Review aus China

Nichtkavitierte Läsion im Approximalraum mikroinvasiv behandeln!

Kariesinfiltration und Versiegelung sind erfolgreiche Therapiemethoden bei kariösen Läsionen im Approximalraum. Die mikroinvasiven Behandlungen stoppen eine Karies wirksamer als Fluoridlacke und Zahnseide.

Abb. 1a Kariöse Läsionen im zervikalen Bereich nach Abnahme einer kieferorthopädischen Apparatur Andreas Schult

Die Kariesinfiltration und Versiegelungstechniken haben als mikroinvasive Strategien zur Kariesarretierung nichtkavitierter Läsionen im Approximalbereich bereits gute Erfolge im Vergleich zu nichtinvasiven Behandlungen gezeigt [Chatzimarkou et al., 2018; Arslan et al., 2018]. Chinesische Wissenschaftler haben in einer Übersichtsarbeit mit Metaanalyse ausgewertet, ob diese Vorteile sowohl in bleibenden als auch in Milchgebissen bestehen und welche Auswirkungen das im Vorfeld untersuchte Kariesrisiko der Patienten hat.

Die Forscher bezogen 17 randomisierte klinische Studien im Split-Mouth-Design mit insgesamt 830 Patienten in das Review und die Metaanalyse ein. In fünf Studien wurden Milchgebisse, in zwölf Studien bleibende Gebisse untersucht. Die chinesischen Wissenschaftler werteten die Kariesprogression an über 2.100 nichtkavitierten approximalen Läsionen aus, die mittels Kariesinfiltration oder Sealing behandelt worden waren und von einem halben Jahr bis zu sieben Jahren nachbeobachtet wurden. Als Kontrollen dienten nichtinvasive Interventionen wie die Anwendung fluoridierter Zahnpasta, Zahnseide oder Fluoridlacke.

Infiltration und Versiegelung: Beides funktioniert, keines war überlegen

Beide mikroinvasiven Interventionen – Kariesinfiltration und Versiegelung – reduzierten die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten der Karies signifikant (gesamt OR = 0,23, 95 Prozent CI 0,18–0,30; Infiltration versus nicht-invasive Behandlungen: OR = 0,21, 95 Prozent CI 0,15–0,30; Versiegelung vs. Placebo: OR = 0,27, 95 Prozent CI 0,18–0,42). Keine der mikroinvasiven Behandlungen war der jeweils anderen überlegen.

Mikroinvasive Interventionen stellten sich für einen Nachbeobachtungszeitraum von 12 bis 24 Monaten auch im Milchgebiss als wirksamer dar als nichtinvasive Behandlungen. Ammari et al. zeigten bereits 2014, dass eine Versiegelung die Kariesprogression im bleibenden und im Milchgebiss wirksam aufhält. Doch weitere Studien zu den hier einbezogenen fünf sind sicherlich erforderlich, um zuverlässige Schlussfolgerungen zu ziehen.

Fazit: Zusammenfassend waren die Infiltration und die Versiegelung wirksamer als nichtinvasive Behandlungen, um das Fortschreiten von approximalen kariösen Läsionen zu stoppen. Dieser Effekt zeigte sich sowohl im Milch- als auch im bleibenden Gebiss.

Quelle: Chen Y, Chen D, Lin H. Infiltration and sealing for managing non-cavitated proximal lesions: a systematic review and meta-analysis. BMC Oral Health. 2021 Jan 7;21(1):13. doi: 10.1186/s12903-020-01364-4.

Literatur

  1. Chatzimarkou S, Koletsi D, Kavvadia K. The effect of resin infiltration on proximal caries lesions in primary and permanent teeth. A systematic review and meta-analysis of clinical trials. J Dent. 2018 Oct; 77:8-17. doi: 10.1016/j.jdent.2018.08.004.
  2. Arslan S, Lipski L, Dubbs K, Elmali F, Ozer F. Effects of different resin sealing therapies on nanoleakage within artificial non-cavitated enamel lesions. Dent Mater J. 2018;37(6): 981–7.
  3. Ammari MM, Soviero VM, da Silva Fidalgo TK, Lenzi M, Ferreira DM, Mattos CT, de Souza IP, Maia LC. Is non-cavitated proximal lesion sealing an effective method for caries control in primary and permanent teeth? A systematic review and meta-analysis. J Dent. 2014;42(10):1217–27.
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