DGOI-Wintersymposium 2018

Herausforderung Weichgewebsmanagement

Auf dem diesjährigen Wintersymposium der Deutschen Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI) sensibilisierten die Referenten für die biologischen Prozesse im Hart- und Weichgewebe.

Rund 100 Teilnehmer kamen zum diesjährigen Internationalen Wintersymposium der DGOI - vom 18. bis 22. März 2018 in Zürs am Arlberg. DGOI/M. Barth, A. Frank

Unter dem Gipfelthema "Weichgewebsmanagement" veranstaltete die DGOI das 13. Internationale Wintersymposium in Zürs am Arlberg. Deutlich wurde: Das Weichgewebe bleibt nur dann langzeitstabil, wenn die prothetischen und biologischen Parameter berücksichtigt werden. Einflussfaktoren auf das Weichgewebsmanagement am Implantat seien beispielsweise Lappendesign, Nahttechnik und -material, Emergenzdesign, systemische Erkrankungen, Hartgewebsmanagement und Biotyp.

Weichgewebsmanagement: biologische Parameter

Die Experten sensibilisierten für die biologischen Prozesse im Hart- und Weichgewebe. Dass sich die biologischen Parameter des Weichgewebes am natürlichen Zahn und Implantat deutlich unterscheiden, veranschaulichte Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets, Hamburg.

Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets stellte aktuelle Erkenntnisse rund um das periimplantäre Weichgewebe vor. | DGOI/M. Barth, A. Frank

Smeets stellte aktuelle Studienergebnisse zum periimplantären Weichgewebe vor. Zu seinen konkreten Tipps gehörte zum Beispiel: Beim Lappendesign sind Entlastungsschnitte und transkrestale Schnittführungen zu vermeiden. Und: Feine Nähte erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit - ebenso die Verwendung von mikrochirurgischen Instrumenten für minimalinvasive Techniken.

Die Bedeutung des Weichgewebsmanagements für den Augmentationserfolg verdeutlichte Dr. Dr. Markus Tröltzsch. | DGOI/M. Barth, A. Frank

So auch Dr. Dr. Markus Tröltzsch, Ansbach, der den Blick auf die großen und kleinen Gefäße im Hart- und Weichgewebe während und nach der Zahnextraktion richtete. Wichtig sei hier vor allem die Aufrechterhaltung der Blutversorgung. Das gelinge deutlich besser, wenn Mikroinstrumente verwendet werden.

Um den Zusammenhang von Weich- und Hartgewebe ging es mit Prof. Dr. Daniel Grubeanu, Trier. "Werden die Grundsätze zur biologischen Breite nicht beachtet, wird das Parodontium zerstört und die Wundheilung gestört", erläuterte Grubeanu. Wichtig sei eine korrekte dreidimensionale Implantatplanung, bei der die Nachbarzahnanatomie – vor allem im Frontzahnbereich – berücksichtigt werden sollte.

Was bei der Planung der Implantatachse berücksichtigt werden muss, schilderte Dr. Henriette Lerner, Baden-Baden, sehr prägnant: "Das Implantat benötigt mehr als drei Millimeter Schleimhautstärke und eine -höhe von 3,5 bis vier Millimetern, im Vergleich dazu sind es nur zwei Millimeter am natürlichen Zahn."

Dr. Henriette Lerner referierte über vorhersagbare Hart- und Weichgewebsaugmentation. | DGOI/M. Barth, A. Frank

Welchen Einfluss hat die Implantatoberfläche auf das periimplantäre Weichgewebe? Hydrophilisierte Implantatoberflächen sorgen für eine verbesserte Weichgewebsanhaftung, betonte Dr. Paul Weigl, Frankfurt am Main.

Weichgewebsmanagement: Prothetische Parameter

Dass die Planung unter dem Motto „Prothetik first“ stehen sollte, machten Dr. Fred Bergmann, Präsident der DGOI, und Zahntechniker Uli Hauschild, Sanremo, in ihrem Teamvortrag deutlich. Schon zu Behandlungsbeginn sollte der Zahntechniker in die Planung involviert sein. Dann kann er frühzeitig das Weichgewebsmanagement mit steuern, zum Beispiel mit patientenindividuell gefertigten Abutments.

Komplexe Augmentationen und Weichteilmanagement beleuchtete Dr. Thorsten Conrad. | DGOI/M. Barth, A. Frank

Rote Ästhetik rund um weiße Implantate war das Thema von Dr. Frederic Herrmann, MSc. | DGOI/M. Barth, A. Frank

Erfolgversprechend scheint das One-Abutment-one-Time-Konzept zu sein. Prof. Dr. Georg-H. Nentwig, Vizepräsident und Fortbildungsreferent der DGOI, beleuchtete den Weg zur optimalen Gestaltung des Emergenzprofils. Weitere Themen waren Keramikimplantate, das freie Schleimhauttransplantat und Bindegewebstransplantat, Nahttechniken für den spannungsfreien Wundverschluss nach Augmentation und Sofortversorgung.

Special Lectures und Workshops

Interessant waren die „Out-of-the-Box“-Themen, die das „Umfeld“ des zahnmedizinischen Berufs beleuchteten, zum Beispiel Praxispositionierung und Technologie-Trends mit künstlicher Intelligenz. Zudem boten die zahlreichen Workshops (in Kooperation mit Industriepartnern) die Gelegenheit, die vorgestellten Techniken in kleinen Gruppen an der Seite der Referenten zu vertiefen.

Die Workshops an den Nachmittagen boten den Teilnehmern die Möglichkeit, in kleinen Gruppen neue Techniken, Materialien und Geräte kennenzulernen. | DGOI/M. Barth, A. Frank

Kollegialer Austausch in freundschaftlicher Atmosphäre und auf Augenhöhe prägte auch in diesem Jahr das Internationale Wintersymposium der DGOI, hier mit Prof. Dr. Georg-H. Nentwig, Vizepräsident und Fortbildungsreferent der DGOI, Uli Hauschild, Beisitzer im Vorstand der DGOI, Dr. Fred Bergmann, Präsident der DGOI, und Referent Dr. Jochen Mellinghoff. | DGOI/M. Barth, A. Frank

Unter dem Motto "Komplikationen meiden, Komplikationen meistern" findet das 14. Internationale Wintersymposium vom 27. bis 31. März 2019 statt.

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