Große Metaanalyse

Parodontitis ist bis zu einem Drittel erblich

Bis zu einem Drittel spielt die erbliche Komponent bei der Entstehung einer Parodontitis eine Rolle. Zu dem Ergebnis kommen internationale Wissenschaftler auf Basis einer aktuellen Metaanalyse mit über 50.000 Probanden.

Parodontitis: Bemerkenswerterweise wurde eine erhöhte Erblichkeit bei Zigarettenrauchern dokumentiert. Adobe Stock_ Lars Tuchel

Die Forschergruppe, die Ergebnisse kürzlich im Journal of Dental Research veröffentlichen, bezogen insgesamt 23 humane Studien mit insgesamt mehr als 50.000 Probanden in die Meta-Analyse ein. Inkludiert wurden 13 Zwillingsstudien, sechs Familienstudien und vier genomweite Assoziationsstudien im Zeitraum von 1969 bis 2018.

Die Ergebnisse zeigen, dass bei befragungsbasierten Studien die Erblichkeit von Gingivitis 0.29 betrug. Nach Exklusion der Befragungsstudien konnten bei drei verbliebenen Studien, bei denen Gingivitis von den Untersuchern klinisch gemessen wurde, keine statistische Signifikanz mehr festgestellt werden.

Bei der Auswertung von neun Zwillingsstudien, in denen sowohl befragungsbasierte als auch klinisch gesicherte Parodontitis einbezogen wurde, konnte eine Erblichkeit von 0.38 mit geringer Heterogenität nachgewiesen werden.

Rauchen erhöht die Erblichkeit

Nach Exklusion der drei befragungsbasierten Studien lag das Ergebnis immer noch bei 0.34. Auf Familien-Studien basierende Ergebnisse konnten eine Erblichkeit von 0.15 mit geringer Heterogenität nachweisen. Bei der Kombination aus Familien- und Zwillingsstudien wurden Werte von 0.29 mit hoher Heterogenität festgestellt.

Die Erblichkeit basierend auf Messwerten des mittleren Attachment-Verlusts bei Zwillingen lag bei 0.45 mit einer geringen Heterogenität. Eine höhere Erblichkeit konnte nachgewiesen werden, wenn die Probanden gleichzeitig rauchten. Genomweite Assoziationsstudien ergaben abhängig von der Schwere der Parodontitis Werte von 0 (bei moderater Parodontitis) bis 0.24 (bei schwerer Parodontitis). Die Metaanalyse lag insgesamt bei 0.07.

Diskussion: Insgesamt ist die Erblichkeit bei frühen und schweren Formen der Parodontitis höher

Aus den Ergebnissen schlussfolgern die Forscher, dass bis zu einem Drittel der Varianz der Parodontitis auf erbliche Faktoren zurückzuführen ist. Die Ergebnisse beruhen auf einer außergewöhnlich hohen Probandenzahl. Um von Umweltfaktoren unabhängige Bedingungen zu schaffen, beleuchteten zwei der inkludierten Zwillingsstudien monozygote Probanden, die voneinander getrennt aufgewachsen sind. Die Ergebnisse belegen eindeutig eine genetische Komponente (0.38 für CAL, 0.55 für Knochenabbau, 0.82 für Gingiva Index). Die Autoren vermuten aber auch, dass die Umwelt als modifizierende Komponente die Ähnlichkeit der Zwillinge verstärken kann.

Grund für große Heterogenität der Ergebnisse bei genomassoziierten Studien sowie der geringe bis fehlende Nachweis einer Erblichkeit der Parodontitis, insbesondere bei moderaten Formen, könnten die großen Unterschiede in der Erkrankungsdefinition sein. Nibali et al. [2019] resümieren, dass insgesamt die Erblichkeit bei frühen und schweren Formen der Parodontitis höher ist.

Bemerkenswerterweise wurde eine erhöhte Erblichkeit bei Zigarettenrauchern dokumentiert. Diese Tatsache kann seitens der Autoren sowohl als Umwelteinfluss auf die genetische Disposition (Parodontitis) verstanden werden, andererseits aber auch ein Hinweis auf eine gleichzeitig vorliegende genetische Prädisposition einer Suchtneigung (Rauchen) sein.

Offenbar keine erbliche Komponente bei Gingivitis

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei einer Gingivitis keine erbliche Komponente besteht. Für Zahnfleischbluten können viele verschiedene Ursachen vorliegen, weshalb die befragungsbasierten Ergebnisse nicht verlässlich sind. Nach Exklusion derselben waren die Ergebnisse für eine Erblichkeit der Gingivitis nicht mehr signifikant.

Nibali L, Bayliss-Chapman J, Almofareh SA, Zhou Y, Divaris K, Vieira AR (2019). What Is the Heritability of Periodontitis? A Systematic Review. Journal of dental research, 98(6), 632-641.

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