HTA-Berichterstellung beim IQWiG

Evidenz um jeden Preis?

Seit Sommer kann jeder Bürger auf der Website ThemenCheck Medizin einen Vorschlag zu einer beliebigen (zahn-)medizinischen Fragestellung einreichen. Daraus entstehen wissenschaftliche Bewertungen, die letztlich auch den Inhalt des GKV-Leistungskatalogs beeinflussen. Die zugrundeliegende Methodik fordert Evidenz um jeden Preis. Die Zahnmedizin bringt das mitunter in die Bredouille.

Das IQWiG erstellt Empfehlungen auf Basis der evidenzbasierten Medizin. Was aber ist, wenn zahnmedizinische Therapien, die sich in der Praxis bewähren, mithilfe dieser Standards keine Nachweise für ihren Erfolg erbringen? © zm-DÄV

„Was bringt eine Untersuchungsmethode wirklich? Welche Vor- und Nachteile hat eine bestimmte Behandlungsform? Sie suchen nach Antworten auf solche Fragen und finden keine? Dann schlagen Sie beim ThemenCheck Medizin Ihr Thema vor, das wissenschaftlich untersucht werden sollte, um Ihre Fragen zu beantworten.“ Mit diesem Text wendet sich das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG, auf seiner Internetseite „ThemenCheck-Medizin“ an den gemeinen User. Kommt jener der Einladung nach, wird sein Vorschlag womöglich überprüft und mündet in wissenschaftliche Bewertungen der medizinischen und zahnmedizinischen Verfahren – sogenannte HTA-Berichte (engl. Health Technology Assessment).


Info

"Der Vorstand begrüßt eine Patientenbeteiligung bei der Themenauswahl. Wichtig in den beiden Auswahlstufen ist es allerdings, dass ausreichend fachspezifische Expertise einfließt, um wirklich versorgungsrelevante Themen identifizieren zu können. In diesem Zusammenhang erlauben wir uns für die anstehende Auswahl von Themen aus der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde die Themen „HTA16-012 Zahnpflege: Führt eine Anwendung von elektrischen Zahnbürsten zu besseren Ergebnissen?“ sowie „HTA16-013 Zahnpflege: Führt eine Anwendung von Zahnseide und Interdentalbürsten zu besseren Ergebnissen?“ für einen HTA-Bericht zu empfehlen. Es ist auch gut vorstellbar aus beiden Themen einen HTA-Bericht zu initiieren.

Wir gehen davon aus, dass zur Erstellung der HTA-Berichte als Experten zur jeweiligen Thematik Wissenschaftler aus den Reihen der DGZMK gewählt werden."


Den Auftrag für den ThemenCheck Medizin erhielt das IQWiG vom Gesetzgeber, Grundlage ist das GKV-Versorgungsstärkungs- gesetz, das laut §139b (5) SGB V vorsieht, dass neuerdings „Versicherte und interessierte Einzelpersonen beim IQWiG Bewertungen zu medizinischen Verfahren und Technologien vorschlagen können. (...) Das Institut soll die für die Versorgung von Patienten besonders bedeutsamen Vorschläge auswählen und bearbeiten“.
Und das macht das IQWiG jetzt auch.

Bürger können Themen vorschlagen

Unter den ersten eingesandten Vorschlägen sind gleich sieben, die zahnmedizinische Aspekte im weitesten und engeren Sinne betreffen (siehe Kasten), und aus denen das IQWiG jetzt in einem zweistufigen Verfahren Themen auswählen muss.

In der ersten Stufe trifft ein Auswahlbeirat, in dem die Bürger- und Patientensicht wie auch die wissenschaftliche Perspektive vertreten sind, zunächst eine engere Auswahl von bis zu 15 geeigneten Themen. Geeignet heißt hier, dass sich daraus eine wissenschaftliche Fragestellung formulieren lässt. Ausgenommen sind Themen, die ausschließlich die Bewertung von Arzneimitteln betreffen. In der zweiten Stufe bestimmt dann die IQWiG-Leitung aus dieser Vorauswahl mit einem Fachbeirat jährlich bis zu fünf Themen, zu denen dann unterstützt von externen Sachverständigen konkrete

HTA-Berichte entstehen. Anfang 2017 soll feststehen, zu welchen Fragestellungen wirklich HTA-Berichte erarbeitet werden, die der anerkannten Methodik des IQWiG folgen.

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