STIKO, Deutscher Ethikrat, Leopoldina

Wer sollte zuerst geimpft werden?

Die Ständige Impfkommission (STIKO), der Deutsche Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina haben in einem gemeinsamen Positionspapier Empfehlungen für einen gerechten und geregelten Zugang zu einem COVID-19-Impfstoff gegeben.

Vier Impfziele werden benannt: 1. die Verhinderung schwerer COVID-19-Verläufe und Todesfälle, 2. der Schutz von Personen mit besonders hohem arbeitsbedingten Expositionsrisiko, 3. der Schutz vulnerabler Personen und 4. die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens. Adobe Stock_Alexey Novikov

Die Experten weisen darauf hin, dass bereits Anfang 2021 erste Impfstoffe zum Schutz gegen COVID-19  zugelassen werden könnten, doch zumindest am Anfang aller Voraussicht nach nicht für alle Impfstoffdosen zur Verfügung stehen. Deswegen sei eine Priorisierung notwendig.

Priorisierung: Ethisch-rechtliche Aspekte müssen maßgeblich sein

Vor diesem Hintergrund haben die Wissenschaftler medizinisch-epidemiologische Aspekte der Infektionsprävention mit ethischen, rechtlichen und praktischen Überlegungen zusammengeführt und daraus einen Handlungsrahmen für die anfängliche Priorisierung der Impfmaßnahmen gegen COVID-19 entwickelt.

Die Entscheidung, wer vorrangig welche Impfstoffe erhalten soll, darf aus ihrer Sicht nicht nur auf Grundlage medizinisch-epidemiologischer Erkenntnisse festgelegt werden, vielmehr müssen auch ethische und rechtliche Erwägungen maßgeblich sein.

Da zurzeit noch entscheidende Ergebnisse aus den laufenden klinischen Studien (Phase 3) zu den Eigenschaften der Impfstoffe fehlen, könne dieSTIKO noch keine detaillierte Empfehlung zu den vorrangig zu impfenden Personengruppen abgeben.

Die ethischen und rechtlichen Prinzipien, nach denen eine Priorisierung zu erfolgen hat, stünden aber bereits fest: Neben der Selbstbestimmung seien dies die Nichtschädigung beziehungsweise der Integritätsschutz, die Gerechtigkeit, die grundsätzliche Rechtsgleichheit, die Solidarität sowie die Dringlichkeit.

Vier Impfziele werden benannt

Diese ethischen und rechtlichen Prinzipien schlagen sich den Fachleuten zufolge in konkreten Impfzielen nieder:

  1. Verhinderung schwerer COVID-19-Verläufe (Hospitalisation) und Todesfälle;
  2. Schutz von Personen mit besonders hohem arbeitsbedingten SARS-CoV-2-Expositionsrisiko (berufliche Indikation);
  3. Verhinderung von Transmission sowie Schutz in Umgebungen mit hohem Anteil vulnerabler Personen und in solchen mit hohem Ausbruchspotenzial;
  4. Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen und des öffentlichen Lebens.

Die Verteilung der anfangs knappen Impfstoffe berühre ethisch wie grundrechtlich relevante Werte und erfordere daher eine klare gesetzliche Regelung. Die Verteilung der Impfstoffe sei zudem so zu organisieren, dass die Impfziele auch sicher erreicht werden. Hierzu bedürfe es geeigneter neuer Strukturen. Eine "einheitliche, transparente und damit vertrauenserweckende sowie akzeptanzsichernde Verteilung" sei geboten, was für eine Impfstrategie spreche, die nicht auf einzelnen Hausärzten beruht, sondern auf staatlich mandatierten Impfzentren.

Impfungen - nur auf freiweilliger Basis

"Impfungen setzen prinzipiell eine aufgeklärte, freiwillige Zustimmung voraus", schreiben die Autoren.  Deshalb müssten die Priorisierungskriterien der Bevölkerung verständlich dargelegt werden. Eine undifferenzierte, allgemeine Impfpflicht schließen sie aus.

Eine selbstbestimmte Impfentscheidung erfordere eine kontinuierliche, transparente Information und Aufklärung der Bevölkerung zur Wirksamkeit der Impfung und zu ihren Risiken, betonen die Experten. Um mögliche Impfrisiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren, müsse eine zeitnahe bundesweite Erfassung aller Impfungen und eine Bewertung von unerwünschten Ereignissen in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung etabliert werden.

In dem Zusammenhang fordern die Autoren eine produktspezifische Erfassung der COVID-19-Impfungen in einer zentralen Datenbank, auch zur genauen Ermittlung der Impfquoten.

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