IDS 2017

Welche digitale Praxisausrüstung passt zu mir?

Es ist keine Frage mehr, ob eine Zahnarztpraxis digitale Technologien braucht. Vielmehr geht es darum: Welche eignen sich für den eigenen Praxisschwerpunkt? Einen Wegweiser bieten die folgenden Zeilen – auch zur Vorbereitung auf den Rundgang durch die Messehallen der Internationalen Dental-Schau (IDS )in Köln.

So wird die Internationale Dental-Schau 2017: noch größer, smarter, digitaler. © Koelnmesse/ids-cologne.de

Behandlungseinheiten verfügen heute über eine Vielzahl digitaler Komponenten – hier mit Großbildschirm inklusive. © Koelnmesse/ids-cologne.de
Ob Allgemeinzahnmedizin, Implantologie oder Kieferorthopädie: Aus kaum einer Disziplin sind digitale Röntgenbilder heute noch wegzudenken. © Koelnmesse/ids-cologne.de
Eine Perspektive für das zweidimensionale Röntgen: ein Gerät für Zahnarztpraxen, die ein einfach bedienbares und verlässliches System benötigen © Koelnmesse/ids-cologne.de
Für das zahnärztliche Röntgen eignen sich immer häufiger Kombinationssysteme – ob als „große“ Lösung für Spezialisten (mit Panorama-, Cephalometrie- und 3-D-Aufnahmen für Implantologie, Parodontologie, Endodontie, Kieferchirurgie und Kieferorthopädie) oder als „kompaktes, kleines“ 2-D-/3-D-System für die Allgemeinzahnarztpraxis. © Koelnmesse/ids-cologne.de
Hier kann der Patient in einem Kegelstrahl-Computertomografen liegen: für 3-D-, 2-D- und Röntgen-Video-Aufnahmen. © Koelnmesse/ids-cologne.de
Digitalisierung des klassischen Artikulators: zur Reduzierung notwendiger Einschleifzeiten in der Praxis Beispiel für eine komfortable Vernetzung: Patientenmanagementsoftware, 2-D-Röntgenbildarchiv und intraorale Livebilder lassen sich heute ohne IT-Wissen managen. © Koelnmesse/ids-cologne.de
Beispiel für eine komfortable Vernetzung: Patientenmanagementsoftware, 2-D-Röntgenbildarchiv und intraorale Livebilder lassen sich heute ohne IT-Wissen managen. © Koelnmesse/ids-cologne.de
Mit digitalen Verfahren sind bestimmte Materialien für Restaurationen interessanter und manche überhaupt erst für den Einsatz in der Zahnheilkunde zugänglich geworden. © Koelnmesse/ids-cologne.de
Das Equipment für denjenigen, der in die Fertigung zahntechnischer Objekte einsteigen möchte: Extraoralscanner, Software, Bearbeitungseinheit © Koelnmesse/ids-cologne.de
Vollautomatischer Streifenlichtscanner: Hochsensible 3-D-Sensoren liefern ein präzises Abbild des Modells. © Koelnmesse/ids-cologne.de

Eine Allgemeinzahnarztpraxis benötigt eine andere digitale Grundausstattung als eine endodontische, implantologische oder kieferorthopädische Spezialpraxis. Das betrifft die Hardware (zum Beispiel  Intraoralscanner, Röntgengeräte) ebenso wie die Software (etwa zur Auswertung digitaler Bilddaten) und die Kompatibilität und Kommunikationsfähigkeit (etwa zu zahntechnischem CAD/CAM-Equipment). Unabhängig von der Ausrichtung ist grundsätzlich anzustreben, dem Patienten eine Zahnmedizin auf dem Stand der Technik zugutekommen zu lassen.

Welche Investitionen dazu sinnvoll sind, kann nur ein persönlich vorgenommener Vergleich der Geräteleistungen (und auch von Amortisierungsmodellen) zeigen.

Wie viel Röntgen will ich?

Die Überlegungen zur Ergänzung der vorhandenen Ausrüstung beginnen bereits bei der Diagnostik und hier insbesondere im Bereich des zahnärztlichen Röntgens. Zu den bekannten Vorteilen digitaler zweidimensionaler Aufnahmen tritt immer häufiger der Wunsch nach der Volumentomografie hinzu (DVT). Denn damit lassen sich zum Beispiel zusätzliche Wurzelkanäle inklusive ihres genauen Verlaufs identifizieren oder die Größe einer Aufhellung besser einschätzen. Darüber hinaus dürfte der Allgemeinzahnarzt in Zukunft verstärkt – schon aufgrund der demografischen Entwicklung – implantologische Behandlungen selbst vornehmen und benötigt daher Informationen für die dreidimensionale Planung.

Zurzeit wird man in der Regel von der Möglichkeit Gebrauch machen, im Einzelfall an einen Spezialisten zu überweisen. Dieser fertigt gegebenenfalls das benötigte DVT an. In Zukunft könnte – je nach Praxisgröße, -lage, -klientel und mehr – aber auch für den Allgemeinzahnarzt das dreidimensionale Röntgen interessanter werden. Dabei wird vermutlich nicht das groß dimensionierte DVT, wie es Spezialisten oder externe Röntgenzentren besitzen, auf der Wunschliste stehen, womöglich aber kompakte 2-D-/3-D-Kombi-Systeme.

Entscheidungsrelevant wird die Frage sein, inwieweit diese sowohl für den Bereich des zweidimensionalen als auch für den des dreidimensionalen Röntgens gleichermaßen qualitativ hochwertige Ergebnisse liefern. Beim 2-D-Modus hilft intelligente Software, aus einer Mehrschicht-Aufnahme die interessierenden beziehungsweise schärfsten Anteile herauszufiltern und auf die Diagnose abgestimmt zusammenzusetzen. Im 3-D-Modus bieten avancierte Systeme ein optimiertes field of view (FOV), wobei sich das erfasste Volumen eng an der Anatomie des menschlichen Kiefers orientiert.

Für den Endodontologen wiederum ist die Möglichkeit zur Fokussierung auf kleinste Strukturen besonders wichtig. Bei der Diagnose unterstützen ihn immer häufiger spezialisierte 3-D-Auswertungssoftwares. Bei der Behandlung setzt sich zurzeit der Trend zur digitalen Abformung fort. Labors sind in der Lage, die Datensätze immer häufiger und immer problemloser zu übernehmen, selbst bei Systemen unterschiedlicher Hersteller – hier spürt man das steigende Kompatibilitätsniveau.

Nach wie vor sind bei nicht sichtbarer Präparationsgrenze Vorabmaßnahmen zum Weichgewebemanagement erforderlich – allerdings nicht für die Erfassung einer Implantatposition. Dafür reicht der Scan von Scanbodys (= Pfosten für die digitale Abformung). Noch interessanter wird es in der klassischen Kronen-und-Brücken-Prothetik, vom Intraoral-Scan direkt zur Chairside- Herstellung des Zahnersatzes weiterzuschreiten. Denn schloss dies zunächst im Wesentlichen Inlays, Teilkronen und Kronen ein, so lassen sich heute selbst dreigliedrige Zirkonoxid-Brücken in der Praxis herstellen. Für umfangreichere oder auch farblich kritische Sanierungen kommt automatisch dann das Labor ins Spiel.

Wie digital soll mein Workflow sein?

Eine neuere Option für einen durchgehenden digitalen Workflow besteht in der Anfertigung einer Totalprothese unter Verzicht auf analoge Zwischenstufen – bis zur fertigen Arbeit. So lassen sich Totalprothesen schließlich im CAD/CAM-Verfahren fräsen. Dabei werden Rohlinge verwendet, in denen die Zahnaufstellung und die Okklusion bereits vorgegeben sind und die Basalfläche individuell angepasst wird [Häge-Betz S., 2015]. Der gegenüber dem konventionellen Vorgehen reduzierten Anzahl der Arbeitsschritte entspricht eine schnelle Versorgung, im Idealfall in nur zwei Sitzungen. Inwieweit solche Verfahren „in die Breite gehen“, lässt sich zurzeit schwer absehen. Da könnte sich die Frage, ob sie für die eigene Praxis interessant sind, nach eingehender Prüfung sogar sicherer beantworten lassen.

Die digitale Technik hilft natürlich auch im Bereich von Organisation, Administration und Rezeption sowie beim Hygiene- und Qualitätsmanagement. Im Fall moderner Programme benötigt eine Praxis für ein Arbeiten „ohne Papier“ heute zwei Softwares: eine für die Abrechnung und eine zweite für alles andere (Sterilgut- und  Medizinproduktemanagement, Bestell- und Lagerwesen, Gerätebeschreibungen) [Oskamp W., 2016]. Eine Alternative heißt „Outsourcing“. Da hierbei Anbieter mit unterschiedlichen Modellen unterwegs sind, lohnt sich an dieser Stelle auf jeden Fall ein genauer Blick. Die Abrechnung lässt sich sogar komplett in spezialisierte Servicezentren auslagern.

Damit bietet sich dem Allgemeinzahnarzt eine Reihe von Möglichkeiten, seine Praxis durch digitale Technologien auf den modernen Patienten auszurichten. Etwas mehr darf es zum Beispiel beim Implantologen sein. Hier wird man eher ein umfangreicheres 3-D-Navigationssystem oder einen digitalen Artikulator antreffen. Ziel ist das „backward planning“ vom anvisierten prothetischen Therapieabschluss bis zur genauen Position und Angulation der Implantate oder zu einer Vorausplanung der Implantat- beziehungsweise MKG-OP. Dazu werden verschiedene Bilddaten (wie Röntgenbild, gegebenenfalls DVT, CT, Intraoralscanner, gescannte Modelldaten) überlagert und daraus individuelle Behandlungsstrategien abgeleitet.

Damit stellt die Implantologie geradezu das Paradebeispiel für einen digitalisierten Workflow dar. Während die dafür erforderlichen Werkzeuge„im Prinzip“ schon länger auf dem Tisch liegen, dürfte in naher Zukunft die Kompatibilität der verschiedenen Komponenten noch einmal auf ein höheres Niveau gehoben werden. Gleichzeitig macht die CAD/CAM-Fertigung neue oder zumindest bisher wenig gebräuchliche Werkstoffe attraktiv. Ein konkretes Beispiel dafür sind aus PEEK-Kunststoff (Polyetheretherketon) gefräste Primärkronen (auf Titanbasen) und Sekundärkronen für die Teleskoptechnik.

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