Zahnmedizin

HIV: Schutz- und Sofortmaßnahmen für die Praxis

Wie hoch ist das HIV-Infektionsrisiko für die Zahnarztpraxis? Dr. Albrecht Ulmer erläuterte zur Sommer-Akademie in Ludwigsburg Schutz- und Sofortmaßnahmen, die bei Verletzungen mit Injektionsnadeln notwendig sind.

Dr. med. Albrecht Ulmer referierte zum Thema "Risiko Infektion" auf der Sommer-Akademie 2015 in Ludwigsburg. ZFZ Stuttgart

"Das Infektionsrisiko ist in der Zahnarztpraxis gering", sagte der HIV-Experte mit Schwerpunktpraxis in Stuttgart. Ulmer riet, sich an den Richtlinien zur Infektionsprävention in der Zahnheilkunde des Robert Koch-Instituts zu orientieren. Den Empfehlungen zufolge soll sich ein Praxisteam immer so verhalten, als würde ein HIV-Patient behandelt werden: "Das ist die beste Prävention."

Rund ein Drittel der Bevölkerung sei HIV-infiziert, ohne die Diagnose zu kennen. Die Befragung eines Patienten bringe dem Behandler daher keine Klarheit über eine mögliche HIV-Infektion. Bei Anzeichen einer Soorösophagitis oder einer oralen Haarleukoplakie ist Vorsicht geboten, sie und auch das Karposi-Sarkom - heute eher selten - deuten auf einen HIV-Patienten hin.

Simple Schutzmaßnahmen senken das Risiko

Simple Schutzmaßnahmen können das Infektionsrisiko mit HIV oder Hepatitis deutlich senken: „Festes Schuhwerk schützt vor herunterfallenden Injektionsnadeln“, sagte Ulmer. Zudem seien Hepatitis-Schutzimpfungen für Tätige im Gesundheitswesen zwingend erforderlich. Ist es zu einem Arbeitsunfall gekommen, empfiehlt Ulmer den spontanen Blutfluss nicht sofort zu unterbinden, da potenziell infektiöses Material dadurch ausgespült wird.

Anschließend erfolgt die Dokumentation beim D-Arzt oder Betriebsarzt. Zudem sollte ein erster HIV-Antikörper-Test oder eine Hepatitis Serologie durchgeführt werden. Perkutane Stichverletzungen mit Injektionsnadel und Schnittverletzungen unter Beteiligung von Körperflüssigkeiten mit potenziell hoher HIV-Konzentration indizieren eine PEP (Postexpositionsprophylaxe).

Diese Sofortmaßnahmen sollten in kürzester Zeit eingeleitet werden, da die PEP nur in den ersten Stunden erfolgversprechend ist. Hilfe im Umgang mit der PEP geben erfahrene Experten in Schwerpunktpraxen. Die Telefonnummer der nächstgelegenen Schwerpunktpraxis sollte griffbereit sein. „Aus jedem Arbeitsunfall kann man lernen. Infektionsgefahren können dadurch zukünftig gemindert werden“, regte  Ulmer an.

Die Sommer-Akademie 2015 des Zahnmedizinischen FortbildungsZentrums Stuttgart fand vom 3. bis zum 4. Juli im Forum Ludwigsburg bei Stuttgart statt. Zum Thema "Risikofaktor Beruf" hielten Experten Vorträge mit Praxisbezug. Über 800 Teilnehmer waren in diesem Jahr dabei.

Alles zu Stand, Symptomatik, Diagnostik und Therapie – wie auch auch zur Vermeidung – verschiedener Infektionserkrankungen, die auch in einer Zahnarztpraxis vorkommen könnten.

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