Zahnmedizin

Der Fall: Verdacht auf Fluorose

Bei einem achtjährigen Mädchen wurde eine Fluorose vermutet. Aber die genauere Diagnose ergab ein völlig anderes Krankheitsbild. Schulen Sie Ihren Blick!

Abbildung 1: Ansicht der Frontzähne. Die Zähne 11 und 21 weisen neben den umschriebenen Opazitäten im inzisalen Bereich auch wolkenähnliche und linienförmige Opazitäten auf. Feierabend

Abbildung 2: Zahn 26 bei Aufnahme der Patientin. Zahn 65 ist zudem mesio-bukkal und mesio-palatinal von diskreten Hypomineralisationsarealen betroffen. Feierabend
Abbildung 3: Die Gegenseite: Zähne 16 und 55. Zahn 16 ist klinisch unauffällig, Zahn 55 dagegen weist deutliche Hypomineralisationen und auch Einbrüche der Schmelzoberfläche auf. Feierabend
Abbildung 4: Bukkale Ansicht auf die Zähne 55 und 16. Feierabend
Abbildung 5: Zahn 16 nach Entfernung der hypomineralisierten Zahnhartsubstanz. Zahn 65 weist inzwischen mesio-bukkal einen Einbruch des Schmelzes auf. Feierabend
Abbildung 6: Zahn 26 nach Einsetzen der Restauration. Feierabend

Die achtjährige Patientin wurde 2012 mit der Verdachtsdiagnose einer Fluorose von ihrem Hauszahnarzt in die Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg überwiesen. Zusätzlich zur Verifizierung der Diagnose wurde darum gebeten, die weitere Behandlung des Zahns zu übernehmen und ihn restaurativ und langfristig zu versorgen. Die bisherigen Versuche mit adhäsiver Füllungstherapie seien gescheitert.

Die eingehende Anamnese der Patientin ergab die - nicht immer regelmäßige - Gabe von Fluorid-Tabletten ab der Geburt bis zum ersten Lebensjahr sowie den Gebrauch fluoridhaltige Kinderzahnpaste ab dem ersten Zahn. Später sei zusätzlich die systemische Fluoridierung in Form von Speisesalz erfolgt. Aufgrund dieser Daten lag zunächst der Verdacht einer Dental-Fluorose nahe, der klinische Befund konnte dies allerdings nicht bestätigen.

Klinischer Befund

Die Patientin wies im Frontzahngebiet an den Vestibulärflächen der mittleren Oberkiefer-Inzisivi deutlich abgrenzbare milchig-weiß bis dunkelgelb-orange Opazitäten auf. Inzisal der Opazitäten zeigten sich weniger gut abgegrenzte milchig-weiße Opazitäten mit teils wolken-ähnlicher Struktur, teils linien-förmiger Art. Die lateralen Oberkiefer-Inzisivi waren noch nicht durchgebrochen. Weiterhin fanden sich weniger auffällige Opazitäten an den Unterkiefer-Inzisivi, insbesondere an den Zähnen 31 und 42. Außerdem wies der Zahn 83 im inzisalen Anteil eine Opazität auf (Abbildung 1).

Zusätzlich zu den Frontzähnen waren die Molaren in sehr unterschiedlicher Ausprägung betroffen. Dies reichte von lediglich kleineren Opazitäten bis zu darüber hinausgehenden Schmelzverlusten: Im ersten Quadranten war Zahn 16 klinisch vollkommen unauffällig, hier zeigte aber der zweite Milchmolar insbesondere bukkal Opazitäten und Einbrüche des Schmelzes (Abbildungen 3 und 4) auf.

Zahn 26, auf den laut Hauszahnarzt ein besonderer Fokus gelegt werden sollte, stellte sich wie folgt dar: Klinisch waren etwa zwei Drittel des Zahnes restaurativ versorgt. Die noch bestehenden Höcker im mesio-bukkalen und disto-palatinalen Bereich, die unmittelbar an die adhäsiv befestigte Abdeckung grenzten, wiesen weitere Opazitäten auf (Abbildung 2).

Zudem war - wenn auch gering ausgeprägt - eine Opazität im mesio-palatinalen Anteil des zweiten Milchmolaren zu erkennen, sowie sehr schwach ausgepägt im mesio-bukkalen Anteil des gleichen Zahns (Abbildung 2).

Die Eltern ergänzten, dass es an diesem Zahn immer wieder zu Schwierigkeiten mit den applizierten Füllungen/Aufbauten gekommen sei. Im Unterkiefer dagegen erschienen sowohl die Milchmolaren als auch die Sechsjahrmolaren klinisch unauffällig. Die Eltern und ihr Kind berichteten von immer wieder auftretenden Hypersensibilitäten beim Essen und Trinken sowie beim Zähneputzen.


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