Rettungsschirm für Zahnärzte

KZBV warnt vor Corona-Hilfe als reinem Kredit

Offenbar soll die Corona-Hilfe für Zahnärzte nach dem Willen des Bundesfinanzministeriums (BMF) jetzt nur noch als reiner Kredit vergeben werden. Angesichts der Krisenlage in den Praxen appelliert der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer, zumindest das im Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) vorgesehene 70:30-Verhältnis zur Verteilung der Lasten beizubehalten.

"Es ist fünf vor zwölf!“, mahnt der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer und appelliert an die Regierung, die bewährten zahnärztlichen Versorgungsstrukturen über die Krise hinaus nicht zu gefährden. Adobe Stock_Robert Kneschke

Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) von heute stellt das BMF die im Referentenentwurf des BMG abgebildete 70:30 Lastenteilung zwischen Zahnärzten und gesetzlichen Krankenkassen plötzlich infrage: Gefordert wird nun offenbar eine komplette Rückzahlung des überzahlten Betrags.

"Damit wäre der Schutzschirm als reines Darlehen ausgestaltet", kommentiert die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung diese Zurücknahme.

Hintergrund

Mit dem am 17. April vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorgelegten Referentenentwurf einer SARS-CoV-2-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung sollte der finanzielle Schutzschirm zur Sicherung der Versorgung auch auf Zahnarztpraxen ausgeweitet werden.

Vorgesehen war in dem Entwurf zunächst für 2020 eine Liquiditätshilfe von 90 Prozent der GKV-Gesamtvergütungen des Jahres 2019; für 2021 und 2022 sollten die Zahnarztpraxen 70 Prozent der Überzahlung wieder an die Krankenkassen zurückzahlen, 30 Prozent zur Sicherung der Versorgungstrukturen und Abfederung der Krise behalten dürfen.

„Würde die Verordnung wie in der FAZ dargestellt in Kraft treten, würde der Versuch der Politik, die massiven negativen Auswirkungen der Corona-Krise für die vertragszahnärztliche Versorgung in Deutschland abzufedern, komplett verfehlt", führte Eßer aus. "Dies wäre kein Schutzschirm, sondern lediglich ein Kredit, der in den nächsten zwei Jahren mit viel Bürokratieaufwand vollständig zurückgezahlt werden müsste."

Ist die zahnärztliche Versorgung für die Politik ohne Bedeutung?

Laut Eßer werde die Krise für die zahnärztlichen Praxen damit nur verlängert. Zudem signalisiere die Politik mit diesem Schritt, dass der Erhalt einer hervorragend funktionierenden flächendeckenden und wohnortnahen zahnärztlichen Patientenversorgung für sie offensichtlich ohne Bedeutung ist.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen befürchtet Eßer erhebliche Substanzverluste in der vertragszahnärztlichen Versorgung - eine hundertprozentige Rückzahlung könnten insbesondere junge Praxen und jene in strukturschwachen ländlichen Regionen nicht leisten. Ohne echte Unterstützung sei die weltweit als beispielhaft anerkannte zahnärztliche Versorgung in Deutschland akut gefährdet.

Zahnärzte arbeiten an vorderster Corona-Front

Das verantwortungsbewusste Handeln der Praxen zur Minimierung von Infektionsrisiken einerseits und die Angst vor Infektionen auf Seiten der Patienten andererseits führten in der jetzigen Krisensituation zu existenzgefährdenden Fallzahlrückgängen. Kurzarbeit und drohende Insolvenzen seien die Folge, da  Praxis- und Investitionskredite, Personal-, Miet- und Materialkosten weiterlaufen. "Dabei haben die Zahnärztinnen und Zahnärzte und ihre Praxisteams vom ersten Tag der Epidemie an nicht nur in der vordersten Coronafront die Versorgung der Menschen aufrechterhalten", veranschaulichte Eßer.

"Wir haben - praktisch aus dem Stand - ein bundesweit flächendeckendes Netz von Behandlungszentren in 30 Kliniken und 170 zahnärztlichen Schwerpunktpraxen für die Akut- und Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten aufgebaut, die mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert sind oder als Verdachtsfall unter Quarantäne gestellt wurden", berichtet der KZBV-Chef. "Daneben gewährleisten wir mit besonders hohen Hygienestandards in den Praxen maximalen Schutz vor Ansteckungen."

Ohne echte Hilfe ist die zahnärztliche Versorgung akut gefährdet

Vor diesem Hintergrund sei es dringend notwendig, zumindest das vorgesehene 70:30-Verhältnis zur Verteilung der Lasten beizubehalten. Die Krankenkassen hätten eine Mitverantwortung für den Erhalt dieser Versorgungsstrukturen, stellte Eßer klar - auch für die Zeit nach der Coronakrise. Eßer: "Hier appellieren wir in aller Dringlichkeit an Bundesfinanzminister Scholz und die Bundesregierung, die bewährten zahnärztlichen Versorgungsstrukturen über die Krise hinaus nicht zu gefährden. Es ist fünf vor zwölf!“

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

30594923048623304862430486253059493 3059494 3048628
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare