Umgang mit Lückengebisssituationen

Konzept verkürzte Zahnreihe: Wo stehen wir 2016?

Abbildung 1b: Erhaltungsziel Prämolaren und Frontzähne. Zufriedener 79-jähriger Patient. Während Prämolaren und Frontzähne gut gepflegt sind, fällt ihm die Reinigung der Molaren schwer. © M.H.Walter
Abbildung 1c: Erhaltungsziel Prämolaren und Frontzähne. Zufriedener 79-jähriger Patient. Während Prämolaren und Frontzähne gut gepflegt sind, fällt ihm die Reinigung der Molaren schwer. © M.H.Walter
Abbildung 2: Lückenbildung im Prämolarenbereich der Patientin aus Abbildung 5. © M.H.Walter
Abbildung 3: Symmetrische Prämolarenokklusion. Asymmetrische Zahnbögen in beiden Kiefern mit antagonistenlosen Molaren 26 und 46. 72-jähriger Patient ohne subjektive Beeinträchtigungen. © M.H.Walter
Abbildung 4: Therapieziel Prämolarenokklusion. Zirkuläre Freiendbrücke 15-13,12---23,24- bei zur Eingliederung 67-jähriger Patientin. Röntgenbild in der Planungsphase (4a), © M.H.Walter
und zehn Jahre nach Eingliederung (4b,c,d). © M.H.Walter
Stabiler Zustand trotz suboptimaler Hygiene und Compliance. © M.H.Walter
© M.H.Walter
Abbildung 5: Therapieziel Prämolarenokklusion. Verblockte implantatgetragene Kronen 24, 25 bei 55-jähriger Patientin. Zustand 10 Monate nach Eingliederung (5a), © M.H.Walter
und 10 Jahre später (5b,c). © M.H.Walter
Zahn 47 wurde belassen, da er in der dynamischen Okklusion nicht störte. © M.H.Walter

Herausnehmbarer ZE

Herausnehmbarer Zahnersatz bei verkürzten Zahnreihen kann in vielfältiger Form angewendet werden, mit Klammern, Teleskopen, Geschieben, Ankern oder aber auch in Kombination mit sogenannten Stützimplantaten. Herausnehmbare Teilprothesen können die reduzierte Kaueffektivität bei Patienten mit verkürzten Zahnreihen teilweise ausgleichen [Liang et al., 2015]. Der Gesundheitsnutzen verschiedener Formen herausnehmbarer Teilprothesen zum Ersatz der Seitenzähne ist auf der Basis der Studienlage nach wie vor schwer zu bestimmen [Nassani et al., 2013]. In einem systematischen Review der Cochrane Library, allgemein als Goldstandard dieses Publikationsformats angesehen, befassten sich die Autoren mit verschiedenen Zahnersatzformen [Abt, Carr, und Worthington, 2012] Sie kamen zu dem Schluss, dass nur unzureichende Evidenz zur Beantwortung der Frage nach der Über- oder Unterlegenheit einzelner Formen von herausnehmbarem Zahnersatz vorhanden war. Auch über Unterschiede in der Alltagswirksamkeit von festen und herausnehmbaren Versorgungen bei verkürzten Zahnreihen konnten keine evidenzbasierten Aussagen gemacht werden. Überhaupt muss festgestellt werden, dass bei der Bewertung verschiedener Zahnersatzformen oft unzulässige, methodisch fragwürdige Vergleiche durchgeführt werden. Liegen nicht-randomisierte Studien zu Grunde, sprich Studien ohne zufällige Zuordnung der Therapiemittel, ist beispielsweise davon auszugehen, dass bei Patienten, die mit einer Modellgussprothese versorgt werden, sich der Restzahnbestand häufig in einem schlechteren, stärker vorgeschädigten Zustand befindet als bei teleskopierendem oder festsitzendem Zahnersatz. Insofern sind Vergleiche von Überlebensraten bei von der Zahnprognose abhängenden Indikationen kaum aussagekräftig.

Zentrale Risiken der Teilprothesen sind, abhängig von der Konstruktion, Nichttragen, parodontale Schäden, Karies und Pfeilerfrakturen. Modellgussprothesen zeigten in einzelnen Studien durchaus befriedigende Überlebensraten. Dabei wurden 10-Jahres-Überlebensraten im Unterkiefer von etwa 80 Prozent angegeben, im Oberkiefer etwas höher [Vanzeveren et al., 2003a; Vanzeveren et al., 2003b].

In dieser Studie zeigten bilaterale Freiendprothesen im Unterkiefer das höchste Risiko. Die Autoren schlussfolgern, dass eine sehr gute Langzeitbewährung trotz fehlenden Recall-Regimes vorlag. In einer japanischen Studie wurden 7-Jahres-Überlebensraten von 83,7 Prozent bei engmaschiger Nachsorge und 71,9 Prozent ohne Nachsorge festgestellt [Tada et al., 2015].

Teleskopprothesen spielen aus einer globalen Sicht kaum eine Rolle und sind aufgrund ihrer mitteleuropäisch regionalen Bedeutung schlechter dokumentiert als Modellgussprothesen. Die in der Literatur berichteten Überlebensraten schwanken stark [Verma et al., 2013]. In einer retrospektiven Kohortenstudie aus Deutschland konnten bei einer hohen Patientenzahl von 463 und 554 Prothesen überwiegend bei Kennedy-Klassen I und II Fünfjahres-Überlebensraten von 95,1 Prozent für die Prothesen und 95,3 Prozent für die Pfeilerzähne gefunden werden [Wöstmann et al., 2007]. Bemerkenswert ist, dass keine Prothese mit mehr als vier Teleskopen ersetzt werden musste. Es wurde geschlussfolgert, dass die Zahl der Teleskope und die Nachsorge einen wesentlichen Einfluss auf die Langzeitbewährung haben.

Aus diesen Ergebnissen, aber auch aus der klinischen Erfahrung lässt sich ableiten, dass besonders Versorgungen mit nur zwei Teleskopen, sprich nur einem Teleskop auf jeder Kieferseite, einem erhöhten Risiko unterliegen. Jeder Kliniker kennt Pfeilerfrakturen nach einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Wurzelbehandelte Zähne sind besonders gefährdet, aber auch bei vitalen Zähnen können derartige Frakturen auftreten. Aus dem erhöhten Risiko resultieren folgende Empfehlungen für eine Teilprothese mit zwei Teleskopen:

• Vitalität der Pfeilerzähne

• Knochenabbau der Pfeilerzähne unter 50 Prozent

• Zahnhartsubstanzschonende Präparation, gegebenenfalls unter Inkaufnahme von Überkonturen

• Regelmäßige Überprüfung des Belastungsausgleichs und rechtzeitige Unterfütterung

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