Leitlinienempfehlungen zur Periimplantitisbehandlung

So sollten Sie therapieren

Die Leitlinienempfehlungen der Periimplantitisbehandlung sind in drei Krankheitsbilder unterteilt, die sich in ihren Schweregraden unterscheiden.

1. Empfehlungen zur nichtchirurgischen Therapie der periimplantären Mukositis

• Bei einer periimplantären Mukositis soll eine regelmäßige professionelle, mechanische Plaque-Entfernung erfolgen. Eine Optimierung der häuslichen Mundhygiene durch den Patienten kann den Therapieerfolg positiv beeinflussen.

• Durch alternative oder adjuvante Maßnahmen kann die klinische Effektivität einer nichtchirurgischen Therapie der periimplantären Mukositis im Vergleich zu einem manuellen Debridement nicht signifikant verbessert werden.

• Es gilt jedoch zu beachten, dass alle bewerteten Publikationen nach einem Beobachtungsintervall von drei bis zwölf Monaten über residuale Blutungswerte berichten. Eine vollständige Abheilung der periimplantären Mukositis kann demnach nicht bei allen Patienten vorhersehbar erreicht werden. Daher sollten regelmäßige Nachkontrollen (möglichst alle drei Monate) zur frühzeitigen Erkennung des Bedarfs einer Nachbehandlung eingeplant werden.

• Vor Therapiebeginn sollten systemische und lokale Risikofaktoren identifiziert werden.

• Zudem sollten weitere Faktoren wie zum Beispiel ein fehlerhafter Sitz und/ oder mangelnde Präzision der Sekundarteile, Überkonturierungen von Restaurationen, oder Fehlpositionierungen der Implantate berücksichtigt werden.

2. Empfehlungen zur nichtchirurgischen Therapie der Periimplantitis

• Alternative oder adjuvante Maßnahmen zu einem manuellen Debridement sollten für die nichtchirurgischen Therapie der Periimplantitis eingesetzt werden. Evidenz liegt für die alternative Monotherapie mittels Er:YAG-Laser und Glycin-gestützten Air- Polishings sowie für den adjuvanten Einsatz lokaler Antibiotika mit kontrollierter Freisetzung (einmalige Anwendung von Doxycyclin), CHX-Chips und antimikrobieller photodynamischer Therapie vor.

• Der Behandlungserfolg und die Stabilität der erzielten klinischen Ergebnisse ( sechs Monate) sollten aber insbesondere bei initial tiefen Taschen von 7 mm als prognostisch ungünstig eingestuft werden.

• Wenn das Behandlungsziel durch eine nichtchirurgische Therapie nicht erreicht werden kann, sollten insbesondere fortgeschrittene Läsionen frühzeitig einer chirurgischen Therapie zugeführt werden.

• Vor Therapiebeginn sollten systemische und lokale Risikofaktoren identifiziert werden.

• Zudem sollten weitere Faktoren wie zum Beispiel ein fehlerhafter Sitz und/ oder mangelnde Präzision der Sekundarteile, wie Überkonturierungen von Restaurationen oder Fehlpositionierungen der Implantate, berücksichtigt werden.

3. Empfehlungen zur chirurgischen Therapie der Periimplantitis

• Welches chirurgische Protokoll zu bevorzugen ist, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus der Literatur nicht abgeleitet werden.

• Bei einer chirurgischen Therapie soll zunächst das Granulationsgewebe vollständig entfernt werden.

• Der Dekontamination der exponierten Implantatoberflächen sollte eine zentrale Bedeutung zukommen. Gegenwärtigkann die Überlegenheit einer spezifischen Reinigungsmethode nicht herausgestellt werden. Häufig wurden jedoch mechanische (zur Reduktion des Biofilms) und chemische (zur Reduktion und Inaktivierung des Biofilms) Verfahren kombiniert.

• Zum jetzigen Zeitpunkt kann der zusätzliche Nutzen einer peri- und/ oder postoperativen Antibiotikagabe nicht bewertet werden. Analog zur Leitlinie „Perioperative Antibiotikaprophylaxe“ kann eine unterstützende one-shot-Gabe bei der chirurgischen Therapie der Periimplantitis erfolgen.

• Nach Dekontamination können augmentative Verfahren zu einer radiologisch nachweisbaren Auffüllung intraossarer Defektkomponenten führen.

• Bei allen chirurgischen Therapieansätzen gilt es zu beachten, dass diese grundsätzlich ein hohes Risiko für die postoperative Entstehung mukosaler Rezessionen bergen.

• Zur Stabilisierung der periimplantaren Mukosa kann eine Weichgewebsaugmentation erwogen werden.

• Eine Explantation sollte bei Implantatlockerung, nicht behebbaren technischen Komplikationen, komplexen Implantatdesigns (wie Hohlzylinder), Therapieresistenz oder Übergreifen der Infektion auf anatomische Nachbarstrukturen erfolgen.


Periimplantäre Infektionen

Die Blutung auf Sondierung (BOP) muss als Schlüsselparameter für die klinische Diagnostik periimplantärer Infektionen angesehen werden. Bei der Periimplantitis kann diese, insbesondere bei fortgeschrittenen Läsionen, von einer putriden Exsudation begleitet sein. Mit dem marginalen Knochenabbau geht in aller Regel auch ein Anstieg der periimplantären Sondierungstiefen (ST) einher. Diese Taschenbildung kann auch als ein zuverlässiges diagnostisches Kriterium für die Diagnostik einer Periimplantitis herangezogen werden.

Wichtig: Ein radiologisch nachweisbarer Knochenabbau grenzt die Periimplantitis von einer periimplantären Mukositis eindeutig ab. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass physiologische Remodellationsvorgänge von infektiösbedingten, progredient verlaufenden Knochenresorptionen unterschieden werden müssen.


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