Gesundheitsmonitor Barmer GEK und Bertelsmann Stiftung

72 Prozent vertrauen auf die Zweitmeinung

Knapp drei Viertel der Menschen, die bereits Erfahrungen mit ärztlichen Zweitmeinungen haben, ändern aufgrund des Rates eines zweiten Spezialisten ihre ursprüngliche Behandlungsentscheidung. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Rahmen des Gesundheitsmonitors von Barmer GEK und Bertelsmann Stiftung. Dazu wurden 1.598 Personen nach ihrer Einstellung zur Zweitmeinung befragt.

© Studio animanova-Christoph J Kellner

Insgesamt 32 Prozent der Befragten holen sich eine zweite Meinung bei einer ZE-Versorgung ein, knapp 23 Prozent tun dies bei zahnärztlichen Operationen. © Gesundheitsmonitor/zm
Knapp je zehn Prozent der Befragten gaben an, sich bei zahnärztlichen Operationen oder bei Zahnersatz eine Zweitmeinung eingeholt zu haben. © Gesundheitsmonitor/zm
Ungefähr 45 Prozent der Befragten entschieden sich nach einer Beratung ihrer Krankenkasse für die zuerst vom Arzt empfohlene Behandlung. © Gesundheitsmonitor/zm
Am größten ist die Zuzahlungsbereitschaft für eine ärztliche Zweitmeinung bei lebensbedrohlichen Erkrankungen. © Gesundheitsmonitor/zm

Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob Patienten eine Zweitmeinung wollen und bei welchen Erkrankungen, Untersuchungen und Behandlungen sie dies wünschen. Die allgemeine Frage „Hatten Sie schon einmal (oder öfter) die Idee, dass Sie eine Zweitmeinung zu irgendeiner bei Ihnen anstehenden Untersuchung oder Behandlung einholen könnten?“ beantworteten 33 Prozent der Versicherten mit „ja, einmal“ (21 Prozent) oder „ja, zweimal oder öfter“ (12 Prozent).

Patienten vertrauen ihrem Hauszahnarzt

Bei einer Auswahl von vier konkreten Krankheitskomplexen und einer Rubrik „sonstige Erkrankungen“ fanden es 83 Prozent der Befragten wichtig, bei Krebserkrankungen die Möglichkeit einer Zweitmeinung zu haben, bei Erkrankungen am Herz oder an den Gefäßen sind es 71 Prozent. Bei Hirnleistungsstörungen 66 Prozent und bei Erkrankungen an Knochen, Gelenken oder Muskeln 65 Prozent. Bei „sonstigen Erkrankungen“ war es immer noch 29 Prozent wichtig, eine Zweitmeinung einholen zu können.

Ein ähnliches Ergebnis gab es bei der Frage, für welche Untersuchungen und Behandlungen die Befragten eine Zweitmeinung wichtig finden. Mehr als die Hälfte empfindet eine solche Möglichkeit als wichtig bei medikamentösen Behandlungen wegen Krebs (70 Prozent), bei einer Chemotherapie (67 Prozent), bei einer Strahlentherapie (61 Prozent), bei Operationen an Knochen/Gelenken (56 Prozent) und bei Operationen an inneren Organen (56 Prozent). Lediglich 32 Prozent der Befragten holen sich eine zweite Meinung bei einer Versorgung mit Zahnersatz ein (Abbildung 1).

Gefragt, bei welchen Ärzten ihnen die Möglichkeit einer Zweitmeinung wichtig wäre, nannten 54 Prozent der Befragten Untersuchungen oder Behandlungen bei Orthopäden, 45 Prozent Fachärzte aus anderen Fachgebieten und 38 Prozent Ärzte im Krankenhaus. Für weniger bedeutsam hielten dies die Befragten bei Augenärzten (30 Prozent), Zahnärzten (29 Prozent) und Hausärzten (20 Prozent).

Ein Viertel hat Erfahrungen mit Zweitmeinungen

Spezifiziert wurden in der Studie auch die Erfahrungen der Befragten mit einer bereits eingeholten Zweitmeinung. Zunächst interessierte, von wem die erste Empfehlung oder Indikation zu einer notwendigen Untersuchung oder Behandlung stammte und bei wem anschließend die Zweitmeinung eingeholt wurde. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die erste Indikationsstellung, aus der dann der Wunsch nach einer Zweitmeinung resultierte, am häufigsten vom Hausarzt stammte (38 Prozent). Lediglich ein Drittel dieser Indikationsstellungen wurde bei einem anderen Hausarzt überprüft (13 Prozent). Zumeist scheinen niedergelassene, spezialisierte Fachärzte und zu einem geringeren Teil Krankenhausärzte für eine Zweitmeinung aufgesucht worden zu sein. Wenn Orthopäden, Zahnärzte, Augenärzte oder Onkologen die erste Indikation gestellt hatten, scheint die zweite Meinung bei einem anderen Arzt der gleichen Fachdisziplin eingeholt worden zu sein.

Vergleicht man die Untersuchungen und Behandlungen, bei denen die Möglichkeit einer Zweitmeinung gewünscht wird (Abbildung 1), mit den Untersuchungen, bei denen eine Zweitmeinung eingeholt wurde (Abbildung 2), fällt die häufige Nennung (rund 48 Prozent) für „sonstige“ Behandlungen auf. Das Zweitmeinungsmodell wird praktisch also nicht nur bei schweren, lebensbedrohlichen oder komplizierten Behandlungen in Anspruch genommen.

16 Prozent der Befragten gaben hier an, diese zweite Meinung bei Operationen an Knochen oder Gelenken eingeholt zu haben. Am zweithäufigsten wurden medikamentöse Behandlungen genannt, die nicht wegen einer Krebserkrankung angezeigt waren (11 Prozent).

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