Die Grünen zu Arzneimittel-Lieferengpässen

Krankenkassen sollen Kosten für Ausweichpräparate übernehmen

Lieferengpässe bei Arzneimitteln beschäftigen seit einiger Zeit Ärzte und Patienten. Jetzt fordern die Grünen die Einführung eines Frühwarnsystems. Auch Lagerausweitungen und Exportverbote sind im Gespräch.

Laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat sich die Zahl nicht verfügbarer verschreibungspflichtiger Arzneien von 2017 zu 2018 von 4,7 Millionen auf 9,3 Millionen Verpackungen fast verdoppelt. Adobe Stock_James Thew

Wie die Bild-Zeitung heute berichtet, verlangen die Grünen jetzt in einem Papier, dass Arzneimittel-Großhändler künftig Alarm schlagen sollen, wenn sie erkennen, dass sich ein Lieferengpass abzeichnet. Aktuell sind laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 274 Medikamente betroffen. Da die Meldung auf Freiwilligkeit beruht, vermuten Experten eine hohe Dunkelziffer.

Die Krankenkassen sollen die Kosten für Ausweichpräparate übernehmen

Die Grünen-Pflegeexpertin Kordula Schulz-Asche fordert zudem, dass Krankenkassen bei Nicht-Lieferfähigkeit die Kosten für Ausweichpräparate übernehmen sollen. Als weiteren Schritt verlangen die Grünen temporäre Exportverbote, um die Versorgung der Patienten im Inland sicherzustellen. Auch Lagerausweitungen könnten künftig helfen, Engpässen entgegenzuwirken.

Laut Definition des BfArM liegt dann ein Lieferengpass vor, wenn eine über voraussichtlich zwei Wochen hinausgehende Unterbrechung einer Auslieferung im üblichen Umfang vorliegen oder aber eine deutlich vermehrte Nachfrage besteht, der nicht angemessen nachgekommen werden kann.

Auch Zahnarztpraxen sind betroffen

In den Praxen gab es in den vergangenen Monaten lange Gesichter bei Patienten, wenn der Zahnarzt zum Beispiel nach einer schmerzhaften Behandlung keine Ibuprofen-Tabletten mitgeben konnte. Unter den Apothekern brach zwischenzeitlich ein kleiner Wettkampf darüber aus, wie man am zuverlässigsten einen kleinen Ibuprofen-Vorrat anlegen kann, um die Patienten nicht zu enttäuschen.

Die Unions-Bundestagsfraktion hatte bereits im vergangenen September gefordert, eine nationale Arzneimittelreserve einzurichten, um drohenden Lieferengpässen bei Arzneimitteln vorzubeugen. Die Forderungen von Grünen und Union ähneln einander. Auf der Liste der Union stehen unter anderem mehr Transparenz über das Liefer- und Marktgeschehen, verbindliche Meldepflichten bei drohenden oder bestehenden Lieferengpässen und Exportbeschränkungen. Die Ursache für die Zunahme der Lieferengpässe liegt in der Verlagerung der Produktion in außereuropäische Länder, Schwierigkeiten in Produktionsstätten und dem deutschland- und weltweit stetig steigenden Arzneimittel-Bedarf.

Die Zahl nicht verfügbarer verschreibungspflichtiger Arzneien hat sich fast verdoppelt

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will stärker gegen Arzneimittel-Lieferengpässe vorgehen. Er forderte im vergangenen Herbst unter anderem, Apotheker sollten künftig nach 24 Stunden alternative Arzneimittel abgeben dürfen, wenn das Rabatt-Medikament nicht verfügbar ist.

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