Studie zur Plaque-Biofilm-Kontrolle

AirFloss oder Zahnseide – was reinigt besser?

Fädeln oder elektrische Wasserpistole? Die erste Studie zum Vergleich von Zahnseide und AirFloss Ultra zeigte eine ähnliche Effizienz bei der Biofilmbeseitigung – bei täglicher Anwendung. Eine weitere Pilotstudie hat nun die Wirksamkeit verschiedener Kombinationen von Mundhygienehilfsmitteln untersucht.

© Noack

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Prof. Michael Noack bei der Präsentation der Vorstudie „Zahnseide/Handzahnbürste versus AirFloss Ultra/Sonicare Schallzahnbürste Mundspüllösung“ auf der IDS 2017 © Bachmann

Laut der Fünften Mundgesundheitsstudie (DMS V) hat die Anwendung elektrischer Zahnbürsten und auch von Zahnseide einen positiven Effekt auf die Mundgesundheit. In der DMS V fällt aber gleichzeitig auf, dass die Verwendungshäufigkeit von Zahnseide sehr gering ist. In klinischen Studien ist es bisher nicht gelungen, einen wirksamen Effekt von Zahnseide bei der Vermeidung von Approximalkaries zu zeigen. Die Möglichkeit, Zahnzwischenräume durch einen gezielt angesetzten Wasserstrahl zu entfernen, ist nicht direkt neu, stand nun aber erneut auf der Wunschliste von Studieninhalten.

So gut wie der Goldstandard

Ein interdisziplinäres Wissenschaftler-Team um Studienleiter Prof. Dr. Michael Noack, Köln, startete 2014 eine klinische Studie, deren Ergebnisse auf der IADR im März 2017 in San Francisco präsentiert wurden. Es zeigte sich, dass Philips AirFloss Ultra und Zahnseide – bei täglicher Anwendung – den Plaque-Biofilm gleich gut entfernen konnten. Gemessen wurde dies mit dem modifizierten approximalen Plaqueindex (mAPI), den Prof. Dr. Stefan Zimmer, Universität Witten/Herdecke, eingebracht hatte.

In einer neuen Pilotstudie (zu einer geplanten Multicenterstudie) stand nun die Kombination aus Zahnbürste und Zahnzwischenraumpflege im Fokus.

Studienziel:

Ziel war, die Wirksamkeit der Kombination AirFloss® Ultra plus Schallzahnbürste im Vergleich zu einer Handzahnbürste plus Zahnseide auf die gingivale Entzündung und den Plaque-Biofilm zu bestimmen.

Unter dem Titel „Welche Wirksamkeit haben verschiedene Kombinationen von Mundhygienehilfsmitteln auf die approximale Gingivitis- und Plaque-Biofilm-Kontrolle“ startete das interdisziplinäre Wissenschaftler-Team mit Isabel Scharfenberg, Deborah Deutscher, Isabelle Stauff, Mozhgan Bizhang, Stefan Zimmer, Sonja Derman und Michael J. Noack Ende 2016 die nächste klinische Vorstudie. Geprüft werden sollte, ob es für Zahnseide-Muffel auch eine bequeme und wirksame Alternative gibt.

Durchführung:

Dazu wurden 31 Patienten in die klinische Studie eingeschlossen, die eine Gingivitis im Approximalraum aufwiesen, an einer verbesserten Mundhygiene interessiert waren, aber den Gebrauch von Zahnseide im Alltag nicht realisieren konnten.

Nach einer Mundhygieneabstinenz von 24 Stunden wurden die Probanden randomisiert in eine der drei Gruppen eingeteilt:

1. Handzahnbürste (Friscodent, Aldi) und Zahnseide (Essential floss, Oral B), das heißt eine Kombination aus Handzahnbürste und Zahnseide

2. Sonicare Platinum (Philips) und Airfloss Ultra (Philips) und H20, also eine Kombination aus elektrischer Zahnbürste und AirFloss (befüllt mit Wasser)

3. Sonicare Platinum (Philips) und Airfloss Ultra (Philips) und Listerine Zero (Johnson Johnson) also eine Kombination aus elektrischer Zahnbürste und AirFloss (befüllt mit Mundspüllösung).

Zu Beginn und nach vierwöchiger Anwendung wurden der Papillen-Blutungs-Index, ein modifizierter Navy-Plaque-Index nach Rustogi und der Quickley-Hein-Plaque-Index bestimmt.

Ergebnis:

Bei den Probanden, die eine handelsübliche Handzahnbürste und Zahnseide benutzten, sank der PBI nach vier Wochen von 1,6 auf 0,6. Im Vergleich dazu nahm der Wert bei den Studienteilnehmern, die ihre Zähne täglich mit der Kombination aus Schallzahnbürste (Philips Sonicare Platinum) und Philips Sonicare AirFloss Ultra reinigten, um 1,4 (PBI 0,2) ab, so dass nach vier Wochen fast keine Entzündung mehr vorlag.

Eine bequeme und wirksame Alternative

Das Ergebnis vervollständigt die Kölner Studie desselben Teams von 2014, bei der die klinische Wirksamkeit des Philips Sonicare AirFloss Ultra bei der Zahnzwischenraumreinigung deutlich wurde. Denn bei dieser Reinigung wird ein Wasser-Luft-Gemisch auch durch schwer zugängliche Approximalbereiche gepresst und entfernt so den Plaque-Biofilm.


• 1. Vorstudie „Zahnseide versus AirFloss Ultra“ (Präsentiert auf der IDS 2015)
• 2.Auf Basis dieser Vorstudie wurde die Hauptstudie „Zahnseide versus AirFloss Ultra“ durchgeführt (Präsentiert auf der IADR 2017 und veröffentlicht im J Dental Hygiene 2017, DOI: 10.1111/idh.12292)
• 3. Vorstudie „Zahnseide/Handzahnbürste versus AirFloss Ultra/Sonicare Schallzahnbürste & Mundspüllösung“ (Präsentiert auf der IDS 2017)
• 4. Hauptstudie „Zahnseide/Handzahnbürste versus AirFloss Ultra/Sonicare Schallzahnbürste“ (jetzt in Planung, unter anderem gerade bei der Ethik-Kommission)


In ihrer aktuellen klinischen Vorstudie kommen die Wissenschaftler ebenfalls zu dem Schluss, dass es für Zahnseide-Muffel durchaus eine bequeme und wirksame Alternative gibt. Dabei profitieren die Anwender zusätzlich, wenn der AirFloss Ultra mit einer Mundspüllösung befüllt wird.

Auch bei diesem neuen Studiendesign wurde die präventive Wirkung – das primäre Studienziel   Entzündungsfreiheit – erreicht.

Fazit

AirFloss Ultra ist genauso gut wie Zahnseide – wenn beide Verfahren gleich gern und konsequent angewendet werden. Genau in diesem Punkt hatte aber der AirFloss Ultra die Nase vorn. Drei von vier AirFloss-Ultra-Testern gaben an, dass die Anwendung angenehm sei. Bei der Zahnseidengruppe sagte das nicht einmal jeder Zweite.

Außerdem habe sich laut Studienleiter Noack gezeigt, dass „der Philips Sonicare AirFloss Ultra optional mit Mundspüllösung befüllt werden kann. Außerdem profitieren Verwender von Handzahnbürsten und elektrischen Zahnbürsten von der Kombination mit dem AirFloss Ultra. Aufgrund seiner einfachen Anwendung könnte die Methode eine mögliche Lösung für alle Patienten sein, die ihre Approximalräume bisher nicht richtig oder nicht regelmäßig reinigen.“

Im nächsten Schritt will das wissenschaftliche Team der Universitäten Köln und Witten/Herdecke weitere Details zu der groß angelegten Hauptstudie vorstellen.

Prof. Dr. Michael Noack,
Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Uniklinikum der Universität Köln
Kerpener Straße, 50931 Köln

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