Deutschland

1,3 Millionen Zahnimplantate pro Jahr

In allen Industrienationen steigt die Zahl der Patienten, die mit Implantaten versorgt werden. Allein in Deutschland werden jährlich rund 1,3 Millionen Implantate gesetzt - vor 20 Jahren waren es nur 380.000.

Die Zahl jener Patienten, die von einer implantologischen Behandlung profitieren können, steigt. Nachteil: Der demografische Wandel in Verbindung mit dem breiteren Indikationsspektrum für implantologische Konzepte sorgt auch dafür, dass Zahnärzte mehr Risikopatienten versorgen und die absolute Zahl an Komplikationen steigt.

"Implantatgetragener Zahnersatz, die 'Notversorgung' der 1960er Jahre, ist heute ein wissenschaftlich anerkanntes, etabliertes Therapieverfahren", betonte Prof. Frank Schwarz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI), auf dem 32. Kongress der Gesellschaft in Wiesbaden. Entsprechend steige die Zahl jener Patienten, die von einer implantologischen Behandlung profitieren können, ebenso die Zahl der Zahnärzte, die implantologische Leistungen in ihren Praxen anbieten.

Problem Periimplantitis: Die Zahl der Komplikationen steigt auch

Der demografische Wandel in Verbindung mit dem breiteren Indikationsspektrum für implantologische Konzepte sorge aber auch dafür, dass Zahnärzte mehr Risikopatienten versorgen und die absolute Zahl an Komplikationen steigt.

Die Periimplantitis galt früher als eine seltene Erkrankung, die erst viele Jahre nach einer Implantation auftreten kann. „Diese Einschätzung ist obsolet“, sagte Schwarz. Die Erkrankung könne bereits zwei bis drei Jahre nach der Implantation beginnen. Sie entwickele sich nicht-linear und – verglichen mit einer Parodontitis – beschleunigt.

Dieser zunehmenden klinischen Relevanz periimplantärer Infektionen haben die US-amerikanischen und europäischen Organisationen für Parodontologie Rechnung getragen. Ende Juni publizierten sie eine neue Klassifikation parodontaler Erkrankungen, bei der erstmals auch die Periimplantitis und ihre Vorstufe, die periimplantäre Mukositis, aufgenommen wurde. Seit zwei Jahren liegt außerdem eine S3-Leitlinie der DGI zur Therapie periimplantärer Infektionen vor.

Die jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) publizierte S3-Leitlinie zur Therapie periimplantärer Infektionen ist weltweit die erste Leitlinie zu dem Thema auf diesem Qualitätsniveau.

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Zum Hintergrund

Die periimplantäre Mukositis gilt als reversibel. Darum ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig. Das Gewebe ist gerötet, geschwollen und es blutet, wenn es um das Implantat herum sanft sondiert wird. Bleibt eine Mukositis unbehandelt, kann die Entzündung auf das umliegende Knochengewebe übergreifen – die Diagnose lautet dann: Periimplantitis. Für die Therapie der Periimplantitis, bei der am Ende der Verlust des Implantats droht, wurden verschiedene Behandlungsmaßnahmen untersucht - von der nichtchirurgischen Therapie bis zur chirurgischen Therapie. Welches Konzept davon am besten ist, kann jedoch noch nicht beurteilt werden.

„Eine entscheidend wichtige Botschaft für unsere Patientinnen und Patienten müssen wir immer wieder und intensiv kommunizieren, da diese an einem entscheidenden Risikofaktor der Periimplantitis ansetzt: Ein Zahnimplantat muss mindestens so gut gepflegt und noch engmaschiger kontrolliert werden wie die eigenen Zähne", betonte Schwarz.

Prof. Dr. med. dent. Frank Schwarz ist Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Implantologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie e.V.

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