Brasilianische Studie

Kinderzähne: Präventionsmaßnahmen sollten immer die Mütter einbeziehen

Wie häufig Mütter ihre Zähne putzen, wie oft sie zum Zahnarzt gehen und ob sie Angst vor der Behandlung haben, wirkt sich durchaus auch auf die Mundgesundheit ihrer Kinder aus. Präventionsmaßnahmen sollten deshalb die Mütter einbeziehen.

Eine schlechte Mundgesundheit wird an die Folgegeneration weitergegeben. Präventionsangebote sollten daher immer auch die Mütter einbeziehen, fordern die Studienautoren. Adobe Stock/bernardbodo

Allgemein wird angenommen, dass die Gesundheit und das Verhalten von Kindern stark durch ihre Betreuungspersonen beeinflusst wird. Mehrere Studien haben Zusammenhänge zwischen der Mundgesundheit von Kindern und der ihrer Eltern aufgezeigt, wobei die zugrundeliegenden Mechanismen jedoch weitgehend unklar geblieben sind. Das Ziel dieser Untersuchung war deshalb, nicht nur Zusammenhänge zwischen der Mundgesundheit der Mütter und ihrer Kinder zu identifizieren, sondern auch herauszufinden, durch welche Verhaltensweisen der Mütter Assoziationen zu Dentalkaries bei Vorschulkindern vermittelt werden.

Die Querschnittsuntersuchung stützt sich auf die Pelotas Geburtskohorte aus dem Jahr 2004. Sie umfasst Kinder, die im Stadtgebiet der brasilianischen Gemeinden Pelotas und Capão do Leão geboren wurden. 2009 wurden 1.303 Mütter zur Teilnahme eingeladen, deren Kinder zwischen September und Dezember 2004 geboren wurden. Die Fünfjährigen wurden zu Hause zahnmedizinisch untersucht und ihr Kariesindex (dmfs) bestimmt.

Außerdem wurden die Mütter zu ihrem Mundgesundheitsverhalten befragt, beispielsweise wie oft sie Zähne putzen, ob sie Angst vor Zahnbehandlungen haben, wie oft sie Vorsorgemaßnahmen wahrnehmen oder den Zahnarzt besuchen und wie sie ihre Mundgesundheit sowie das Auftreten von Karies bei sich selbst einschätzen. Als Kovariablen wurden der sozioökonomische Status zum Zeitpunkt der Geburt und der Bildungsgrad der Mutter einbezogen.

Von 1.303 eingeladenen Kindern nahmen 86,6 Prozent an der Untersuchung teil. Für 1.122 Kinder waren Informationen zum Kariesindex verfügbar: 48,3 Prozent von ihnen wiesen zerstörte, fehlende oder gefüllte Milchzähne auf, mit einem mittleren dmfs von 4,1 (95 Prozent CI: 3,6-4,5). Dabei trugen zerstörte Zahnoberflächen am meisten zu dem Index bei, sie lagen im Bereich zwischen null und 69 mit einem Durchschnitt von 3,8. Füllungen hatten die Kinder an durchschnittlich 0,2 Zahnoberflächen (Wertebereich 0 bis 16), und fehlende Zähne trugen mit 0,1 zum Kariesindex bei (Wertebereich 0 bis 10).

Niedriges Einkommen, geringe Bildung: höhere Karieserfahrung

In Modellen wurden anschließend direkte und indirekte Einflüsse bestimmter Merkmale untersucht. Es zeigte sich, dass sich der sozioökonomische Status direkt auf die Karieserfahrung der Kinder auswirkte, das heißt, mit einem niedrigen Familieneinkommen sowie einem geringen Bildungsgrad ging eine höhere Karieserfahrung einher.

Sämtliche untersuchte Verhaltensweisen der Mutter wirkten sich dagegen nur indirekt aus: So zeigte sich, dass Zahnarztbesuche der Kinder mit denen der Mutter in Zusammenhang standen - ebenso wie deren Angst vor Zahnarztbesuchen.

Außerdem waren Assoziationen zwischen der Häufigkeit, mit der Mütter und Kinder ihre Zähne putzten, zu beobachten. Die Häufigkeit des Zähneputzens und von Zahnarztbesuchen der Kinder wiederum nahm Einfluss auf deren Karieserfahrung. 

Präventionsmaßnahmen sollten immer die Mütter einbeziehen

Die Studienautoren schlussfolgern daraus, dass Verhaltensweisen der Mütter von den Kindern übernommen werden. Präventionsmaßnahmen sollten deshalb die Mütter einbeziehen und auch den sozioökonomischen Status der Familie berücksichtigen.

Goettems ML, Graduate Program in Dentistry, Federal University of Pelotas, Pelotas, Brazil; Nascimento GG, Section of Periodontology, Department of Dentistry and Oral Health, Aarhus University, Aarhus, Denmark;Peres MA, Australian Research Centre for Population Oral Health, Adelaide, SA, Australia; Community Dent Oral Epidemiol. 2018 Oct;46(5):435-441. doi: 10.1111/cdoe.12406.

aus: IME Wissenschaftlicher Informationsdienst 1/2019

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