Praxis

500 ZFA-Azubis starten allein in Berlin

Heute startet ein neuer Azubi-Jahrgang in Deutschlands Zahnarztpraxen. Allein in Berlin treten 500 junge Menschen ihren Ausbildungsplatz an. Die Hauptstadt hat die höchste Zahnarztdichte der Republik. Entsprechend viele ZFA werden auch gebraucht.

Nah am Kollegen, nah am Patienten und immer nah am medizinischen Fortschritt. Auszubildende in Zahnarztpraxen erwartet eine moderne, klar strukturierte Arbeitswelt. Robert Kneschke - Fotolia

Dr. Detlef Förster ist Leiter des Referats Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) und Mitglied des Vorstandes der Zahnärztekammer Berlin. BZÄK

Dr. Detlef Förster ist Leiter des Referats Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) und Mitglied des Vorstandes der Zahnärztekammer Berlin. Auf zm-Anfrage erklärt er: „In Berlin haben wir im Gegensatz zu manch anderen Bundesländern wieder steigende Ausbildungszahlen, bis zu fünf Prozent mehr. Mit Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September 2016 gibt es über 500 Neuregistrierungen für die Ausbildung zur/zum Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA). Trotz dieser erfreulichen Steigerung der Ausbildungszahlen sind derzeit in unserer Ausbildungsplatzbörse www.zajobo.de noch rund 120 unbesetzte Ausbildungsplätze im Bereich der Zahnärztekammer Berlin verzeichnet."

In Berlin wurde die Ausbildungsvergütung angehoben

Damit die Vermittlungsquote weiter verbessert wird und die ZFA-Ausbildung für Schüler attraktiv bleibt, habe man in Berlin die Ausbildungsvergütung angehoben, so Förster weiter. Zudem "werden Schüler auf zahlreichen Veranstaltungen, in Arbeitsagenturen oder auf Messen sowie durch Publikationen über die hervorragenden Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten dieses Berufes informiert", ergänzt das Kammermitglied.

Die Bundeszahnärztekammer erhebt die Azubi-Zahlen zum 31.09.2016. Wir werden darüber berichten.


Wichtige Infos zum Ausbildungsstart

Grundsätzlich können Auszubildende an jedem Tag des Jahres eingestellt werden. Um jedoch gewährleisten zu können, dass die Abschlussprüfung innerhalb der 36 Monate dauernden Ausbildungszeit abgelegt werden kann, bitten einige Zahnärztekammern die Ausbilder, die Ausbildung für das Wintersemester und für das Sommersemester in ganz bestimmten Zeiträumen beginnen zu lassen.

Quelle: Zahnärztekammer Berlin

  • Jugendliche müssen vor Beginn ihrer Ausbildung eine Bescheinigung über eine ärztliche Erstuntersuchung vorlegen, die nicht länger als 14 Monate zurückliegt. Ein Jahr nach Beginn der Ausbildung muss eine Nachuntersuchung stattfinden, sofern das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht ist. Die Kosten der Untersuchungen trägt in der Hauptstadt beispielsweise das Land Berlin.

Unabhängig davon

  • muss vor Aufnahme der Tätigkeit nach der Unfallverhütungsvorschrift BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ von einem ermächtigtem Arbeitsmediziner in einer Erstuntersuchung geklärt werden, ob gegen die geplante Tätigkeit gesundheitliche Bedenken bestehen. Während der Tätigkeit müssen regelmäßig Nachuntersuchungen durchgeführt werden (§ 8 BGV A4).

Die ärztliche Untersuchung von Jugendlichen nach den §§ 32-46 JArbSchG ersetzt nicht die nach der Unfallverhütungsvorschrift BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ vorgeschriebene Untersuchung durch Ärzte. Beide Untersuchungen können ggf. bei einem ermächtigten Arzt gemeinsam durchgeführt werden.

Quelle: Zahnärztekammer Berlin

Wer eine Ausbildung beginnt oder einen neuen Job antritt, hat in der Regel erst einmal einige Wochen oder Monate Probezeit. Dabei sollen sich Arbeitnehmer und Ausbilder besser kennenlernen. In diesen Wochen können beide Seiten von heute auf morgen ohne Angabe von Gründen kündigen. Die Probezeit dauert für Auszubildende mindestens einen und höchstens vier Monate.

Quelle: Süddeutsche

Arbeitszeit generell

  • 40 Stunden/Woche: Höchstgrenze, die nicht überschritten werden darf

Tägliche Arbeitszeit

  • Vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Hinzurechnung der Ruhepausen.
  • Grundsätzlich beträgt sie nicht mehr als 8 Stunden. Verlängerung auf 8 ½ Stunden ist möglich, wenn an anderen Werktagen der gleichen Woche verkürzt gearbeitet wird.
  • Der 1. Berufsschultag wird mit 8 Stunden auf die Arbeitszeit angerechnet, der 2. Berufsschultag mit der tatsächlichen Unterrichtszeit einschließlich der Pausen.

Mehrarbeit

  • Bei Überschreitung der vereinbarten Arbeitszeit ist innerhalb der folgenden 3 Wochen der entsprechende Freizeitausgleich zu gewähren.

Schichtzeit

  • Die tägliche Arbeitszeit einschließlich der Ruhepausen darf 10 Stunden pro Tag nicht überschreiten.

Ruhepause

  • Feststehende Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 Minuten Dauer.
  • 30 Minuten Pause bei einer Arbeitszeit von mehr als 4 ½ bis 6 Stunden, 60 Minuten Pause bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden
  • Die 1. Pause muss spätestens nach 4 ½ Stunden gewährt werden

Nachtruhe und Freizeit

  • Die Beschäftigung Jugendlicher ist nur zwischen 6.00 und 20.00 Uhr erlaubt.
  • Nach Arbeitsende muss eine ununterbrochene Freizeit von 12 Stunden eingehalten werden.

5-Tage-Woche

  • Samstag und Sonntag sind grundsätzlich arbeitsfrei (im Betrieb).
  • Ausnahme: Zahnärztlicher Notdienst und außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen; jedoch hat ein Ausgleich durch Freistellung an einem anderen berufsschulfreien Arbeitstag derselben Woche zu erfolgen.

Quelle: Zahnärztekammer Berlin

Fehlt ein Azubi in der Berufsschule, weil er krank ist, muss er nicht nur in der Schule Bescheid sagen, sondern auch im Ausbildungsbetrieb. Und zwar schnell. Das heißt, entweder unmittelbar zum Arbeitsbeginn oder noch besser: vorher.

Quelle: Süddeutsche

Mit Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags verpflichten sich Azubis, die Arbeitszeiten einzuhalten. Auch die Berufsschule gehört zur Arbeitszeit, die der Ausbilder bezahlt.

Quelle: Süddeutsche

Wenn man sich nicht an die Regeln hält, spricht der Arbeitgeber eine Abmahnung aus. Sie ist die unmittelbare Vorstufe zur fristlosen Kündigung. Doch man kann sich auch dagegen wehren. Wer das Gefühl hat, dass der Vorwurf nicht zutrifft, sollte eine Gegendarstellung schreiben. Sie kommt auch in die Personalakte und kann die Abmahnung abschwächen.

Quelle: Süddeutsche

Eine Verkürzung aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen zum Ende der Ausbildungszeit ist möglich, wenn der Zensurendurchschnitt von 1,8 in allen prüfungsrelevanten Fächern auf dem Berufsschulzeugnis des regulär 4. Semesters erzielt wurde. Bei diesem Antrag ist lediglich die Kenntnisnahme der ausbildenden Praxis auf dem Antragsformular erforderlich.

Quelle: Zahnärztekammer Berlin

Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil ( AZ: 5 AZR 622/98) vom 15.03.2000 entschieden, dass der gesetzliche Anspruch der Auszubildenden auf Verlängerung des Ausbildungsverhältnisses bei nichtbestandener Abschlussprüfung auf ihr Verlangen hin auch den Zeitraum bis zur zweiten Wiederholungsprüfung umfasst, sofern diese innerhalb der Jahresfrist liegt.

Dabei müssen die Auszubildenden dieses Verlangen innerhalb von zwei Wochen nach nicht bestandener Prüfung schriftlich beim Arbeitgeber erklären und der Zahnärztekammer hierüber Mitteilung machen.

Grundsätzlich gelten folgende Möglichkeiten der Beendigung des Ausbildungsverhältnisses:

  • Kündigung während der Probezeit (ohne Einhaltung einer Frist, ohne Angabe von Gründen und schriftlich)
  • Trennung im Rahmen eines einvernehmlichen Aufhebungsvertrages
  • Kündigung aus wichtigem Grunde (wobei die angegebenen Gründe nicht länger als zwei Wochen zurück liegen dürfen)
  • Mit Bestehen der Abschlussprüfung bzw. mit Bestehen einer der zwei möglichen Wiederholungsprüfungen
  • Ende mit Vertragsablauf, wenn bei nicht bestandener Prüfung kein Verlängerungsantrag gestellt wird
  • Mit Ablauf max. eines Jahres nach dem Ende des ursprünglich vertraglichen Ausbildungsendes, sofern nicht zuvor die Prüfung bestanden worden ist.

Eine Probezeitverlängerung über die gesetzlichen 4 Monate hinaus ist nicht möglich. Wird die Probezeit um mehr als 6 Wochen unterbrochen, kann bei der Zahnärztekammer Berlin ein Antrag auf Verlängerung der Probezeit gestellt werden.

Quelle: Zahnärztekammer Berlin

Für die Ausbildung in Praxen mit dem Schwerpunkt Kieferorthopädie, Oralchirurgie, Ausbildung bei der Bundeswehr oder in Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes gilt:

Sollte es in der Praxis oder Einrichtung nicht möglich sein, weitgehend alle Bereiche der Ausbildungsordnung zu vermitteln, so ist es erforderlich, die fehlenden Bereiche in einer anderen Praxis oder Einrichtung vermitteln zu lassen.

Quelle: Zahnärztekammer Berlin


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