Interview mit Frau Dr. Maier, Vorsitzende der KZV Baden-Württemberg

„Ziel ist, dass der Berufsstand mit einer Stimme spricht“

Dr. Ute Maier ist Vorsitzende der KZV Baden-Württemberg und führt den Vorsitz der KZBV-AG „PAR-Strategie“. © KZV BW

Frau Dr. Maier, Sie haben als Vorsitzende der KZBV-AG „PAR-Strategie“ die Arbeiten zum Therapiekonzept für die Behandlung von Parodontalerkrankungen maßgeblich geleitet. Was waren für Sie die wichtigsten Schritte in diesem Prozess?

KZBV, BZÄK und DGZMK hatten bereits 2009 ein konsentiertes PAR-Konzept erarbeitet, das als Grundlage für die jetzige Arbeit der AG diente. Ein wichtiger Schritt war die Überprüfung des Konzepts hinsichtlich des aktuellen Stands der Wissenschaft. Es war und ist deshalb auch weiterhin enorm wichtig, dass DGZMK und DG PARO sich im Konzept wiederfinden und von Anfang an ihre Expertise mit einbrachten beziehungsweise weiterhin einbringen. Oberste Priorität hatte entsprechend auch die Einbindung der BZÄK in den gesamten Prozess. Ziel ist, dass der Berufsstand mit einer Stimme spricht.

Der gesamte Berufsstand musste zur Konsentierung des Konzepts an einem Strang ziehen – was ist jetzt und hier erreicht worden?

Das war nicht einfach und wird sicherlich auch noch weiterhin manche Diskussion auslösen. Nachdem wir uns im September vergangenen Jahres nach einigen und im Konsens stattgefundenen Sitzungen auf einem guten gemeinsamen Weg wähnten, brachte die BZÄK – und das kam für KZBV und DG PARO völlig überraschend – noch einmal umfassende, grundsätzliche, weitere Aspekte, Bedenken und Änderungswünsche ein. Nach ausgiebigen Diskussionen sind wir Stand heute wieder auf einem gemeinsamen Weg. Die BZÄK hat dem Konzept fachlich zugestimmt und somit können wir nun ausgehend von einer gemeinsamen Basis das Konzept weiterentwickeln.

Das neue PAR-Konzept entspricht dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse: Was gehört zu einer erfolgreichen systematischen PAR-Therapie dazu?

Neben der Instruktion und der Motivation des Patienten gehören dazu auch die Antiinfektiöse Therapie, das immer wiederkehrende, auf die jeweilige Situation angepasste Ärztliche Gespräch, die Reevaluation mit gegebenenfalls weiterführenden chirurgischen Therapiemaßnahmen und zu guter Letzt eine konsequente Nachsorge im Sinne einer unterstützenden Parodontitistherapie (UPT).

Welche Rolle spielt das „Ärztliche Gespräch“?

Das Ärztliche Gespräch spielt eine immens wichtige Rolle. Es beinhaltet die erneute Instruktion und Motivation des Patienten mit Information über den aktuellen Befund, die Diagnose und deren Bedeutung. Auch werden im Ärztlichen Gespräch das weitere Vorgehen, zum Beispiel die notwendigen therapeutischen Maßnahmen und die gegebenenfalls damit in Zusammenhang stehenden Kosten erläutert. Der Patient soll ja „bei der Stange“ bleiben und nicht nach wenigen Monaten wieder abspringen. Nur eine langfristige Begleitung und das konsequente Handeln des Patienten garantieren auf Dauer den langfristigen Erhalt der Zähne.

Wie geht es mit dem Konzept jetzt weiter?

Aktuell werden die Daten der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (DMS V) für die Veröffentlichung im August vorbereitet. Selbstverständlich werden wir die neuen Erkenntnisse in unser Konzept einarbeiten und dann im Hinblick auf das derzeitige Verfahren im G-BA auch die dort gewonnenen Erkenntnisse aus der derzeit sich noch in Arbeit befindlichen IQWIG-Studie berücksichtigen. Des Weiteren werden wir unsere politischen Forderungen formulieren. Und schließlich gilt es, das Konzept verständlich für die Öffentlichkeit und die Politik aufzubereiten und strategisch zu platzieren.

Prof. Dr. Søren Jepsen (li) und Prof. Dr. Christof Dörfer (re)

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