Abformung

Abformung auf alten und neuen Wegen

Die Abformung, ob traditionell oder digital, ist das Bindeglied zwischen zahnärztlicher und zahntechnischer Tätigkeit. Dieser Beitrag vergleicht Alt und Neu, beschreibt in erster Linie die Logik moderner Abformungswege und zeigt stärkere und schwächere technische Entwicklungen sowie die Bedingungen für optimale Abformergebnisse auf.

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CME-
PUNKTE
CME-Fortbildung
Diese Fortbildung ist abgelaufen.

Abbildung 1: Oberflächen sind bei zu kleinem Sichtwinkel auf die Oberfläche nicht mehr scanbar: a) gut, b) eingeschränkt, c) nicht scanbar. © Wolfart

Abbildung 2a) Kettenausschnitt Polydimethylsiloxan (A-Silikon), Atome: Si = blau, O = rot, H = hellgrau, C = dunkelgrau. Die polaren Sauerstoffatome werden nahezu vollständig von den Si-Atomen und CH3-Gruppen abgeschirmt: nach außen völlig apolares, hydrophobes Molekül © Wolfart
Abbildung 2b) Kettenausschnitt Polydimethylsiloxanether (Information GC), Atome: Si = blau, O = rot, H = hellgrau, C = dunkelgrau. Die polaren Sauerstoffatome in den Etheranteilen liegen frei: polares, hydrophiles Molekül. © Wolfart
Abbildung 3a) Optimierte Mischerformen erlauben eine verbesserte Applikation der Abformmasse. © Wolfart
Abbildung 3b) Einmalapplikationshilfe für dünnfließende Abformmassen (3M) © Wolfart
Abbildung 4: Alginatersatzmaterialien sind gegenüber klassischen Alginaten (Palgat) geringfügig dimensionstreuer (summierte Abweichung über vier transversale Messstrecken (Prämolar, Molar) im Unterkiefer, eigene Daten, unveröffentlicht) © Wolfart
Abbildung 5: Präzision intraoraler Scansysteme im Vergleich zur konventionellen Abformung, dargestellt an der durchschnittlichen marginalen Passgenauigkeit von 5 * 49 Restaurationen in vivo ([5] und unveröffentlichte Daten) © Wolfart
Abbildung 6a) Das Prinzip des Wavefront-Samplings erfordert eine dünne Puderschicht („Sternenhimmel“). © Wolfart
Abbildung 6b) Die Puderpartikel zerplatzen beim Auftreffen auf die Oberfläche und bilden ein charakteristisches Muster. © Wolfart
Abbildung 7: Die unterschiedlichen Größen der Scanköpfe sind durch das jeweils verwendete Messprinzip bedingt. © Wolfart
Abbildung 7: Die unterschiedlichen Größen der Scanköpfe sind durch das jeweils verwendete Messprinzip bedingt. © Wolfart
Abbildung 7: Die unterschiedlichen Größen der Scanköpfe sind durch das jeweils verwendete Messprinzip bedingt. © Wolfart
Abbildung 8: Retraktionspasten haben sich zur Blutstillung sehr gut bewährt. Sie inhibieren aber oftmals A-Silikone und Polyether. © Wolfart
Abbildung 8: Retraktionspasten haben sich zur Blutstillung sehr gut bewährt. Sie inhibieren aber oftmals A-Silikone und Polyether. © Wolfart
Abbildung 9: Intraorale Scanner eröffnen im Gegensatz zur konventionellen Abformung die Möglichkeit zur Korrektur: a) klinische Situation © Wolfart
9b) unvollständige Darstellung der Präparation im ersten Scan © Wolfart
9c) Ausschneiden des zu korrigierenden Bereichs © Wolfart
9d) Nachscan © Wolfart
9e) vollständig dargestellte Grenze © Wolfart
Abbildung 10: Die Kieferrelationsbestimmung (statische Okklusion) gehört heute zum Standardrepertoire intraoraler Scanner. a) Auf der Basis von Scans im Schlussbiss ordnen die Scansysteme ... © Wolfart
b) ... die Modelle einander zu. © Wolfart
Abbildung 11: Änderung des Workflows bei der Verwendung digitaler Abformsysteme © Wolfart
Prof. Dr. Bernd Wöstmann © privat

Moderne Prothetik mit Restaurationen, die hohen ästhetischen Ansprüchen genügen, ist nur in der Kooperation zwischen Zahnmedizin und Zahntechnik realisierbar. Damit ist zwingend ein dreidimensionales Abbild der Patientensituation als Arbeitsgrundlage für das zahntechnische Labor erforderlich. Bei diesem „Abbild“ kann es sich entweder um ein klassisches „Meistermodell“ oder auch um ein digitales, virtuelles Modell handeln.

So ist und bleibt die Abformung - einerlei ob konventionell oder digital - das verbindende Glied zwischen zahnärztlicher und zahntechnischer Tätigkeit. Ohne Abformung ist die aktuelle restaurative Zahnheilkunde undenkbar. Mit dem Vokabular der Informationstechnologie beschrieben, handelt es sich bei der Abformung schlicht um die Akquisition und den anschließenden Informationstransfer der dreidimensional vorliegenden Patientensituation aus der Praxis ins Labor.

Viele zahntechnische Arbeitsabläufe sind heute bereits digitalisiert und das zahntechnische Produkt wird im CAD/CAM-Verfahren (computer aided design / computer aided manufacturing) hergestellt und setzt damit auf einem virtuellen Modell auf. So ist es nur konsequent, wenn das virtuelle Modell nicht via Scan eines realen Modells gewonnen wird, sondern möglichst die digitale Datenakquisition mittels intraoralem Scanner unmittelbar in der Praxis am Patienten erfolgt. Die unvermeidlich mit der konventionellen Abformung und Modellherstellung verbundenen Dimensionsänderungen der Werkstoffe lassen sich so effektiv vermeiden.

Gewissermaßen eine Zwischenlösung stellt die Option dar, auf das Ausgießen der konventionellen Abformung zu verzichten und stattdessen dieselbe direkt zu scannen und so ein virtuelles Modell zu erstellen. Allerdings hat dieser Weg bisher keine große Verbreitung gefunden, was nicht zuletzt an den physikalischen Limitationen des Verfahrens liegen dürfte.

Letztlich handelt es sich bei den gegenwärtig eingesetzten Laborscannern um Systeme, die entweder laserbasiert durch Interferometrie beziehungsweise Triangulation beziehungsweise lichtoptisch moirétopografisch (Streifenprojektion) die Objektoberfläche digitalisieren. Alle Verfahren weisen dann die höchste Messgenauigkeit auf, wenn der Sichtwinkel auf die Oberfläche möglichst rechtwinklig ist (Abbildung 1). Je weiter vom rechten Winkel abgewichen wird, desto ungenauer wird das Verfahren.

Während sich die Abformung von Inlaykavitäten meistens problemlos realisieren lässt, ist grundsätzlich die Scanbarkeit insbesondere langer, schmaler Präparationen (etwa Frontzähne) limitiert, wenn nicht gar unmöglich. Damit kann der Abformungsscan nicht als alleiniges Verfahren angewendet werden und hat wohl deshalb auch bisher keine große Bedeutung erlangt.

Um die Schwierigkeit der eingeschränkten Sichtbarkeit zu überwinden, kommen prinzipiell alternativ tomografische Verfahren (etwa Micro-CT) in Betracht. In diesem Fall muss die Abformung mit einem Kunststofflöffel erfolgen, da metallische Löffel aufgrund der sonst unvermeidbaren Artefakte im Micro-CT ausscheiden. Diese Vorgehensweise ist zwar grundsätzlich möglich (etwa mit biodentis, Leipzig), hat sich aber bisher ebenso wenig etabliert.

Darüber hinaus werden zunehmend Verfahren vorgestellt, entweder Modelle oder Abformungen mittels konventioneller DVT-Geräte (wie etwa Carestream) zu digitalisieren, meist mit dem Ziel, sie für die präoperative implantologische Planung oder für die kieferorthopädische Diagnostik zu nutzen [Akyalcin et al., 2013].

Ob die zur Anfertigung festsitzender Restaurationen auf diesem Weg erreichbare Genauigkeit bereits ausreichend und mit der konventioneller Verfahren vergleichbar ist, ist im Moment keineswegs ausreichend geklärt und muss eher bezweifelt werden [Detterbeck, 2012]. Letztendlich können aber auch diese Verfahren die grundsätzlichen Probleme der konventionellen Abformung nicht überwinden, da alle diese Ansätze entweder auf einer konventionellen Abformung oder auf einem Modell aufsetzen.

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