Studie zu Antigen-Schnelltests

Kein signifikanter Unterschied zwischen Profi- und Selbsttestung

Eine Studie der Berliner Charité zeigt, dass Antigenschnelltests zum Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion auch ohne professionelle Hilfe durchgeführt werden können. Es gibt keinen signifikanten Unterschied zwischen dem professionellen Testen und der Selbsttestung.

Es besteht kein signifikanter Unterschied zwischen einem professionell durchgeführten Antigenschnelltest und der Selbsttestung. adobestock_ Lisa

Eine aktuelle Studie der Berliner Charité zeigt: Jeder kann selbst einen Antigenschnelltest durchführen, um herauszufinden, ob er sich mit COVID-19 infiziert hat oder nicht. Laut Studienautorin Dr. Claudia Denkinger, Leiterin der Sektion Klinische Tropenmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg, gibt es keinen signifikanten Unterschied zur professionellen Testung.

146 Teilnehmer wurden untersucht

Insgesamt 146 symptomatische Erwachsene, bei denen der Verdacht auf eine COVID-19 Infektion bestand, führten in der Untersuchung der Charité selbst einen Antigenschnelltest durch. Dabei wurden sie nur beobachtet, nicht angeleitet. Jeder Teilnehmer bekam aber vorher schriftliche und grafische Anleitungen, wie er den Selbstabstrich aus der vorderen Nase selbst durchführen und anschließend das Ergebnis ablesen kann.

Im Anschluss entnahm das Personal von jedem Teilnehmer einen tiefen nasopharyngealen Abstrich, der dann auch mit einem Antigenschnelltest untersucht wurde. Außerdem entnahm es von jedem Probanden einen kombinierten Abstrich aus dem Mund- und Nasen-Rachen-Raum, um per PCR eine Referenzdiagnose zu stellen.

Beim Selbsttest wurde nur ein Infizierter weniger erkannt

Im Ergebnis konnte beim Selbsttest nur ein Infizierter weniger erkannt werden als bei den professionell durchgeführten Tests.

Studie der Charité und des Universitätsklinikums Heidelberg

Unter bestimmten Bedingungen kann für einen Antigen-Schnelltest ein Selbstabstrich aus der vorderen Nase eine verlässliche Alternative zu einem professionellen Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum sein.

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Laut PCR-Ergebnis hatten sich insgesamt 40 (27,4 Prozent) der 146 Teilnehmer mit COVID-19 infiziert. Die Selbsttestung stellte 33 der 40 PCR-Positiven fest, wobei die Sensivität der Selbsttestung bei 82,5 Prozent lag und die Spezifität 100 Prozent betrug. Die professionelle Testung durch medizinisches Personal erkannte 34 der 40 PCR-Positiven, was einer Sensivität von 85 Prozent entspricht.    

Das bedeutet, die positive prozentuale Übereinstimmung zwischen der Selbsttestung und der professionellen Testung lag bei 91,4 Prozent. Die negative prozentuale Übereinstimmung betrug 99,1 Prozent.

Die Zuverlässigkeit nimmt bei geringer Viruslast ab

Bei Teilnehmern mit geringer Viruslast konnten die Antigenschnelltests eine Infektion nicht erkennen. Hier betrug die Sensitivität 45,6 Prozent für den Selbsttest und 54,5 Prozent für den professionellen Schnelltest.

Bei Teilnehmern mit hoher Viruslast konnten sowohl die Antigenschnelltests aus tiefen Nasenabstrichen als auch die Selbstabstriche in 96,6 Prozent der Fälle, eine Infektion feststellen. Die anwesenden Studienärzte konnten bei 25 der 40 Teilnehmern Fehler bei der Entnahme der Probe und Testung beobachten.

Die Studienautorin Denkinger ist zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir konnten zeigen, dass die Antigenschnelltests unabhängig davon, ob sie professionell oder im Selbsttest durchgeführt werden, bei einer hohen Viruslast sehr gut funktionieren“. Bereits vorherige Studien haben gezeigt, dass die Zuverlässigkeit bei geringer Viruslast abnimmt.

Die Studie wurde fand vom 30. November bis zum 11. Dezember 2020 am Coronatestzentrum der Berliner Charité statt.

Andreas K. Lindner, Olga Nikolai, Chiara Rohardt, Franka Kausch, Mia Wintel, Maximilian Gertler, Susen Burock, Merle Hörig, Julian Bernhard, Frank Tobian, Mary Gaeddert, Federica Lainati, Victor M. Corman, Terry C. Jones, Jilian A. Sacks, Joachim Seybold, Claudia M. Denkinger, Frank P. Mockenhaupt, SARS-CoV-2 patient self-testing with an antigen-detecting rapid test: a head-to-head comparison with professional testing, doi: doi.org/10.1101/2021.01.06.2024900, Preprint-Server MedRxiv

Durchführungsfehler haben keinen Effekt auf Ergebnisse

Die Probeentnahme wies neben der Extraktion und dem Auftragen der Probe die größte Variabilität auf. Bessere Anleitungen, eventuell auch Videoanleitung, könnten diese Probleme vermindern. Auch gibt es Überlegungen, Tests speziell für unerfahrene Nutzer zu entwickeln.

Nichtsdestotrotz zeigt die Studie, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen der Selbsttestung und professionellen Testung bei Antigenschnelltests gibt. Der Vorteil von der Selbsttestung besteht vor allem darin, dass häufiger getestet werden kann. Bislang dürfen die Tests aber nicht an Laien abgegeben werden. Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung der Tests als Selbsttest ist die Freigabe von Antigenschnelltests für die Anwendung durch Laien durch das RKI oder das BMG und danach durch die Hersteller.  

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