Exakte Positionierung an der Nasenöffnung

Neue Bohrschablone zur Implantatinsertion am atrophierten Oberkiefer

Im Rahmen einer niederländischen Studie testen Wissenschaftler den Nutzen einer neuartigen Bohrschablone zur Implantatinsertion am stark atrophierten Oberkiefer.

Die an der Universität Groningen entwickelte chirurgische Schablone ermöglicht unter Ausnutzung der Nasenöffnung eine stabile und sichere Platzierung des Implantats auf dem Knochen von zahnlosen atrophischen Oberkiefern. Adobe Stock_crevis

Implantate sollten idealerweise an der prothetisch bevorzugten Position inseriert werden. Im zahnlosen Oberkiefer verwenden Behandler dazu häufig Schleimhaut-unterstützte oder Knochen-gestützte Bohrschablonen. Im stark atrophierten Oberkiefer (Cawood V und VI à horizontaler Knochenabbau des Alveolarkamms) kann es jedoch zu Verschiebungen aufgrund von mangelndem Stützgewebe kommen.

Niederländische Forscher entwickelten kürzlich eine halbgeführte Schablone, die vorn zwei Auflagen hat, mit denen die Nasenöffnung als Drehpunkt verwendet wird, um so eine eindeutige Position zu erhalten.

In die Studie schlossen die Wissenschaftler elf Patienten ein, bei denen ein Operateur insgesamt 24 Implantate – in den meisten Fällen in der Region der oberen Dreier – mit der neuartigen Schablone inserierte. Im Vorfeld erfolgte eine virtuelle 3-D-Operationsplanung.

Die Wissenschaftler stellten dabei eine individuelle knochengestützte Schablone mit Verlängerungen bis zur Nasenöffnung her. Bei dem chirurgischen Vorgehen mobilisierte der Operateur nach krestaler Inzision einen Volllappen nach bukkal bis zur nasalen Öffnung. Die beiden Verlängerungen der Schablone konnte er so intraoperativ in die nasalen Öffnungen „einrasten“ lassen. Ansonsten lag die Schablone satt auf dem freipärarierten Oberkieferknochen auf.

In fast allen Fällen konnten die Implantate mit guter Primärstabilität inseriert werden. In einem Fall konnte der Operateur die Schablone nicht korrekt positionieren, da eine Verlängerung nicht über die Nasenöffnung rutschte. Nach Abtrennung des nicht-passenden Anteils saß die Schablone korrekt und auch dieser Patient erhielt seine Implantate, die allerdings nicht in die Berechnungen der Studie mit einflossen.

Im Ergebnis erreichte der Operateur mit dieser Methode mittlere Abweichungen an der Implantatschulter von 1,1 ± 0,5 mm (globale Abweichung), 0,8 ± 0,5 mm (laterale Abweichung) und 0,7 ± 0,4 mm (Tiefenabweichung). Die mittlere Winkelabweichung der Implantate betrug 7,2 ± 3,4 °.

Stabile und Platzierung auf dem Knochen zahnloser atrophischer Oberkiefer

Nach einer 3-monatigen Osseointegrationsphase war keines der Implantate beweglich. Der Operateur platzierte Abutments und eine implantatgetragene Oberkiefer-Overdenture konnte schließlich inseriert werden. Während einer Nachbeobachtungszeit von sechs Monaten ging keines der Implantate verloren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die an der Universität Groningen entwickelte chirurgische Schablone unter Ausnutzung der Nasenöffnung eine stabile und sichere Platzierung auf dem Knochen von zahnlosen atrophischen Oberkiefern ermöglicht. Damit kann eine zufriedenstellende Genauigkeit der Implantatinsertion erreicht werden, wenn ein halbgeführtes Vorgehen zum Einsatz kommt.

Pieter Onclin, Joep Kraeima, Bram B. J. Merema, Henny J. A. Meijer, Arjan Vissink & Gerry M. Raghoebar: “ Utilising the nasal aperture for template stabilisation for guided surgery in the atrophic maxilla.“ International Journal of Implant Dentistry, volume 6, Article number: 23 (2020), doi.org/10.1186/s40729-020-00221-x

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