Zum Tag der Zahngesundheit

Milchzahnkaries beeinträchtigt spätere Mundgesundheit

Wie wichtig Milchzähne für die Zahngesundheit von Erwachsenen sind, wird laut KZBV und BZÄK nach wie vor unterschätzt. Deshalb sei es nötig, sich noch stärker für die Mundgesundheit der Jüngsten zu engagieren.

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Entgegen einer weitverbreiteten Fehleinschätzung hat Karies im Kleinkindalter äußerst negative Auswirkungen auf die spätere Mundgesundheit von Erwachsenen. Darauf verweist die KZBV  zum Tag der Zahngesundheit.

"Wenn schon Milchzähne an Karies erkranken und nicht rechtzeitig behandelt werden, ist auch für später nachwachsende Zähne das Kariesrisiko deutlich erhöht", erklärt der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer.

Eine aktuelle Studie der Universität Witten/Herdecke (Jordan et al. 2016)* kommt zu entsprechend eindeutigen Ergebnissen: So hatten Studienteilnehmer, die bereits als Kinder kariöse Erkrankungen an den Milchzähnen aufwiesen, durchschnittlich an 14,8 mehr Zahnflächen eine Karies als Erwachsene, die als Kind kariesfrei waren.

Probanden, die bereits an frühkindlicher Karies erkrankt waren, hatten zudem im Durchschnitt 3,8 funktionstüchtige Zähne weniger. Auch hinsichtlich der Mundhygiene zeigten sich deutliche Defizite im Vergleich zu den Frauen und Männern, deren Milchgebiss kariesfrei war.


"Eltern müssen Kinderzähne putzen – unbedingt!"

Auch die Bundeszahnärztekammer bezog Stellung: Gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Splieth, Leiter der Abteilung Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde der Universität Greifswald und Dr. Michael Kleinebrinker, Referatsleiter beim GKV-Spitzenverband, formulierte Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer seine Botschaften an die Öffentlichkeit:

  • Es ist notwendig, sich noch stärker für die Mundgesundheit der Jüngsten zu engagieren.
  • Die Gruppenprophylaxe muss gestärkt und auf die Jüngsten ausgeweitet werden.
  • Es sind vernetzte Strategien aller Akteure notwendig, um gefährdete Gruppen zu erreichen.

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"Viele Eltern unterschätzen leider immer noch die mitunter verheerenden Auswirkungen frühkindlicher Karies", betont Eßer. Denn häufig seien gravierende Folgeschäden im späteren Kindes- und Erwachsenenalter die Konsequenz. "Diese Entwicklung hat nicht zuletzt auch erhebliche ökonomische Konsequenzen für Betroffene und Kostenträger. Nach uns vorliegenden Zahlen ist die Versorgung von Menschen mit frühkindlicher Karieserfahrung immerhin etwa viermal so teuer, wie die Behandlung von Patienten mit gesunden Milchzähnen", führt der KZBV-Chef aus.

Aus vertragszahnärztlicher Sicht werde Eltern deshalb dringend empfohlen, die zahnärztlichen Vorsorgeangebote für ihre Kinder wahrzunehmen, die die gesetzliche Krankenversicherung vorsieht. "Neben der Vorsorge zu Hause durch richtiges Zähneputzen und eine zahngesunde Ernährung, sollten Eltern mit ihrem Kind ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne zweimal im Jahr zur Kontrolle gehen. Denn besonders diese regelmäßigen Termine tragen nachweislich zur Früherkennung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten bei", erläutert Eßer.

Das zahnärztliche Versorgungskonzept „Frühkindliche Karies vermeiden“ (ECC-Konzept), ein entsprechender Ratgeber für die zahnärztliche Praxis, die Broschüre „Gesunde Zähne für Ihr Kind“, sowie weitere nützliche Informationen können auf der Website der KZBV abgerufen werden.

* Jordan, A. R., et al. (2016). Early Childhood Caries and Caries Experience in Permanent Dentition. Swiss Dental Journal 126(2): 114-119.

ECC hat in den vergangenen Jahren in Deutschland stark zugenommen. Dabei konzentriert sich das Erkrankungsrisiko auf Bevölkerungsschichten mit niedrigem sozialem Status: Zwei Prozent dieser Kinder vereinen 52 Prozent der Karies auf sich.

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