Der bundeseinheitliche Medikationsplan

Der erste echte Nutzen

Patienten, die drei Medikamente und mehr verordnet bekommen, sollen ab Oktober einen Medikationsplan erhalten, um sie bei der richtigen Einnahme zu unterstützen. Damit ist der erste Zusatznutzen auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) endlich in Sicht. Bis es soweit ist, gibt es den Plan allerdings nur auf Papier.

Anhand des Medikationsplans sieht der Arzt, welche Medikamente sein Patient aktuell einnimmt. Gibt jener auch alle Arzneien an, können gefährliche Wechselwirkungen vermieden werden. Profitieren werden davon wahrscheinlich vor allem ältere und chronisch kranke Menschen.

Dr. Jens Nagaba, Leiter der Abteilung Zahnärztliche Berufsausübung bei der Bundeszahnärztekammer © BZÄK-Pietschmann

Immer noch sterben in Deutschland sehr viele Menschen durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) und Medikationsfehler – Schätzungen gehen von bis zu 16.000 Toten pro Jahr aus. Um diese UAW einzudämmen, sieht das E-Health-Gesetz vor, dass Patienten, die mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen, ab dem 1. Oktober von ihrem Arzt einen für sie verständlichen Medikationsplan bekommen können.

Profitieren werden von dieser Funktion also insbesondere ältere multimorbide Menschen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Bundesärztekammer (BÄK) und der Deutsche Apothekerverband (DAV) haben jetzt gemeinsam Inhalte, Struktur und Vorgaben zur Erstellung und Aktualisierung des Plans vorgelegt – inklusive der Spezifikationen für die technische Umsetzung in der Praxissoftware.

Was drinsteht

Der Medikationsplan enthält eine Übersicht darüber, welche verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Arzneimittel ein Patient erhält. Der sieht so auf einen Blick, was er wann einnehmen soll. Aufgeführt werden unter anderem Wirkstoffe, Dosierung, Verordnungsgrund und sonstige Hinweise zur Einnahme. Mit einem aufgebrachten Barcode können Ärzte und Apotheker die Informationen in digitaler Form unabhängig von ihrer jeweiligen Software per Scanner einlesen und aktualisieren.

Wer beteiligt ist

Erstellt wird der Medikationsplan in der Regel vom Hausarzt, der den Versicherten auch über seinen Anspruch informieren muss und zur weiteren Aktualisierung verpflichtet ist. Der Apotheker kann die Inhalte auf Wunsch des Versicherten dann um die in der Apotheke ausgegebenen Arzneimittel ergänzen, Zusätze durch andere mitbehandelnde Ärzte und Krankenhäuser sind ebenfalls möglich.

Wie der Zeitplan aussieht

Zunächst liegt der Medikationsplan in Papierform vor. Das heißt, der Arzt speichert ihn mit seiner Praxissoftware ab und druckt ihn für den Patienten aus. Spätestens 2019 soll die Anwendung jedoch auf der eGK implementiert sein. Bis dahin müssen laut Gesetz alle Vertragsärzte und Apotheker in der Lage sein, einen auf der eGK gespeicherten Medikationsplan zu aktualisieren. Wichtig ist, dass die Heilberufler mit ihrer Software mögliche Risiken, wie Wechselwirkungen, regelhaft elektronisch prüfen und erkennen können. Wenn der Versicherte will, kann der PIN-Schutz beim elektronischen Medikationsplan deaktiviert werden.

Bis zum 30. Juni sollen die KBV und der GKV-Spitzenverband nun Vorlagen liefern, wie der Versichertenanspruch im Bundesmantelvertrag aussieht und wie die ärztliche Vergütung geregelt wird.


Mit dem Medikationsplan, der dem Patienten ausgehändigt wird, sieht der behandelnde Arzt, welche Medikamente der Patient aktuell einnimmt. Neben der Information für den Patienten soll der Medikationsplan einen unkomplizierten Austausch zwischen Praxen, Apotheken und Krankenhäusern ermöglichen und unerwünschte Arzneimittel-Wechselwirkungen vermeiden.

Um alle auf dem Medikationsplan ausgewiesenen Daten aufzunehmen und auch elektronisch zu nutzten, wird ein Barcode genutzt. Mittels eines handelsüblichen Scanners können die Daten elektronisch eingelesen werden. Der Code lässt sich theoretisch auch von Mobiltelefonen mit Scan-Anwendung einlesen. Der Medikationsplan kann für eine rechnergestützte Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung (AMTS) und für eine nicht-rechnergestützte AMTS-Prüfung genutzt werden.

Derzeit ist nicht geplant, dass auch die Zahnärzte am Verfahren zum gedruckten Medikationsplan teilnehmen, das heißt, sie brauchen keinen Scanner, können die Daten aber verwenden. Zahnärztliche Medikamente werden dann vom Apotheker ergänzt oder handschriftlich eingetragen. Dies könnte sich beim elektronischen Medikationsplan ändern.

Dr. Jens Nagaba, Leiter der Abteilung Zahnärztliche Berufsausübung bei der Bundeszahnärztekammer



64438986422524642252764225286443899 6443900 6422530
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare




Weitere Bilder
Bilder schließen