Zahnärzte in Schleswig-Holstein

Mundgesundheit: Neues Maßnahmenpaket für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen

Um Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen eine bestmögliche Versorgung zu ermöglichen, haben Zahnärztekammer und KZV Schleswig-Holstein ein Maßnahmenpaket zur Mund- und Zahngesundheit erstellt.

Zusammen mit Sozialminister Dr. Heiner Garg und dem stellvertretenden KZV-Vorsitzenden Peter Oleownik stellte die Kammer die Inhalte gestern vor. „Der Erhalt der Zahngesundheit ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit und das Wohlbefinden insgesamt. Pflegebedürftige, demenziell Erkrankte oder Menschen mit Behinderung benötigen dafür besondere Unterstützung von Angehörigen oder Pflegekräften. Nutzen Sie den Anspruch auf Prophy­laxe, die neuen Fortbildungsangebote und praktischen Hilfen der Zahnärztekammer zum Wohle der Betreuten“, sagte Garg. von links nach rechts: Patricia Drube (Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein), Dr. Martina Walther (Vorstand Prävention der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein), Anette Langner (Mitglied des Vorstands Pflegegesellschaft), Dr. Heiner Garg (Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein), Dr. Michael Brandt (Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein) und Peter Oleownik (stellvertretender Vorsitzende der KZV Schleswig-Holstein) Zahnärztekammer Schleswig-Holstein

Die Inhalte des Maßnahmenpakets

  1. Anspruch auf Individualprophylaxe gemäß §22a SGB V. für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen
  2. Fortbildung zum Thema „Mundhygiene in der Pflege“
  3. „Handbuch der Mundhygiene“
  4. Ratgeber „Aufsuchende Zahnmedizin für Pflegebedürftige“
  5. Erweiterung des Angebots bei der Patientenberatungsstelle mit Praxisspezifikationen

1. Anspruch auf Individualprophylaxe gemäß §22a SGB V. für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen

Ab dem 1. Juli haben Pflegebedürftige und Menschen mit Behin­derungen aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation Anspruch auf Leis­tungen zur Ver­hütung von Zahnerkrankungen.

„Wir hoffen, dass wir mit der Richtlinie das hohe Risiko dieser Personengruppe an Karies und Parodontitis zu erkranken, senken können“, betonte Brandt.

„Mit circa 150 Kooperationsverträgen nach § 119 b SGB V, Tendenz steigend, und mehr als 14.000 erbrachten Besuchsleistungen nach BEMA 151 bis 155 leisten die schleswig-holsteinischen Zahnärztinnen und Zahnärzte bereits einen wertvollen Beitrag zur Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen“, ergänzte Oleownik.

Nun sei die Politik am Zug, das bürokratische Antrags- und Genehmigungsverfahren für die Krankenbeförderung von immobilen Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen aufzuheben, um den Betroffenen einen schnellen Zugang zur zahnärztlichen Sanierung zu ermöglichen.

2. Fortbildung zum Thema „Mundhygiene in der Pflege“

Wie entstehen Karies und Parodontitis? Wie sieht eine zahngesunde Ernährung aus? Warum ist Mundpflege wichtig und wie kann ich Pflege­bedürftigen bei ihrer Mund- und Zahnpflege helfen? Mit ihrem Fortbildungsangebot zum Thema „Mundhygiene in der Pflege“ will die Kammer genau diese Fragen für Pflege- und Betreuungskräfte sowie in der Pflege Tätigen beantworten. 

Das Angebot gliedert sich in einen theoretischen und in einen praktischen Teil. In der Fortbildung erfahren die Teilnehmer, wie sie Pflegebe­dürftigen und Menschen mit Behinderungen bei ihrer Mund- und Zahnhygiene unterstützen können.

3. „Handbuch der Mundhygiene“

Der Ratgeber „Handbuch der Mundhygiene“ in Kalenderform richtet sich in erster Linie an das Personal in Pflegeeinrichtungen und unterstützende Personen und umfasst zahlreiche Informa­tionen und Hinweise zur Zahn-, Mund- und Zahnersatz­pflege für Menschen mit Pflegebedarf.

„Wir sind überzeugt, dass das Handbuch eine wichtige Hilfe für das Pflege- und Betreuungspersonal ist“, hob Brandt hervor. Mit Dr. Martina Walther, Vorstand Prävention der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, übergab er das „Handbuch der Mundhygiene“  an den Vorstand des Forums Pflegegesellschaft Anette Langner.

4. Ratgeber „Aufsuchende Zahnmedizin für Pflegebedürftige“

Zusammen mit der Zahnärztekammer Hamburg hat die Zahnärzte­kammer Schleswig-Holstein den Ratgeber „Aufsuchende Zahnmedizin für Pflegebedürftige“ für Zahnärzte herausgegeben,  voll gespickt mit wertvollen Informationen und Tipps im Umgang mit Pflege­bedürftigen und Menschen mit Behinderungen.

5. Erweiterung des Angebots bei der Patientenberatungsstelle mit Praxisspezifikationen

Gibt es einen Zahnarzt, der mich im Rollstuhl behandelt? Gibt es eine Praxis, die Hausbesuche durchführt? Rund 2000 Ratsuchende kontaktieren jährlich die Zahnhotline der Zahnärztekammer und der KZV.

Da sich viele Anfragen auf spezielle Bedürfnisse und besondere Behandlungsmöglichkeiten beziehen, können Zahnärzte demnach ihre Praxis­besonderheiten, wie Hausbesuche, Narkosebehandlungen oder Gebärdensprache, ab sofort online eintragen. Die Mitarbeiterinnen der Zahnhotline geben die neuen Daten dann direkt an ihre Anrufer weiter.

Pflegebedürftige: 2 x 4 Minuten täglich für die Mund- und Zahnpflege

Ziel ist, mithilfe des Maßnahmenpakets die Mund- und Zahngesundheit für Pfle­gebedürftige und Menschen mit Behinderungen zu verbessern. „Wir sind aber noch nicht zufrieden“, sagte Walther. „Wir fordern, dass eine tägliche Zeit von 2 x 4 Minuten für die Mund- und Zahnpflege zusätzlich zur allgemeinen Körperpflege aufge­nommen wird.“

Die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt. In Schleswig-Holstein haben rund 98.000 Menschen eine anerkannte Pflegestufe. Sie können sich oft nur eingeschränkt bewegen und sind bei ihrer Mund- und Zahnhygiene auf die Hilfe von Angehörigen und Pflegepersonal angewiesen.

Quelle: Zahnärztekammer und KZV Schleswig-Holstein

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