte das Land verließen, kamen laut Analyse auch rund 15.000 aus dem Ausland zu uns.

In sämtlichen europäischen Ländern ist in den letzten zehn Jahren der Studie zufolge die Anzahl der Gesundheitsberufe in Relation zur Bevölkerungsanzahl gestiegen. Betrug das Verhältnis im Jahr 2010 noch 337 Ärzte pro 100.000 Einwohner und 793 für Pflegekräfte, so kamen 2017 insgesamt 369 Ärzte und 843 Pflegekräfte auf 100.000 Einwohner.

Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) ist ein als Verein organisiertes österreichisches Wirtschaftsforschungsinstitut. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Osteuropa.

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