Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten

Auch in Zukunft in den Top 5

Bis Februar heißt es für viele Mädels und einige Jungs wieder: Pauken für die Zwischenprüfung! Die Verwandlung vom unbedarften Schüler zum kompetenten Mitarbeiter geschieht meist nicht über Nacht. Welches Potenzial die Ausbildung hat und wie der Zahnarzt seine angehenden ZFA bestmöglich unterstützt, schildert Dr. Sebastian Ziller von der Bundeszahnärztekammer.

© xavierarnau - iStockphoto.com

Grafik 1: Ausbildungsvergütung in 20 ausgewählten Berufen 2016 in Deutschland (hier ohne ZFA); durchschnittliche monatliche Beträge in Euro Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Grafik 2: Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge wurde 2016 nochmals gesteigert. Quelle: Landes- und Bezirks-Zahnärztekammern

Was verdient man in der Lehre?
Wie die aktuelle Auswertung tariflicher Ausbildungsvergütungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ergeben hat, lagen die Vergütungen 2016 in Deutschland im Gesamtdurchschnitt bei 854 Euro pro Monat und erhöhten sich damit um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in West- und 151 Berufe in Ostdeutschland, wobei auch gesamtdeutsche Durchschnittswerte berechnet wurden.


Die höchste Azubi-Zahl seit über zehn Jahren, immer unter den Top 5 der beliebtesten Ausbildungsberufe. Und trotzdem – siehe DGB-Ausbildungsreport: Viele angehende ZFA sind mit ihrer Situation in der Lehre unzufrieden und schwächeln in der Praxis wie auch in der Schule.
Wie der Praxischef die Qualität der ZFA-Ausbildung steigern kann, um den Schlag der Bewerber zu erhöhen, erläutert Dr. Sebastian Ziller, Leiter der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung der BZÄK, anhand der aktuellen Ausbildungszahlen.
Im Anschluss zeigen die Initiativen von drei Länderkammern, wie man Schul¬abgänger stärker für den Job begeistert, indem man auch das Image des Berufs verbessert.


Angehende ZFA verdienen danach rund 793 Euro im Monat, gemittelt über drei Ausbildungsjahre. Die Azubis liegen damit im Ranking der Ausbildungsvergütungen im Mittelfeld noch vor den Medizinischen Fachangestellten (MFA) mit 773 Euro pro Monat..

Wohin geht der Trend? Gibt es Unterschiede zwischen Ost und West?
Wie das BIBB mitteilt, wurden aufgrund der guten Wirtschaftslage in Deutschland sowie der zunehmenden Schwierigkeiten vieler Betriebe, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, die Ausbildungsvergütungen in den vergangenen Jahren deutlich angehoben. In Westdeutschland betrugen die jährlichen Steigerungsraten von 2012 bis 2014 jeweils über vier Prozent. Zwischen 2015 und 2016 gingen sie allerdings etwas zurück und lagen unter vier Prozent. Dagegen stiegen in Ostdeutschland die tariflichen Vergütungen bereits seit 2011 durchgängig um über vier Prozent pro Jahr an (Grafik 1).

Eine Übersicht über die Vergütungsdurchschnitte für 2016 können Sie auf der Webseite des BIBB unter www.bibb.de/ ausbildungsverguetung abrufen.

Wer bewirbt sich als Azubi beim Zahnarzt?
Jährlich berichten das Statistische Bundesamt und das Bundesinstitut für Berufsbildung, welche Ausbildungsberufe am häufigsten angetreten werden. Dabei zeigen sich erhebliche geschlechterspezifische Unterschiede: Bei den Jungen schafft es 2015 kein Ausbildungsberuf der Freien Berufe unter die ersten 20.

Bei den jungen Frauen sieht dies erwartungsgemäß anders aus: Die MFA kommt auf Platz zwei, die ZFA auf Platz fünf, die Steuerfachangestellte auf Platz zwölf, die Rechtsanwaltsfachangestellte auf Platz 14, die Tiermedizinische Fachangestellte auf Platz 18. Auch bei ausländischen jungen Frauen sind Freiberufler nachgefragte Ausbilder: Die ZFA ist hier klar die Nummer eins, die MFA liegt auf Platz zwei.

Rang

Kauffrau im Büromanagement

1

Medizinische Fachangestellte

2

Verkäuferin

3

Kauffrau im Einzelhandel

4

Zahnmedizinische Fachangestellte

5

Industriekauffrau

6

Friseurin

7

Hotelfachfrau

8

Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk

9

Bankkauffrau

10

Tabelle 1. Quelle: Statistisches Bundesamt

Die ZFA-Ausbildung unter jungen Frauen zählt seit Jahren zu den Top 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe (Tabelle 1).

Wieviele Praxen bilden aus?
Rund 42 Prozent der Zahnarztpraxen bilden derzeit aus. Die Anzahl der Auszubildenden an allen abhängig Beschäftigten in Deutschland, die sogenannte Ausbildungsquote, liegt in Zahnarztpraxen bei rund zehn Prozent. Bezogen auf alle Ausbildungsbereiche wurden in Zahnarztpraxen knapp über zwei Prozent neue Ausbildungsverträge abgeschlossen.

Diese Zahlen veranschaulichen eindrucksvoll, dass die Zahnärzte nach wie vor ein wichtiger Arbeitsplatzgarant und Motor der beruflichen Ausbildung in Deutschland sind. Letzteres belegen auch die aktuellen Ausbildungszahlen zur ZFA aus 2016.

Schlägt sich diese Beliebtheit auch in den Ausbildungszahlen nieder?
Im Vergleich zu 2015 beginnen im Jahr 2016 zum Stichtag 30. September gut vier Prozent mehr Frauen und Männer eine Lehre zur ZFA. Mit bundesweit rund 13.000 neuen Ausbildungsverträgen ist das die höchste Azubi-Zahl seit über zehn Jahren. Damit stabilisiert sich das in den Jahren 2010 bis 2015 erreichte Niveau von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für ZFA erfreulicherweise auch im Jahr 2016 (Grafik 2).

Konkret wurden zum 30. September 2016 insgesamt 12.993 Ausbildungsverträge für ZFA neu abgeschlossen (alte Bundesländer: 11.540; neue Bundesländer: 1.453). Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Ausbildungszahlen damit im Durchschnitt um 4,1 Prozent zu (alte Bundesländer: +3,83 Prozent; neue Bundesländer: +6,68 Prozent). Insgesamt wurde das seit zehn Jahren anhaltende Niveau der Zahl von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für ZFA 2016 nochmals gesteigert (Grafik 2).

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