Zahnmedizin

Flüchtlingszahnmedizin: Die Liste bringt Sicherheit!

Mehr als 1.000 Zahnärzte und Praxisteams nahmen an Informationsveranstaltungen der KZVB zur Versorgung von Asylbewerbern teil. "Wir vermitteln die Leitplanken", sagt ihr Referent für Vertragswesen, Dr. Cornelius Haffner, und beantwortet hier die wichtigsten Fragen.

Mit ihren Informationsveranstaltungen will die KZVB Leitplanken zur zahnmedizinischen Versorgung von Asylbewerbern setzen, sagt ihr Geschäftsführer Dr. Cornelius Haffner. Marco2811 - Fotolia

zm: Über was wurde konkret informiert?
 
Dr. Cornelius Haffner: Neben den rechtlichen Grundlagen - hier dem Asylbewerberleistungsgesetz und einer gesonderten Rahmenvereinbarung zwischen der KZVB und den Kostenträgern - wurden Leitplanken vermittelt. Die sollen helfen, die zahnärztliche Versorgung von Asylbewerbern sowohl in der regelgerechten Durchführung wie auch bei der anschließenden Abrechnung sinnvoll zu gestalten.

Die Veranstaltung klärte die wichtigsten Fragen zur Abrechnung von an Asylbewerbern erbrachten Leistungen: Welche Behandlungen muss beziehungsweise darf ich durchführen? Wie sind die erbrachten Leistungen abzurechnen? Was ist bei der Aufklärung und Dokumentation zu beachten?

Was waren die drängendsten Fragen der zahnärztlichen Kollegen?

Natürlich wurde in erster Linie gefragt, wie sich der Umfang einer zahnärztlichen Versorgung von Asylbewerbern darstellt, welche Bema-Bereiche denn Zahnärzte anbieten müssten respektive können und wie diese abzurechnen sind.

Wir wurden darüber hinaus konfrontiert mit Fragen nach offensichtlichen Sprachbarrieren im Zusammenhang mit der Erhebung einer Anamnese und der Aufklärung vor Therapie sowie möglicher Rechtsfolgen.

Wo drückte sonst noch der Schuh?

Dankbar waren unsere Mitglieder vor allem über spezielle Anamnesebögen in 14 Sprachen, die wir dank einer besonders engagierten Kollegin seit Sommer 2015 über das Internet anbieten konnten. Ein ganz besonderes Anliegen war es, schon zu einem frühem Zeitpunkt - also vor Behandlungsbeginn - ausreichend über mögliche Infektionsgefahren informiert zu werden. Hier sind wir in engem Austausch mit dem Gesundheitsministerium, um gegebenenfalls einen einfachen Gesundheitspass zu etablieren.

Überall im Land helfen Zahnärzte den ankommenden Flüchtlingen, vielfach ehrenamtlich. Doch wie kommuniziert man mit den Patienten, wie wird abgerechnet? Hier finden Sie Tipps für die Praxis.

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