Halitosis, Xerostomie und Hyposalivation

Trockener Mund, schlechter Geschmack

Abbildung 2: 49-jährige Patientin mit Sjögren-Syndrom und massiver Beeinträchtigung der Mundöffnung: initiale und fortgeschrittene kariöse Läsionen im zervikalen Bereich Hahnel
Abbildung 3: Seniorin mit Medikamenten-assoziierter Mundtrockenheit: initiale kariöse Läsionen sowie vermehrte Retention von Plaque an den cervikalen Anteilen der Incisiven im Unterkiefer, Sekundärkaries an den überkronten Incisiven im Oberkiefer Hahnel
Abbildung 4: Senior mit Medikamenten-assoziierter Mundtrockenheit: keine Bildung eines Speichelsees im Mundbodenbereich Hahnel

Therapiemöglichkeiten

Im Dialog mit den medizinischen Fachgebieten kann ferner versucht werden, durch die Behandlung der ursächlichen Grunderkrankung die klinische Symptomatik zu verbessern. In diesem Kontext ist es in manchen Fällen auch möglich, durch Umstellung der Medikation auf Präparate mit geringeren xerogenen Eigenschaften eine Verbesserung des Geschmacksempfindens und eine Linderung der Mundtrockenheit zu erreichen. Gerade Patienten mit Problemen mit dem Geschmack sollten nicht rauchen. Außerdem empfiehlt es sich, regelmäßig den Zungenrücken zu reinigen [Winkler et al., 1999]. Dies geschieht mit einem speziellen Zungenschaber und/oder Zungenreinigungsgel. Darüber hinaus kann man Kräuter und Gewürze beim Kochen und Essen als Geschmacksverstärker einsetzen. Auf übermäßiges Süßen sollte dabei auch vor dem Hintergrund der Kariesprophylaxe verzichtet werden.

In den vergangenen Jahren haben sich die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Pflegeheim erheblich verbessert. In diesem Kontext sollte neben der von vielen Zahnärzten durchgeführten aufsuchenden Betreuung pflegebedürftiger Senioren auch das Pflegepersonal regelmäßig zum Thema Mundtrockenheit und Geschmacksveränderungen geschult werden. Da immer mehr Senioren ambulant von ihren Angehörigen gepflegt werden, erscheint es darüber hinaus notwendig, die Angehörigen zu informieren.

Als supportive Maßnahme zur Linderung der Mundtrockenheit empfiehlt sich die Anwendung von Speichelersatzmitteln. Dabei wird zwischen kommerziellen Produkten und Hausmitteln wie Tee, Milch oder Öle differenziert, die oft kostengünstiger sind. Manche Hausmittel, wie etwa das Lutschen von gefrorenen Zitrusfrüchten oder sauren Drops, die eine Stimulation des Speichelflusses bewirken, sind gerade bei bezahnten Patienten kritisch zu sehen, da aufgrund des niedrigen pH-Werts ein zusätzlich erhöhtes Risiko für Erosionen und Demineralisationen besteht. Kommerzielle Produkte sind meist auf Basis verschiedener Cellulose-Arten oder pflanzlicher und tierischer Mucine und enthalten Zusätze wie Fluorid, Calcium, Phosphate, Carbonate und Geschmacksstoffe.

Dabei gibt es unterschiedliche Darreichungsformen wie Sprays, Gele oder Mundspüllösungen, die sich im Wesentlichen hinsichtlich ihrer Substantivität unterscheiden. So werden hochvisköse Gele vor allem von Patienten mit sehr ausgeprägter Mundtrockenheit bevorzugt [Hahnel et al., 2009], wohingegen sich Mundspülungen bei leichten Fällen anbieten. Weiterhin werden speziell entwickelte Kaugummis und Zahnpasten, die zum Teil antimikrobielle Agenzien enthalten, angeboten. Hier muss darauf hingewiesen werden, dass die Therapie mit Speichelersatzmitteln häufig sehr individuell ist, und Patienten verschiedene Produkte ausprobieren sollten, um für sich selbst das am besten geeignete Produkt zu finden.

Da einige Produkte einen sehr niedrigen pH-Wert aufweisen, der bei regelmäßigem Kontakt eine Demineralisation von Dentin und Zahnschmelz bewirken kann [Kielbassa et al., 2001; Meyer-Lückel et al., 2002], sollten Sie bezahnten Patienten Fluorid-haltige Produkte mit hoher Konzentration an Calcium und Phosphat empfehlen. Viele Patienten benetzen ihre Schleimhäute auch häufig mit Wasser. Allerdings ist hier im Gegensatz zu kommerziellen Produkten keine über eine nur kurzzeitige Linderung der Mundtrockenheit hinausgehende Wirkung zu erwarten [Femiano et al., 2011]. Gleichzeitig wird durch die stete Verdünnung des Speichels dessen Pufferkapazität verringert und damit der physiologische Kariesschutz herabgesetzt.

Prof. Dr. Sebastian Hahnel
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Universitätsklinikum Regensburg,
93042 Regensburg

Mundgeruch macht einsam. Aber nur in den wenigsten Fällen kommt er aus dem Magen. Am häufigsten sind intraorale Ursachen.

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