Prof. Lina Gölz ist neue Direktorin der Erlanger Kieferorthopädie

"Funktionalität ist wichtiger als reine Ästhetik"

Seit dem 1. April ist Prof. Lina Gölz Direktorin der Zahnklinik 3 – Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Erlangen. Ihr Ziel: vor allem das Nasoalveolar Molding in Erlangen zu etablieren.

Ein Jahr nach ihrer Habilitation an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wurde Prof. Lina Gölz neue Direktorin der Erlanger Kieferorthopädie. Uni-Klinikum Erlangen

Gölz vertritt eine ganzheitliche Kieferorthopädie, die Funktionalität über reine Ästhetik stellt. Sie löst Prof. Ursula Hirschfelder ab, die die Klinik über 20 Jahre lang leitete. Wie ihre Vorgängerin schenkt auch Gölz Patienten mit Fehlbildungen des Kopfs und des Gesichts, insbesondere mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, viel Aufmerksamkeit.

Außerdem will sie die Grundlagenforschung voranbringen, mehr klinische Studien für eine optimale Patientenversorgung durchführen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen des Uni-Klinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg intensivieren.

„Für mich steht die funktionale Korrektur von Kiefer- und Zahnfehlstellungen an erster Stelle“, sagt Gölz. „Natürlich berücksichtigen wir auch die Ästhetik – gerade wenn Patienten wegen vieler fehlender Zähne oder schwerer Fehlstellungen psychisch belastet sind, nicht mehr lächeln wollen oder den Kontakt zu anderen Menschen ganz meiden“, erklärt die Fachzahnärztin für Kieferorthopädie. Oft führe nur ein interdisziplinäres Behandlungskonzept zum individuellen Optimum, sagt Gölz. "Dies können wir in der Erlanger Zahn-Mund-Kieferklinik durch spezielle Sprechstunden und gemeinsame Konferenzen gewährleisten.“

Das Nasoalveolar Molding

Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKG) behandelt Gölz in Zukunft im Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Zentrum des Uni-Klinikums Erlangen gemeinsam mit den Kollegen der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik, der Kinder- und Jugendklinik, der Phoniatrie und Pädaudiologie der Hals-Nasen-Ohrenklinik – Kopf- und Halschirurgie, dem Humangenetischen Institut und dem Universitäts-Perinatalzentrum Franken.

Gölz möchte vor allem das Nasoalveolar Molding in Erlangen etablieren: die prächirurgische Ausformung des Gaumens, des Kiefers und vor allem der Nase mit einem herausnehmbaren Gaumenplättchen, kombiniert mit einem Nasensteg und einem Klebestreifen. „Das Verfahren ist nicht invasiv und zeigt beeindruckende Erfolge bei Kindern mit ausgeprägten Spaltbildungen“, sagt Gölz.

Gölz: „Ziel des Nasoalveolar Molding ist, die Strukturen zu dehnen und die Nase bereits so vorzuformen, dass die Narbenbildung bei LKG-Spalten reduziert wird und später weniger oder bestenfalls gar keine Operationen mehr nötig sind. Das interdisziplinäre LKG-Zentrum ermöglicht dabei eine ganzheitliche und individuelle Therapie.“

Gemeinsam mit der MKG-Chirurgie plant sie nun weitere wissenschaftliche Studien, die den langfristigen Nutzen des Nasoalveolar Moldings belegen. Auch die Zusammenarbeit mit den Frauen-, Kinder- und HNO-Ärzten des Uni-Klinikums Erlangen will die neue Klinikdirektorin intensivieren und komplexe Probleme interdisziplinär lösen.

Forscherin mit internationalem Netzwerk

Vor ihrem Start in Erlangen leitete Gölz stellvertretend die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Sprechstunde am Universitätsklinikum Bonn. Im Anschluss an ihre Fachzahnarztausbildung konnte sie sich mithilfe des Gerok-Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), noch intensiver ihrer wissenschaftlichen Arbeit widmen. Gölz leitete zudem ein Teilprojekt im Rahmen einer klinischen Forschergruppe zu den „Ursachen und Folgen von Parodontopathien – genetische, zellbioolgische und biomechanische Aspekte“.

Dies war die erste und bisher einzige Forschergruppe in der Zahnmedizin, die von der DFG gefördert wurde. Im Anschluss an ihre Facharztausbildung war Gölz als Funktionsoberärztin in der Poliklinik für Kieferorthopädie des Uni-Klinikums Bonn tätig. Zum Aufbau eines internationalen Netzwerks von Kooperationspartnern und zur Vertiefung ihrer Spezialisierung im Bereich der LKG-Behandlung unternahm sie Forschungsreisen, unter anderem nach China und Indien. Sie habilitierte sich im Januar 2017 und erhielt im selben Jahr die Berufung auf die W3-Professur für Kieferorthopädie an der FAU Erlangen-Nürnberg.

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