Zehn Jahre Freiburger Master „Parodontologie und Implantattherapie“

Zeitgemäße und flexible Weiterbildung

Zahnärzte, die sich berufsbegleitend weiterbilden wollen, haben die Wahl: Mehr als 20 Master-of-Science-Studiengänge gibt es an unseren Hochschulen. An der Universität Freiburg feiert der mediengestützte Master Parodontologie und Implantattherapie im Oktober sein zehnjähriges Jubiläum. Was dieser M.Sc. bringt, erklärt Jan Ihwe, Direktor der Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung.

Jan Ihwe ist Direktor der Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung (FRAUW). © Uni Freiburg

Herr Ihwe, was hat die Universität seinerzeit bewogen, einen Master für Zahnärzte zu etablieren?

Die Universität wollte ihrem Auftrag nachkommen und im Rahmen eines Förderprogramms des Landes Baden-Württemberg eine zeitgemäße Weiterbildung auf wissenschaftlichem Niveau anbieten. Dem damaligen Prorektor und heutigen Chief Information Officer, Prof. Gerhard Schneider, war es ein großes Anliegen, berufsbegleitende E-Learning-Formate zu entwickeln. Dies war in der Tat zukunftsweisend. Für einen Einstieg in diesen Bereich bot sich aufgrund der zu erwartenden Nachfrage die Parodontologie an. Insofern war es ein Glücksfall, dass Prof. Petra Ratka-Krüger bereit war, sich dieser Herausforderung zu stellen und mit großem Engagement, Leidenschaft und einem Team mit hoher Professionalität dieses Studienprogramm auf die Beine gestellt hat.

Was haben die Zahnärzte von dem Masterstudium?

Die Zahnärzte haben die Möglichkeit, berufsbegleitend neuestes Wissen und State of the Art-Methodenkenntnis zu erwerben. Darüber hinaus entkommen sie der berufsbedingten Vereinzelung in der Praxis und lernen gleichgesinnte Kolleginnen und Kollegen kennen, mit denen sie sich auf hohem Niveau austauschen können.

Kann der Zahnarzt durch einen Master sein Selbstbewusstsein stärken?

Dies ist meines Erachtens ein absolut unterschätzter Faktor! Nachdem sich die Teilnehmer in der Startphase und bei den intensiven Präsenzen gut kennengelernt haben, bilden sie das, was man heutzutage eine „Community of Practice“ nennt. Das erkennt man daran, dass zum Beispiel die Diskussionen zu akuten Problemfällen aus der eigenen Praxis oft weit über die für ein Online-Meeting angesetzte Zeit hinausgehen und dass viele der Teilnehmer als Alumni im sogenannten Kontinuum die Weiterbildung im informellen Rahmen fortsetzen. Dies versetzt sie in die Lage, den beruflichen Herausforderungen souverän zu begegnen. Zum einen, weil sie das nötige Rüstzeug dazu vermittelt bekommen haben, zum anderen, weil sie ein Forum des Austauschs haben.

Der Studiengang ist nach dem Blended-Learning-Konzept aufgebaut. Was bedeutet das?

Der Studiengang enthält einen hohen Anteil an sehr aufwendig gestalteten, oft multimedialen E-Learning-Elementen, die zeit- und ortsunabhängiges Lernen ermöglichen. So können die Teilnehmer den Lernfortschritt individuell bestimmen und an ihre jeweiligen beruflichen und privaten Verpflichtungen anpassen. Dies bedeutet nicht, dass sie in den Online-Phasen alleine gelassen werden: Tutoriate und Online-Meetings sorgen für Austausch und Begleitung. Unverzichtbar sind jedoch auch die Präsenzphasen, in denen die praktische Umsetzung des theoretisch Erlernten im klinischen Umfeld geübt werden kann und darüber hinaus die Gruppe im Sinne der oben erwähnten Community zusammenfindet.

Ergeben sich mit dem Master neue Berufsfelder?

Im strengen Sinne nicht. Dieser Masterstudiengang ist sehr professionsbezogen und soll vertiefte und wissenschaftlich fundierte Kenntnisse und vor allem auch Kompetenzen zur Behandlung einer Volkskrankheit und ihrer Begleiterscheinungen vermitteln. Die Zahnärztinnen und Zahnärzte werden insofern in die Lage versetzt, ihre Patienten gut zu behandeln und so ihre Praxis in einem kompetitiven Umfeld erfolgreich zu positionieren, auch wenn ihr eigenes Studium schon länger zurückliegt. Einigen ist durch die Teilnahme am Masterprogramm der Einstieg in eine wissenschaftliche Tätigkeit gelungen, wobei ich dies jedoch nicht als primäres Ziel der Weiterbildung ansehen würde.


Der Masterstudiengang „Parodontologie und Implantattherapie“ vermittelt in acht aufeinander abgestimmten Modulen und einem Abschlussmodul alle theoretischen und praktischen Inhalte der Parodontologie. Im Modul 1 werden die Grundlagen der Ätiologie und Epidemiologie vermittelt, außerdem wird das Behandlungskonzept vorgestellt und im Modul 2 um die Inhalte der Anatomie sowie Histologie ergänzt. Modul 3 thematisiert die Mikrobiologie inklusive Pathologie, Immunologie und Pharmakologie. Zusammen bilden sie das Gerüst für die folgenden Module Prophylaxe und Behandlungskonzept (Modul 4) und Chirurgische PA-Therapie (Module 5 und 6). Das Curriculum wurde grundlegend aktualisiert und bietet zum 10-jährigen Bestehen zwei völlig neu konzipierte Module: Ästhetik und Funktion (Modul 7) sowie Implantologie (Modul 8). Insbesondere die Implantattherapie sowie die Periimplantitisbehandlung werden speziell aus parodontologischer Sicht vermittelt. Am 21.Oktober 2016 startet der Studiengang zum zehnten Mal.


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